Seat Toledo | Fanaticar MagazinKleine Limousinen mit großem Nutzwert sind in Südeuropa und vor allem auf der iberischen Halbinsel ein Renner. 1991 begann der Siegeszug des Seat Toledo. Mit der Eingliederung des spanischen Autoherstellers in den Volkswagen Konzern war der Viertürer gleichzeitig das erste Modell mit der Konzerntechnik aus Wolfsburg.

Die vierte Generation ist der Zwilling vom Skoda Rapid. Nicht minder praktisch und ein Automobil, das viele Vorteile in sich vereint. Eine Limousine für relativ kleines Geld mit robuster Technik ausgestattet und ohne Firlefanz mehr als nur fahrbereit.

Seat Toledo | Fanaticar MagazinForm und Funktion

Die Nummer Vier der Toledo-Familie wirkt durch sein zeitloses Design elegant und sogar ein wenig sportlich. Dieser Toledo wird viele Jahre bestehen können, ohne altbacken zu wirken. Die Baugleichheit mit seiner Verwandtschaft aus der Tschechischen Republik geht noch weitere Wege. Die Basis bis zu A-Säule stammt vom Skoda Yeti, nach der A-Säule vom ersten Octavia.

Die Motoren stammen von der Konzernmutter und das Armaturenbrett inklusive sämtlicher Bedieneinheiten ist dem Volkswagen-Kenner ein Begriff. Gebaut wird der Seat bei Skoda im tschechischen Mladá Boleslav. Dort läuft er vom gleichen Band wie der Rapid. Dieser wartet, nebenbei bemerkt, noch als Kombi namens Spaceback auf.

Mit seiner großen Heckklappe kann der Seat Toledo bestens auftrumpfen. Von der Seite betrachtet steht da eine Limousine. Öffnet sich der Kofferraumdeckel, geschieht das bis zur C-Säule. Ohne die Rücksitzlehne umzuklappen fasst dieser ein Volumen von 550 Litern. Ein aktueller Golf schluckt dagegen „nur“ 380 Liter! Wird die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank flachgelegt, passen in den Seat Toledo 1.490 Liter. Da werden selbst Großeinkäufe zum Kinderspiel.

Seat Toledo | Fanaticar MagazinFahrverhalten

Das Diesel-Triebwerk mit 1,6 Litern Hubraum und 77 k (105 PS) bewegt den Seat Toledo reichlich flott. Egal ob in der Stadt, auf Landstraßen oder Autobahnen. Das Package passt. Der im Kleinwagensegment angesiedelte Toledo kommt mit seinem Radstand von 2,60 m deutlich nahe an die Golf-Klasse, die im Regelfall nur wenige Millimeter mehr bietet. Dieser Umstand sowie das ausgewogen komfortabel agierende Fahrwerk machen den Seat Toledo zu einem guten Reisewagen.

Dafür sorgt auch der durchzugsstarke 1,6-Liter-Diesel, der mit seinem Drehmoment von 250 Nm auch Überholvorgänge auf Landstraßen entspannt zulässt. Die von Seat angegebene Höchstgeschwindigkeit erreicht der Toledo recht mühelos und der Tacho klettert auf längeren freien Strecken sogar an die 200-km/h-Grenze heran.

Seat Toledo | Fanaticar MagazinAusstattung

Sämtliche Sicherheitsfeatures, wie sechs Airbags, ABS und ESC sowie elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung, höhenverstellbarer Fahrersitz und ein vertikal und horizontal verstellbares Lenkrad sind bereits im Basismodell verbaut. Im Toledo Reference sind zusätzlich ein höhenverstellbarer Fahrersitz, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, die geteilt umklappbare Rückbank, ein Bordcomputer sowie ein beleuchtetes Handschuhfach an Bord.

Unser Testwagen in der Top-Ausstattung Style ziert sich zusätzlich mit 16 Zoll großen Leichtmetallräder, elektrischen Fensterhebern hinten, Nebelscheinwerfern mit Abbiegelicht, einem horizontal über den Kofferraumboden angebrachten Sicherungsnetz, Klimaanlage und Dreispeichen-Lederlenkrad.

Neben dem von uns gefahrenen Diesel mit 105 PS wird der Toledo auch mit einer 66 kW (90 PS) starken TDI-Variante angeboten. Die Benziner leisten zwischen 55 kW (75 PS)
und 90 kW (122 PS). Während unser Testwagen wie fast alle anderen Modelle des Toledo mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe ausgestattet sind, wird der stärkste Benziner mit 122 PS durch sechs Gänge fortbewegt. Für diesen wie auch den 90 PS-Diesel steht zudem ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG zur Wahl.

Preislich startet der Toledo mit 75 PS bei 13.990 Euro, während der 90 PS leistende Diesel als Style mit DSG die Spitze bei 22.420 Euro bildet. Eine Start-Stopp-Automatik ist ausschließlich als Sonderausstattung für den Benziner mit 105 PS bzw. die beiden Diesel erhältlich.

Was uns gleich zum Verbrauch unseres Testwagens bringt. Der Seat Toledo 1.6 TDI Start&Stop soll laut Hersteller mit nur 4 Litern auf 100 km auskommen. Während unserer Testwagenphase lagen die Werte zwischen rund 5 bis zu hoch zu 7 Litern. Was allerdings auch an den extremen Witterungsbedingungen mit reichlich Schneefällen und Eiseskälte zu tun hatte.

Seat Toledo | Fanaticar MagazinFazit

Der Seat Toledo ist ein gelungenes Automobil. Sozusagen ein Fahrzeug, das vielen Bedürfnissen gerecht wird. Gäbe es noch mehr Features, wie beispielsweise LED-Hauptscheinwerfer oder auch einen Tote-Winkel-Warner, wäre der Toledo nahezu perfekt. So glänzt der Toledo mit seinen tollen Platzverhältnissen, einem langen Radstand und einem gutmütigen Fahrverhalten auf. Der Seat Toledo passt in die Zeit. Er ist preiswert, solide und komfortabel. Eben ein Automobil, das viele Wünsche individueller Mobilität bestens befriedigen kann. (ds)

Technische Daten: Seat Toledo 1.6 TDI Start&Stop Style

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Fünfgang-Schaltung
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 77 kW (105 PS)/5.000
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1.500 – 2.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.482/1.706/1.461 in mm
Radstand: 2.602 in mm
Leergewicht: 1.265 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.725 kg
Kofferrauminhalt: 550 -1.490 l
Bereifung: 215/45 R 16
Felgen: 7 x 16? Leichtmetall
Beschleunigung: 10,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Tankinhalt: 55 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,0 Liter auf 100 km
Preis: 21.820 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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