2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

Minivans sind auf dem absteigenden Ast. Die Menschheit steht auf fette SUV. Na gut, nicht alle. Und für die ist das Angebot von fast allen Herstellern groß und wird nun um ein weiteres Exponat ergänzt. Kia stellte Mitte März den neuen Carens vor. Einem Minivan klassischer Prägung mit reichlich schickem Auftritt. Sieben Sitze passen rein, fünf sind Standard und die Platzverhältnisse sind mehr als nur ordentlich. Die dritte Generation des Carens startet bei 19.990 Euro und ist damit ein echter Preisbrecher.

Form und Funktion

Ein Van muss viel Raum bieten. Sehr viel Raum sogar. Vor allem, wenn auch mal sieben auf einem Streich mitwollen oder müssen. Was Kia mit dem Carens auf 4,53 m Länge auf die Räder stellt, ist durchaus beeindruckend. Wobei der Platzhirsch Volkswagen Touran nur 4,40 m lang ist. Ein Vorteil für das Entern so mancher Parklücke. Dafür ist er nicht so kastig wie der Wolfsburger. Ein Kind von Chefzeichner Peter Schreyer, der Kia-Automobile seit einigen Jahren salonfähig designt und mit dieser neuen Sprache den Erfolg der Marke mitbegründet hat.

2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

„Ich wollte den Carens in der Optik und im Ausdruck eleganter und geschmeidiger machen“, erzählte uns Peter Schreyer, Präsident und Chefdesigner der Kia Motors Corporation und Hyundai Motor Company. „Dennoch haben wir in allen Stufen des Design- und Entwicklungsprozesses nie aus dem Blick verloren, dass Fahrzeuge dieser Art wegen ihrer Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit gekauft werden.“

2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

Vielseitigkeit ist tatsächlich eines der wesentlichen Merkmale des neuen Carens. Das zeigen allein schon die umfangreichen Ablagemöglichkeiten unter anderem im Fahrzeugboden. Oder auch die gute Rundumsicht, die bei modernen Autos immer weniger anzutreffen ist. Dennoch sitzt die Gürtellinie hoch genug, um passive Sicherheit zu suggerieren. Wird das Panoramadach für einen Aufpreis von 900 Euro gewählt, wird der Carens mit noch mehr Licht durchflutet.

2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

Das Cockpit ist übersichtlich und ergonomisch gestaltet und mit einem wichtigen Utensil ausgestattet. Dem Innenraumspiegel, der das gefährliche und der Verkehrssicherheit nicht dienliche Umdrehen nach den meist kleinen Fondpassagieren vermeidet. Nix neues zwar, dennoch mehr als nur sinnvoll. Neben reichlich Platz auf allen Sitzen ist das Gepäckvolumen ebenfalls beachtenswert. Der Fünfsitzer bietet 536 Liter und bei Nutzung der gesamten hinteren Fläche bis hoch zum Dach sind bis zu 1.694 Liter vorhanden.

Motor und Antrieb

So richtig zufrieden sind wir immer noch nicht mit den Motoren von Kia. Da fehlt es an der Gesamtperformance wie zum Beispiel Leistung im Verhältnis zum Verbrauch. Das können andere besser, sind dann aber halt auch ein bisschen teurer in der Anschaffung. Drei Motoren stehen für den Kia Carens zur Wahl, zwei Benziner mit 1,6 Liter (99 kW/135 PS) und 2 Liter (112 kW/166 PS) sowie der von uns getestete 1,7-Liter-Diesel, der 100 kW (136 PS) leistet.

2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

Während der hubraumschwächere Benziner ausschließlich mit dem gut zu schaltenden Sechsgang-Getriebe ausgestattet ist, stehen für die anderen beiden Versionen ein Sechsgang-Automatik für einen Mehrpreis von 1.250 Euro in der Ausstattungsliste. Die Automatik macht jedoch die grundsätzliche Behäbigkeit der Motoren noch deutlicher. Daher sei diese nur für echte Cruiser empfohlen. Auf unserer Testfahrt in der Hügellandschaft im Süden Frankreichs war nämlich fleißiges Schalten angesagt und das ist manuell eben leichter zu bewältigen, als mit einer Automatik.

Ausstattung und Varianten

Vier verschiedene Varianten stellt Kia auch für den Carens zur Auswahl. Das Basismodell Attract, die Edition7, den Vision und den Spirit. Wie von Kia gewohnt, ist selbst der Attract, den es allerdings ausschließlich mit dem 1,6-Liter-Benziner gibt, gut ausgestattet. Dazu zählen unter anderem sechs Airbags, die Berganfahrhilfe und die mittlerweile obligatorisch gewordenen Assistenzsysteme ABS, ESC (Traktionskontrolle) und die Berganfahrhilfe.

2013 - Kia Carens -Fanaticar Magazin

2013 – Kia Carens -Fanaticar Magazin

Edition7, Vision und Spirit sind mit allen Motoren erhältlich und liegen preislich zwischen 21.490 (1,6-Liter) und 28.490 Euro (Diesel). Diverse Pakete erleichtern die Individualisierung, sind aber nicht für jede Variante zu bekommen. Da lohnt es genau hinzusehen und vielleicht doch lieber gleich den Vision oder sogar den Spirit ins Auge zu fassen.

Fazit

Der Kia Carens ist der ideale und preiswerte Familientransporter. Platz scheinbar ohne Ende, günstige Preise und viel drin und dran. So lässt sich der Carens gut verkaufen, auch wenn die Motoren nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind. Zum täglichen Transport von Kind und Kegel, der oftmals im urbanen oder suburbanen Gebieten stattfindet, reicht es dennoch problemlos. Wer mehr Dampf in solch einem Minivan will, muss dann eben auf andere Marken zurückgreifen. In der Summe ist der Carens No. 3 ein gutes Angebot, das Kia weitere Marktanteile bescheren wird. (ds)

Technische Daten: Kia Carens 1,7 CRDi Vision (Referenzmodell)

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum: 1.685 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 100 kW (136 PS)/4.000

Max. Drehmoment: 331 Nm bei 1.750 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.525/1.805/1.610  in mm

Radstand: 2.750 in mm

Leergewicht: 1.567 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.110 kg

Kofferrauminhalt: 563 – 1.820 l

Bereifung: 205/55 R 16

Felgen: 6,6 x 16? Leichtmetall

Beschleunigung: 10,4 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h

Tankinhalt: 58 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,3 l auf 100 km

Preis: 26.090 Euro inkl. MwSt.

Fotos: Dietmar Stanka / KIA

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

URL: www.dietmarstanka.de
Facebook:https://www.facebook.com/dietmar.stanka