Jaguar XJ by marioroman pictures - Fanaticar

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Chefdesigner Ian Callum brauchte mit Sicherheit ein dickes Fell, als er 2009 den XJ der Öffentlichkeit präsentierte. Traditionalisten und Verehrer der britischen Marke waren erbost. Doch Fakt war, dass das barocke Design des vorherigen XJ längst überholt war. Eine Neuinterpretation musste her. Doch statt den Teebeutel auf Halbmast zu stellen, sollte man sich die neueste XJ Generation erst mal genauer anschauen.

Die mittlerweile achte Generation des XJ seit 1968 setzt die bereits durch den XK und XF eingeführte Design-Sprache fort. Die langgezogene Front wird durch die schlanken Xenon Scheinwerfer mitsamt dominantem Maschendraht Grill beherrscht und gibt dem Jaguar ein unverwechselbares Gesicht.

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Die gestreckte, tropfenförmige Seitenfenstergrafik vermittelt die Illusion eines schwebenden Dachses. Die Gürtellinie dagegen wirkt straff gestreckt und bringt somit die fulminante Länge von 5,12 m deutlich herüber. In der Langversion sind es sogar 5,24 m. Das Heck verzichtet auf viel pompöses Gehabe, fällt aber durch die filigran in den Karosserieflanken integrierten schmal herabgezogenen Rücklichter immer noch angenehm auf.

Im Innenraum wird besonders deutlich,dass mit der Ära Ford abgeschlossen wurde, denn hier ist es wertiger denn je. Die reichhaltige Ausstattung unseres Testwagens, einem XJ in „Portfolio“-Ausstattung, und die einzigartige Auswahl an Leder und Paneelen sollen dieses Modell sehr individuell dastehen lassen. Die moderne Interpretation des von Jaguar kultivierten Holz/Leder Themas wird durch Applikationen in Chrom und Klavierlack ergänzt. Insgesamt kann der Kunde zwischen neun verschiedenen Holzsorten wählen. Die schöne Lederbestuhlung lässt sich sehr gut den eigenen Bedürfnissen anpassen. Optional lässt sie sich noch mit Massage Funktion und variablen Seitenpolstern ordern.

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Jaguar XJ by Jaguar - Fanaticar

Über das große Panorama-Glasdach wird der Innenraum nochmal zusätzlich mit Licht durchflutet. Auf den Einsatz analoger Instrumente im Cockpit wurde verzichtet,stattdessen werden die Instrumente über ein hochauflösendes TFT-Display aufgespielt. Das schaut nett aus, könnte aber gerne noch weiter individualisiert werden. Die 1.200 Watt starke, mit 20 Lautsprechern bestückte Soundanlage von Bowens & Wilkens bringt den Konzertsaal in den Innenraum. Der Fond ist ebenfalls gut ausgestattet, bietet aber in der Normalversion erstaunlich wenig Kniefreiheit, besonders wenn vier durchschnittlich große Personen Platz nehmen wollen. Auch sorgt die herabfallende Dachlinie bei größeren Personen für schnellen Kuschelkontakt mit der Decke.

In der Mittelkonsole thront ein zentraler Touchscreen mit Dual View Display, der es dem Fahrer erlaubt, die Navigation weiter zu verfolgen, während der Beifahrer zeitgleich eine DVD schauen kann. Weiter oben thront mittig platziert die analoge Uhr zwischen den turbinenartigen Luftdüsen. In der Nacht wird das Ambiente in blau gehüllt und bringt ein Flair vom Disneyklassiker „Tron“ herüber. Wird der pulsierende Startknopf betätigt, fährt der runde Automatikhebel aus der Mittelkonsole und wartet auf weitere Befehle.

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Auch ein Diesel war für den echten Jaguar Fan bis vor ein paar Jahren ein absolutes No-Go. In der Gegenwart macht eben dieser knapp 80% aller Limousinen Verkäufe von Jaguar aus. Der 202 kW (275 PS) starke V6 Motor mit 3,0 Litern Hubraum und sequentieller Bi-Turbo Aufladung kommt überaus laufruhig daher. Das maximale Drehmoment von 600 Nm auf der Hinterachse beschleunigt die große Mieze in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und zieht danach entspannt weiter bis Tempo 250 durch. Angegeben wird der Verbrauch mit sieben Litern, bei uns pendelte er zwischen neun und elf. Einzig beim Zwischensprint, zum Beispiel beim Überholvorgang auf der Landstraße, scheint dem Motor ein wenig der Saft auszugehen.

Für das stilvolle Vorankommen sorgt auch die Luftfederung an der Hinterachse mitsamt adaptivem Dämpfersystem, sowie die sehr harmonisch ausgelegte 6-Stufen Automatik. Die Federung beinhaltet einen guten Mix aus Komfort und leichter Sportlichkeit. So kommt der XJ leichtfüßiger als geglaubt daher, erlaubt sogar einen kleinen Ritt auf die Rennstrecke. Einzig die Lenkung lässt hier und da ein wenig Feingefühl missen. Die Traktion ist in jeder Hinsicht erhaben, selbst von Glätte und Schnee ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen.

 

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Neben dem Diesel ist der XJ noch in zwei Benzinvarianten erhältlich, dem 5,0 Liter V8 mit 283 kW (385 PS) und der Kompressor geladenen Variante mit 357 kW (510 PS). Uns hat der XJ durchweg gefallen. Hoffen wir, dass der Mut sich ausgezahlt hat. Der Jaguar XJ passt als Portfolio auf jeden Fall in selbiges eines stilvollen Fahrers.

Text: Mario-Roman Lambrecht
Fotos: marioroman pictures 

 

 

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