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Mit Nicole von Auto-Diva testete ich den neuen Beetle Cabrio von VW

Als es hieß, ich dürfe nach Nizza an die Côte d’Azur um den neuen VW Beetle Cabrio und den neuen VW Golf R Cabrio zu testen, hieß es von allen Seiten: ‚Du hast es gut! Da ist es bestimmt wärmer!’ Ja, das dache ich auch. Aber die Wirklichkeit sah ein wenig frostiger aus. Frische 4 Grad und leichter Nieselregen erwarteten uns am Flughafen von Nizza, den wir mit einer Stunde Verspätung schließlich erreichten. Grund der Verspätung: Schnee! Ja, auch an der Côte d’Azur kann es mal schneien, immerhin sind die Alpen ja nicht entfernt. Aber wenn man das so hört, ist das fast so als hätte man einem kleinen Kind die Wahrheit über den Weihnachtsmann erzählt.

Die Vorrausichten um einen Cabrio zu testen, waren dementsprechend schlecht. Aber vom Wetter wollten wir uns nicht die Laune verderben lassen und ich tat mich mit der lieben Autodiva Nicole zusammen, um einen tornadoroten VW Beetle Cabrio auszutesten. Somit gingen wir in geballter Frauenpower ans Steuer. Wir wählten gleich eine der höchsten Motorisierungen, den 2,0-Vierzylinder TSI mit 7-Gang DSG Doppelkupplungsgetriebe und 18 Zoll Leichtmetallfelgen. Wenn wir schon nicht die ganze Zeit offen fahren konnten, wollten wir doch zumindest schnell sein. Die serienmäßigen unsichtbaren Überrollbügel, die binnen Millisekunden hinter den Fondkopfstützen hochfahren, haben wir trotzdem nicht gebraucht.

Vom Flughafenparkplatz ging es direkt ins bergige Umland um den kleinen Mal richtig auf Herz und Nieren zu testen. Die Fotografin samt ihrer Assistentin hatten wir direkt mit eingepackt, um diese Momente auch festzuhalten. Nördlich von Nizza fing es dann doch tatsächlich an zu schneien. Das machte sich auf den Bergen, die nach kürzester Zeit aussahen als wären sie mit Puderzucker bestäubt, sehr gut allerdings passte das nicht so kannst ins Cabrio-Feeling. Trotzdem wollten wir es wissen und ließen das Verdeck herunter, dass sich problemlos auch während der Fahrt mit Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h in 9,5 Sekunden öffnen lässt.

Die Heizung inklusive Sitzheizung lief natürlich auf höchster Stufe, doch ohne Windschott war die Mühe eigentlich für die Katz. Das lag hinten im eigens dafür vorgesehenen Fach im 225 Liter fassenden Kofferraum. Doch davon wollten wir uns nicht beirren lassen und fuhren weiter die Berge hoch. Im Automatik-Modus wollte der Kleine allerdings nicht so wirklich mitmachen waren ihm die Steigungen von über 10 Grad wohl doch Zuviel und der Motor brummte ungehalten auf. Offenbar hatten wir in unserem Modell kein Berganfahrassistent.

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Schicker Kofferraum mit 225 l Ladevolumen, da gingen auch unsere Taschen rein

Schaltete man allerdings auf manuell und benutze die Paddels ging er auch bei der Berganfahrt gut ab. Das sportliche schlanke Lenkrad lag dabei gut in der Hand, wenn man auch manchmal nach den etwas zu kurz geratenen Paddels suchen musste. Die Kurvenlage konnte sich sehen lassen. Allerdings sind die Monegassen vom benachbarten Monaco eher die entspannten und nehmen sich vor allem in den scharfen Kurven viel Zeit.

Und so ist es ja auch richtig. Der VW Beetle ist doch eher ein Fahrzeug zum gechillten Fahren, obwohl er auch anders kann wenn man will. Er ist sportlicher geworden und kommt in fünf Ausstattungsmodellen und in drei Sondervarianten auf den Markt. Dabei hat er so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie noch nie, sodass man locker seinen ganz individuellen VW Beetle Cabrio kreieren kann. Um ihm ein noch dynamischeres Aussehen zu verleihen, hat ihn VW breiter und flacher gemacht. Mit 4.278 mm ist das neue Modell um 152 mm länger und 84 mm breiter als der New Beetle. Dabei ist er um 29 mm flacher geworden. Der Serien-Spoiler und die steilere Windschutzscheibe unterstützen diese sportlicheren Proportionen.

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Entspanntes Cruisen an der Côte d’Azur

Die Benzin- und Diesel-Motoren haben einen Leistungsspektrum von 77 kW / 105 PS bis 147 kW / 200 PS und sind allesamt Turbomotoren, die optional mit sechs- und siebengang-Doppelkupplungsgetrieben lieferbar sind. Dabei verbrauchen sie zwischen 4,5 bis 7,8 l / 100 km. Die mit Stoff bezogenen und sehr bequemen Sportsitze im Interieur boten uns guten Sitzkomfort auch in den engen Kurven, in die wir gerne mal eine flottere Gangart vorlegten. Auch der restliche Innenraum des neuen VW Beetle Cabriolets ist gut gelungen, hat er das Retro-Feeling nicht verloren. Im Gedenken an die ganz alten Käfer hat man das kleine Handschuhfach wieder aufleben lassen, was mir besonders gut gefiel. Ein größeres ist direkt darunter eingebaut. Somit hat man noch mehr Stauraum zur Verfügung.

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Alles schön übersichtlich im neuen Beetle Cabrio von VW

Drei Rundinstrumente auf dem Armaturenbrett zeigen zum einen die Öl-Temperatur an, die Aufladung des Turbos in bar und in der Mitte ist eine Stopp-Uhr. Kann man haben, muss man aber nicht. Ein nettes Spielzeug, weiter nichts. Das erstmals in einem Beetle eingebaute Touchscreen-Display lässt sich aber gut ablesen, wenn wir auch nicht sofort durch die ganze Menüführung gestiegen sind. Das integrierte Navigationssystem zeigt die Karten übersichtlich an und das eingebaute Fender Premium-Soundsystem mit 8 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 400 Watt inklusive Subwoofer im Kofferraum verströmt einen guten Sound. Ganz aufgedreht haben wir allerdings nicht, denn wir mussten uns zu sehr auf die Navi-Stimme konzentrieren, um uns nicht zu verfahren.

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Übersichtliches Navigationssystem im neuen Beetle Cabrio

Etwas unpassend empfand ich die Halterung aus Stoff in den Türen. Das sollte wohl etwas jugendlicher wirken. Ich fand es ein wenig fehl am Platz. Eine Rückfahrkamera gehört leider nicht zur Serienausstattung, sollte aber dringend dazugekauft werden, denn die Rücksicht ist besonders bei geschlossenem Verdeck etwas dürftig. Hat man sich so eine dazubestellt, lugt sie witzigerweise aus dem hinteren VW Logo, das dafür extra aufklappt. Ein nettes kleines Gimmick. Abstand-Warner waren zwar integriert, aber eine Kamera ist dann doch etwas komfortabler.

Nach ein paar Stunden waren wir heilfroh, als die Fotos endlich im Kasten waren und wir das Verdeck binnen 11 Sekunden wieder schließen konnten. Die Heizung lief dabei noch eine ganze Weile auf Hochtouren, bis wir wieder warm waren. Zurück am Hotel tauschten wir den Beetle noch schnell gegen den neuen Golf R Cabrio, um damit noch einige Aufnahmen zu machen, solang das Licht noch da war, allerdings war dies nur noch kurz der Fall, sodass wir nach einer Stunde schon wieder aufgaben. Nicole fuhr das gute Stück dann noch mal richtig Probe, ich dagegen wollte unbedingt mit dem alten Käfer Cabrio von 1952 eine kleine Spritztour wagen.

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Ein wunderschöner VW Käfer aus dem Jahre 1952

Ich muss dazu sagen, dass ich auf Oldtimer stehe, allerdings noch nicht sehr oft einen fahren gefahren bin. Entsprechend aufgeregt war ich, wollte ich doch den kleinen Alten nicht in irgendeiner Weise beschädigen. Der nette VW-Mitarbeiter erklärte mir allerdings verschmitzt, dass die Blinker sowieso schon kaputt seien und auch sonst einige Funktionen nicht mehr ganz alltagstauglich seien. Davon mal abgesehen könne man mit dem Klassiker auch nur einige winzig kleine Rundfahrt machen. Ok, mehr wollte ich ja auch nicht. ‚KRSCHTS KRNARZ’ war auch der erste Gang drin und los ging es, offen natürlich.

Die Scheinwerfer, natürlich keine Bi-Xenon wie beim Beetle Cabrio erleuchteten so gut wie nichts und die Scheibenwischer gingen langsamer als eine 100-jährige Omi beim Sonntagsspaziergang aber ich war ‚On the Road’ und entwickelte langsam aber sicher dieses alte Filmstar-Feeling aus den 50er Jahren, wie sie mit wehenden Halstüchern durch Monaco gedüst sein müssen. Gut, bei mir war es der dicke Wollschal und die Sonnenbrille konnte ich auch getrost in der Tasche lassen, aber trotzdem fühlte ich mich ein wenig diva-like. Am Hafen machte ich noch schnell ein paar Schnappschüsse und aus Angst bald den Schaltknüppel in der Hand zu halten, fuhr ich ihn nach einer zweiten kleinen Drehung wieder knatternd und stinkend zurück ins Hotel. Herrlich!

Wenn auch das neue Beetle Cabriolet etwas wendiger und flotter unterwegs ist, hat mir diese kleine Spritztour ein noch größeres Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Am nächsten Tag durften wir uns selbst wieder zurück zum Flughafen fahren. Dieses Mal wählten wir einen babyblauen, oder wie VW es ausdrückt, ‚Denim Blue’ 1,4 Liter Vierzylinder TSI mit 118 KW (160 PS) und manuellem 6-Gang-Schaltgetriebe in der „60s“ Version. Bei diesem Modell hatten wir im Innenraum dieses Mal eine schicke Lederausstattung was sonst noch anders sein sollte als zum Modell vom Vortag wollte sich mir allerdings auf den ersten Blick nicht erschließen. Ich schätze der Unterschied macht die spezielle Lackierung und noch so einige Ausstattungsmerkmale im Interieur.

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60s Style in Denim Blue

Die Retro-Felgen und die Chromleiste oberhalb des Schwellers erinnern an die guten alten Ur-Käfer und sprechen damit die Fans der ersten Stunde an. Der kleine serienmäßige Spoiler auf dem Kofferraum ist eine Huldigung an die alten luftgekühlten Boxermotoren von früher. Damit fuhren wir dann nochmals ganz bis nach Monaco rein, um vor Ort einige kleine Schnappschüsse zu machen. Oben ohne ersparten wir uns allerdings, denn das Wetter war nicht besser geworden. Die Gangschaltung war mal eine nette Abwechslung, wenn ich mich auch erst mal daran gewöhnen musste. Trotzdem schalte ich sehr gern und das babyblaue Beetle Cabrio gehorchte meinen Wünschen tadellos.

Kurz bevor wir den Flughafen erreichten, brach zu unserer Überraschung die Sonne mal durch. Das nutzen wir natürlich gleich aus um das Verdeck zu öffnen, um in den letzten Minuten das echte Cabrio-Feeling in uns aufzunehmen. Ohne Windschott ist das nicht besonders Frisuren-freundlich, aber wir genossen die kurze Strecke bevor wir uns verabschieden mussten.

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Schöne Spritztour im Beetle Cabrio

Fazit: Der kleine Herbie ist erwachsen geworden und hat zum Glück auch nichts von seinem Retro-Flair verloren. Mit seiner Markteinführung in 60 Ländern (in den USA bereits seit November 2012), ist sein Verkauf auch in Deutschland schon gestartet. Ab 21.350 Euro kann man ihn erwerben und ist damit das günstigste offene Fahrzeug von VW. Trotzdem kann er mit der Wahl einer besseren Motorisierung und einigen netten Ausstatungs-Features schnell mal auf die 30.000 Euro schießen. Trotzdem erhält man ein stylishes Cabriolet, das trotz seinem klassischen Look zeitgleich sehr modern ist und auf jeden Fall für viel Fahrvergnügen sorgen kann, solang das Wetter mitspielt und man keine Winterreifen aufziehen muss. Winterreifen am Cabrio? Finde den Fehler! Icon Wink in Fahrbericht VW Beetle Cabrio TSI: Nur die Harten kommen ins Cabrio

Weitere Berichte über das VW Beetle Cabrio aus der Blogospähre:

Text: Simone Amores
Fotos: Simone Amores / VW