Mercedes-Benz A 45 AMG - Fanaticar MagazinEin Ausflug an die Cote’d’Azur bedeutet für die meisten einen Hauch vom Glamour Lifestyle der Reichen und Schönen dieser Welt zu erhaschen. Monte Carlo, Cannes, Saint Tropez, Nizza – jede einzelne Stadt strahlt diese herrliche unverfrorene Dekadenz aus, in der sich Paris Hilton, P Diddy und co. regelmäßig auf Partys verausgaben. Und doch gibt es dieser Tage nur eines das mich interessiert, die kurvigen Bergstraßen entlang der Küste. Um diese herrlichen Routen zu absolvieren, bedarf es einer echten Maschine- und die haben wir in dem dem Mercedes-Benz A 45 AMG gefunden.

Ein Foto Job ist es, der mich hier knapp zwei Wochen lang hat verweilen lassen. Doch zwei Wochen können selbst in einem Paradies wie diesem unerträglich lange sein, wenn man nicht das passende Gefährt zu Verfügung hat. Und wie sehr schmerzte mich der Gedanke, dass ich all diese schönen Kurven und Windungen nicht standesgemäß austesten kann. Doch wenn Mittel und Wege in Bewegung gesetzt werden, der Flug ins heimische flache und schmerzhaft unkurvenfreundliche Hamburg gecancelt wird und die richtige Nummer im Telefonbuch abgespeichert wurde, dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Und dann steht sie da. Total unschuldig ohne Verspoilerung und in schlichter Farbe. Aber: eine A-Klasse mit Temperament, die absolut nichts mit der Rentner-A-Klasse zu tun hat, mit der ich damals meinen Führerschein gemacht habe. Wer genau hinschaut erkennt, hier ist was anders. Ein AMG Logo an der Front lässt Böses erahnen. Der Blick unter die Motorhaube gibt dann Gewissheit. Doch bevor man die technischen Daten absabbelt, sollte man sich genauer überlegen wie man sie rüberbringt. Falsch: „Ja das ist eine A-Klasse mit einem Vierzylinder-Zweiliter-Turbo Motor…..“. Schnarch. Richtig: „Hier lauert die Vierzylinder-Hölle auf Erden. Der in Kölleda handgefertigte Vierzylinder bringt es dank immenser Turboaufladung auf gnadenlose 360 Pferde die auf alle vier Räder übertragen werden. Ah.“ Klingt besser oder?

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Der Mercedes-Benz A45 AMG scheint ein leckeres Kerlchen zu sein. ;-)

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Und die Kurve darf kommen…

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Die Qualitäten des kompakten Sportlers sind mir bereits bekannt. Wir haben uns schon auf der Rennstrecke Bilster Berg im Grenzbereich beschnuppern dürfen, der Einsatz im Alltag fiel dagegen eher mau aus. Es spricht also nichts dagegen, sich 1.666 Kilometer damit zu befassen. So lang ist nämlich der Weg von Cannes nach Hamburg.

Wie soll er denn nun verlaufen der spontane Road Trip nach Hamburg? Nun, der Plan ist: es gibt keinen Plan. Das Motto lautet Rock’n’Roll und bitte mit ganz viel Kurven garniert. Soll heißen: Fahren bis einen die Lust verlässt. Mehrfach angewandt in den USA keimt die Hoffnung auf, dass dies auch in Europa zu einem besonderem Erlebnis wird. Bei den Übernachtungen wird auf Friends & Airbnb gesetzt. Die Sonne scheint. Das Thermostat steigt auf bis zu 30 Grad. Schiebedach? Leider nein, also Luftzufuhr über alle vier Fenster. Gechillt den Manta-Arm aus dem Fenster lehnen und sich gleich am glühend heißen Fensterrahmen verbrennen- muss nicht sein, gab es noch nie, darf gerne nachgebessert werden.

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Zwischenstop in Monte Carlo

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Dank Vorplanung am Tag zuvor leitet mich das Navigationssystem auf meinem iPad Mini zu einer besonders kurvigen Passage. Im Gegensatz zu dem sonst recht zuverlässigen Navigationssystem des Mercedes bietet das Navigon mir nämlich noch die Option „schön“. Diese sortiert quasi alles Langweilige raus und konzentriert sich auf alles was kurvig ist. So soll das sein. Wir liefern uns den ganzen Tag lang spannende Duelle mit Sportwagen und Motorradfahrern und bekommen des Öfteren durchaus überraschte Gesichter zu sehen. Kaum einer rechnet damit, dass eine A-Klasse mit so einem Giftstachel daher kommt. Die AMG Variante, ballert, rotzt und randaliert im AMG-Modus was das Zeug hält. Kurven werden mit Wohlwohlen gefressen und hier und da lässt sich sogar das Heck zu einem kleinen Schwenk überreden. Herrlich!

Doch Kurvenspiel fordert seinen Tribut. Nach noch nicht mal 200 Kilometern springt die Tankanzeige auf und verlangt nach edlem Super Plus. Ich klopf mir auf die Finger und verspreche mir nun, es langsam angehen zu lassen. Spritsparen ist angesagt, der ECO Mode ist aktiviert. Und siehe da, die Tanknadel rührt sich kaum noch. Zumal es sich nicht lohnt außerhalb von Deutschland auf den Autobahnen zu rasen… wirklich nicht. Deswegen aktiviere ich nach einem letzten Stopp in Monte Carlo lieber den Tempomat mit Distance Control und cruise gen Italien.

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Nichts als Regen in Italien :-(

Der erste geplante Stopp in Mailand fällt buchstäblich ins Wasser, die Wettervorhersage lässt auch für den nächsten Tag nichts Gutes Erahnen also geht es weiter Richtung Zürich. Nach über 500 Kilometern auf der Nadel meldet sich dann doch irgendwann die Tanknadel zu Wort. Genau richtig, denn schon die nächste Ausfahrt nach der Tankstelle führt zum berühmten Gotthard Pass. So geschmeidig sich die A-Klasse auch geradeaus fahren lässt, die Kurvendynamik wollen wir hier nicht vernachlässigen.

Und um diese auszutesten geht es natürlich auf den alten Pass, der sich das ganze Gebirge hochschlängelt. Was für ein Glück, dass die Straße derzeit geöffnet ist und welch ein Glück, dass sie praktisch nicht mehr befahren wird. So kann die A-Klasse ihre volles Potential ausschöpfen. 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und das aus jeder Haarnadelkurve… immer und immer wieder. Da pumpt das Adrenalin. Doch alles hat mal ein Ende und so geht es weiter Richtung Zürich.

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Gotthard Pass

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Kommen wir zurück auf das Thema Airbnb. Fremde Menschen vermieten ihre Wohnungen / Häuser anderen fremden Menschen, das Konzept geht weltweit erfolgreich auf. Doch wie steht es mit der Spontanität? Bewusst versuche ich erst einige Stunden vor Ankunft ein Zimmer im Raum Zürich zu ergattern. Leider ohne Erfolg. Am Ende bin ich doch glücklich, da ich über HRS ein super Hotel im Herzen von Luzern zu einem echten Schnapper bekomme und es mir zudem auch noch upgegradet wird.

Doch auch Zürich leidet unter der miesen Pest namens Regen, somit gestaltet sich der Aufenthalt in der größten Stadt der Schweiz (nicht Hauptstadt, es gibt nämlich keine) als eher kurzweilig. Leicht gefrustet geht es in Richtung Stuttgart. Schon kurz nach dem Grenzübergang wird mir etwas anders im Bereich der Bandscheiben. Erst jetzt wird mir klar, wie schlecht es um die Infrastruktur auf den deutschen Straßen steht. Das straffe Fahrwerk des A45 AMG meldet sich nun lautstark zu Wort, kennt keine Gnade mit meiner Wirbelsäule.

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Jacke: Blue Monkey
Hose: Blue Monkey
Brille: Hamburg Eyewear

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Hose: Blue Monkey
Brille: Hamburg Eyewear

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Hose: Blue Monkey
Jacke: Blue Monkey
Brille: RayBan

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Kurz vor Ankunft nun mein zweiter Versuch via Airbnb kurzfristig ein Zimmer zu erhaschen. Und siehe da, George meldet sich, der eine Wohnung im Herzen von Stuttgart zu vergeben hat. Ein absoluter Glücksfall, wie sich später herausstellt. Denn in der Lage für den Preis hätte ich so kurzfristig nur ein gammeliges Doppelzimmer bekommen. Stattdessen darf ich mich nun über eine große Penthouse Wohnung mit großzügiger Dachterrasse und Leinwand freuen. Herrlich. Die Hausregeln wurden schnell am Telefon durchgesprochen, Kaution, Zimmerrate etc. wird bequem über die App abgewickelt. So gibt es keine Unstimmigkeiten.

Zwei Tage, zwei Shootings und zwei Partynächte im angesagten Club Restaurant Cavos vergehen. Und so sehr ich diese Tage in Stuttgart auch genieße, es wird langsam Zeit nach Hause zu fahren. 1.666 Kilometer sollten es werden, 2.200 sind es am Ende geworden. Der A45 AMG ist einfach zu schade um einfach stur geradeaus zu fahren. Vieles war geplant, der Regen hat es versaut, doch in den Kurven hat mich mein kleiner Schwabe nie im Stich gelassen. Ich werde dich vermissen, meine kleine Kurven-Ballerina. Du hast den kleinen Proleten in mir geweckt und ich werde mich nicht dafür schämen.

Demnächst folgen noch weitere Bilder vom Roadtrip auf unserer Facebook-Seite. Be prepared.

Text: Mario-Roman Lambrecht
Fotos: marioroman pictures
Models: Mustafa G. & Valeria B.

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Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…. Endlich zu Hause!