Ranger Rover SVR | Fanaticar MagazinEs sind die kleinen und feinen Termine die begeistern. Ein paar Stunden auf der Grand Prix Strecke des Nürburgrings unterwegs sein dürfen. Gerade mal zwei Tage nach dem 24-h-Rennen. Das viel Gummi auf dem Asphalt hinterlassen hat. Wie gut, dass wir mit den neuen Allradlern aus dem Hause Jaguar und Land Rover unsere Runden drehen durften. Denn die haben immer genügend Traktion, auch wenn die Briten in der Spitze 405 kW (550 PS) leisten.

Jaguar F-Type AWD | Fanaticar MagazinDer Jaguar F-Type AWD

Kleiner anfangen, dann steigern und den Hochgenuss erleben. AWD, ergo All Wheel Drive, ist für den F-Type mit dem 3-Liter-V6 in der Variante S mit 380 sowie dem R mit 550 PS zu bekommen. Offen oder geschlossen. Aber immer nur mit der Automatik. Weil sich ansonsten die Produktvielfalt dieses fantastischen Sportwagens von nunmehr 14 verschiedenen Modellen noch weiter steigern würde.

Bei 380 PS fängt mit dem F-Type der Allrad-Spaß an. Offen wie geschlossen. Will heißen als Cabriolet und Coupé. Der V6 mit der Kompressoraufladung hat von seiner wilden Leidenschaft nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Die Kraft wird weiterhin in erster Linie, im Regelfall zu 100 Prozent, an die Hinterachse geleitet. Drifting as usual. Nur bei Bedarf, oder eben dem möglichen groben Verlust der Traktion, wird die Vorderachse mit einbezogen.Jaguar F-Type AWD | Fanaticar MagazinBis zu 50 Prozent werden dann mittels der elektromechanisch betätigten Mehrscheiben-Lamellenkupplung sanft und absolut unmerkbar nach vorne geschickt. Im Vergleich zu den Modellen mit Hinterradantrieb verlagerte sich das Gewicht nur um 1,2 Prozent, was für eine herausragende Performance sorgt.

Mehr Power bringt der V8 auf die Straße. Gnadenlose 550 PS hämmern im F-Type R, der mit Allrad nun auch offen toben darf. Die Variante mit 495 PS fiel mit dem Modelljahr 2016 aus der Palette. Somit sind der V6 mit 340 PS als Schalter und mit Automatik, die 380-PS-Version ebenfalls mit beiden Getriebeoptionen sowie als AWD ausschließlich mit Automaten sowie die Kombination V8 entweder mit Hinterradantrieb oder als AWD immer mit der Achtgang-Automatik.Jaguar F-Type AWD | Fanaticar Magazin

Die Puristen unter uns dürfen sich bei den V6-Varianten auf ein sehr sportlich abgestimmtes manuelles Sechsgang-Getriebe freuen. Knackig zu schalten und mit nur 45 mm zu überwindenden Weg extrem kurz abgestuft. Die Pedale extra für die sogenannte Spitz-Hacke-Technik ausgerichtet, damit der F-Type genauso sportlich bewegt werden kann, wie es seine herausragende Optik verspricht.

Solchermaßen mit technischen Meisterwerken ausgestattet, war der Grand Prix Kurs des Nürburgrings keine wirkliche Herausforderung. Auch dann nicht, als sich der Himmel über der Eifel für einen Regenschauer öffnete. Selbst die reichlich rutschigen Kurven meisterten die F-Types mit Bravour.Ranger Rover SVR | Fanaticar Magazin

Range Rover Sport SVR

Dieses Kraftpaket überstrahlt alles. In der Boxengasse leuchtet der Range Rover Sport SVR in seiner ihm vorbehaltenen namens Estoril Blau. Der mittels Kompressor beatmete 5-Liter-V8 brabbelt im Leerlauf grummelig vor sich hin. Einmal hinter dem Volant eingerichtet wirkt der daneben stehende F-Type nahezu wie ein Spielzeugauto. Mit 60 km/h aus der Boxengasse bummelnd, drücken wir an deren Ende aufs Gas. Eine Faust rammt uns in den Rücken und kurz danach müssen wir auf die Bremse um die Rechtskurve nach der Start und Zielgeraden ohne Blessuren zu durchfahren.

Weiter an der Mercedes-Tribüne vorbei schießen wir mit weit mehr als 200 km/h hinunter in die Mühlenbach-Kehre. Anbremsen bis die Scheiben glühen und dann mit dem vehementen Drehmoment von 680 Nm hoch in Richtung Schumacher-S. Die nachfolgende Links-Rechts-Kombination hinunter auf die Gegengerade nutzen wir, um Geschwindigkeit aufzubauen. Die wir kurz vor der Schikane wieder reduzieren müssen. Die leicht zumachende Rechts auf die Start-Ziel muss sauber gefahren werden, damit genügend Speed für eine gute Rundenzeit vorhanden ist.Ranger Rover SVR | Fanaticar Magazin

Solcherart unterwegs, ist es kein Wunder, dass der SVR die Nordschleife des Nürburgrings innerhalb von 8 Minuten und 14 Sekunden absolviert hat. Dank der 405 kW (550 PS) und dem angepassten Achtgang-Automatikgetriebe, dessen Schaltzeiten um 50 Prozent schneller sind, als beim regulären Getriebe. Aber nicht nur die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h sind entscheidende Faktoren. Es geht auch darum, die Masse der mehr als 2,3 Tonnen vernünftig und vor allem zügig abzubremsen. Dafür sind blau lackierte Sechs-Kolben-Bremssättel vom italienischen Bremsenspezialisten Brembo unter den riesigen 22-Zöllern montiert.

Fazit

Boliden unter sich. Die Katzenfamilie durchwegs sportlich, der Range eine Fahrmaschine mit 2,3 Tonnen und brutaler Leistung. Beide können Rennstrecke. Der F-Type aufgrund seiner Gene natürlich weit besser. Aber auch der Range Rover Sport SVR sollte nicht unterschätzt werden. Zwei Mitbewerber aus Süddeutschland können sich schon mal zum Gefecht bereitmachen. Der Brite wird in jedem Fall genügend Zunder besitzen um AMG und M im Zaum zu halten. (ds)
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Technische Daten: Range Rover Sport SVR

Motor: 8-Zylinder-Benziner
Getriebe: Achtgang-Automatik
Hubraum: 4.999,7 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 405 kW (550 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 680 Nm bei 3.500 – 4.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.872/2.018/1.780 in mm
Radstand: 2.923 in mm
Leergewicht: 2.333 kg
Zul. Gesamtgewicht: 3.000 kg
Kofferrauminhalt: 784 – 1.761 l
Bereifung: 275/45 R 21 vorne, 295/40 R 22 hinten
Felgen: 9 ½ x 20 vorne, 10 x 22 hinten Leichtmetall
Beschleunigung: 4,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h
Tankinhalt: 105 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 13,2 l auf 100 km
Preis: 126.400 Euro inkl. MwSt.Jag_F_Type_AWD_05-15_8431 JLR-Nürburgring_I4A4507 JLR_Nürburg_5840a JLR-Nürburgring_I4A4387 _I4A4290 DSC_8903fb DSC_8910 _I4A4248 Jaguar F-Type AWD | Fanaticar Magazin