Aston Martin DB9 - Fanaticar Magazin

Aston Martin DB9 – Fanaticar Magazin

Motorjournalisten müssten jeden Tag vor Freude jauchzen und frohlocken, denn sie können tun, wovon viele nur träumen. Die schönsten Autos der Welt nicht nur ansehen, nicht nur anfassen, sondern auch fahren. Wer braucht James Bond, wenn er selbst Aston Martin fahren kann? Das muss übrigens nicht immer schnell sein.

Ich cruise, also bin ich.

Ich nutze die natürliche Gelassenheit des Schönen – Denkste! Ich blase mit dem Engländer, dass es nicht lauter geht, denn die Schalldämpfer machen ihrem Namen eben nicht alle Ehre, sondern blasen, schnattern schnarren, brüllen und schreien, dass es eine Freude ist.

Für einen selbst ja vielleicht schon, aber die Passanten denken, dass der depperte Prolet in dem Aston sich nicht benehmen kann und gefälligst verschwinden sollte. Also, so wäre es bestimmt in Krefeld, Paderborn oder dem nicht existenten Bielefeld.

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In München ist das fast egal, schließlich fahren hier so viele Menschen mit teueren und mitunter auch schönen Karossen durch die Gegend, dass das kaum jemandem auffällt.

Wäre da nicht die Karosserie von der Aston Martin-Chef Dr. Ulrich Bez in wunderbarem Schwäbisch zu schwärmen versteht.

Vergessen ist die nicht immer glückliche Geschichte des Unternehmens, das 1913 von Robert Bamford und Lionel Martin als Bamford & Martin gegründet wurde. Hätte also auch Robert Lionel heißen können, wurde aber 1914 in Aston Martin umbenannt (nach einem Bergrennen am Aston Hill in der Nähe der Ortschaft Aston Clinton in Buckinghamshire).

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Das Unternehmen beanspruchte von Beginn an für sich Rennwagen für die Straße zu bauen und nahm deshalb am Renngeschehen teil. Der Nachfolger von Robert Bamford im Unternehmen, der Millionärssohn Graf Louis Vorow Zborowski brach für Aston Martin 1922 zehn Weltrekorde, kam aber 1924 beim Großen Preis von Monza ums Leben.

1925 ging Aston Martin in Konkurs. Danach begann eine muntere Bäumchen-Wechsel-Dich-Geschichte mit immer wieder anderen, aber durchweg begeisterten Eigentümern.

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1947-1972 nahm David Brown das Geschick der Marke in die Hand. Ihm zu Ehren heißen die Modelle heute noch „DB“. David Brown verkaufte zunächst Traktoren. Beim Ackerschlepperdealen kann man anscheinend so viel Geld verdienen, dass man sich eine Sportwagenschmiede kaufen kann. Gesagt, getan und schon entstand der DB1. Jahre später erregte der DB5 die Aufmerksamkeit der nicht ganz so rennsportaffinen Öffentlichkeit: Ian Fleming den „Geheimagenten ihrer Majestät“,

James Bond einen Aston Martin DB5 kutschieren in den Klassikern „Goldfinger“ und „Thunderball“. Den DB5 gab es fortan sogar als Spielzeugmodell mit dem Schleudersitz, den Q auch schon Bond spendierte. Der Landmaschinenhandel brachte Brown dann weniger Geld ein als er mit Aston Martin verbrannte und deshalb kam 1972 der Verkauf und 1974 wieder ein Konkurs. Bis Mitte der Achtziger tat sich im wechselhaften Wandel der Besitzer viel mehr als in der Entwicklung. Gerade mal ein Modell, der V8 I war in drei Varianten käuflich.

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 Dann kam Ford und der DB7.

Zwischen durch hatte das Design einige Merkwürdigkeiten zu überwinden mit 1993 als Tiefpunkt als Audi- Frontscheinwerfer und VW-Rückleuchten auch tolerante Kaufinteressenten vergraulten. Mit Ulrich Bez an der Spitze kam ab 2000 die Wende und ab 2007 die Unabhängigkeit. So viel zur Geschichte.

Nun zu einem der schönsten Cabrios und einem der besten Klänge im Auto-Universum. Was soll man sagen, wenn ein Auto zur Skulptur wird? Von keiner Seite, aus keinem Winkel wirkt der DB9 nicht schön. Dank an Ian Callum und Henrik Fisker.

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Zwar ist der gute Bolide schon ein Gevatter (gebaut seit 2004, bald soll ein umfangreiches Facelift kommen), aber auch ein wunderbarer Beweis für zeitloses Design.

Die Front – soll so und nicht anders sein.
Die Flanke – haben wir uns immer schon so gewünscht.
Das Heck – weckt bewundernde Blicke.

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Und wo fotografiert man so ein besonderes Automobil in München am besten? An besonderen Orten.

Auf der Festwiese unterhalb der Bavaria. Wer DB9 fährt, weiß auch, wie man feiert.

Vor der Oper. Wer in einem Aston Martin sitzt, genießt auch gerne klassische Meisterwerke.

In einer Tiefgarage. Auch Aston Martin-Fahrer müssen parken. Aber bitte stylish.

Am Flughafen. DB9-Fahrer sind Cosmopoliten und verreisen gerne.

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Power, Beauty und Soul – diese Werte verkörpert jeder Aston Martin – deshalb ist das auch beim Start auf dem Display zu lesen. Das vergisst man in keiner Sekunde. Zu stark ist das Gerät, zu schön die Karosserie und zu imposant die Geräuschkulisse.Bei einem Fahrzeug der 200.000.-€-Klasse muss man nicht unbedingt über Konkurrenz sprechen, aber sagen wir es einmal so: DB9-Fahrer könnten sich auch einen Porsche 911 turbo oder einen Ferrari 458 gönnen.

Tun sie aber nicht.

Sie wollen ja auch gerne ein eher seltenes Automobil bewegen. Rund 4.200 Aston Martins verkauften die Briten 2011 weltweit. Im besten Unternehmensjahr 2007 waren es sogar 7.400 Stück, im Jahr 2000 gerade mal 800. Die exklusive Klientel kann sich über den beeindruckenden Kühlergrill freuen.

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Die Scheinwerfer machen die Front zum einzigartigen Eindruck. Die Seitenlinie ist so schnörkellos klassisch, dass man sie mit der Hand nachzeichnen will. Das Heck wirft die Frage auf, warum nicht jedes Auto von hinten so aussieht. Eine Stil-Ikone gibt Formen und Linien vor. Kein Wunder, dass die Rückleuchten des neuen Porsche 911 so nach Aston Martin aussehen, oder?

Der Innenraum betört durch Leder und elegante Formen. Das gilt besonders für die Instrumente oder besser gesagt die Uhren. So sollen Tacho und Drehzalmesser aussehen. Natürlich ist die Mittelkonsole breit, aber so sitzt man auch genau richtig im Wagen und nicht zu hoch oder zu tief. Die Schalter aus Aluminium sind zahlreich und schön.

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Die Sitze sind ein Gedicht.Die Rückbank ist eine Erweiterung des Gepäckraums mit Sitz-Idee, wenn es mal nötig sein sollte. Die Leistungsdaten sind schnöde Zahlen. Sie zu erwähnen ist nicht very british, aber der Vollständigkeit halber…

Motor:

V12 mit 5,9 Liter Hubraum und 477 PS – Sprint 0-100 km/h: 4,8 Sekunden – Vmax: 300km/h

Netter Einfall: Damit man in engen Parklücken die eigene Beweglichkeit oder die Strapazierfähigkeit des Lacks nicht zu sehr beansprucht, schwingen die Türen beim Öffnen etwas nach oben. Inzwischen bekam der DB 9 Volante ein leichtes Facelift. Aber das heißt nicht viel. Aston Martin ist schließlich Aston Martin.

Credits

Text: Reinhold Deisenhofer
Fotos: Reinhold Deisenhofer

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Reinhold Deisenhofer

http://www.realdriving.de/

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