75 Jahre Jeep | Fanaticar MagazinDie Legenden um die Namensgebung des ultimativen Geländewagens sind vielfältig. Die wohl glaubhafteste geht auf eine Figur aus den Comics von Popeye aus dem Jahr 1936 zurück. Eugene the Jeep, ein liebenswürdiges gelbes Wesen, konnte in die vierte Dimension reisen und dadurch jederzeit und überall zur Hilfe eilen. Die einzigen Laute, die er von sich gab, waren „jeep, jeep“.Als am 19. Februar 1941 die ersten Prototypen am Fuß des Kapitols in Washington des für die US Army konstruierten Geländewagens von Willys-Overland der Presse vorgestellt wurden, antwortete einer der Testfahrer auf die Frage einer Journalistin der Washington Times, wie das Auto denn hieße: „You can call it a Jeep“.75 Jahre Jeep | Fanaticar Magazin

Eine weitere Erklärung ist die in den USA übliche umgangssprachliche Bezeichnung „Jeep“ für eine Art Tausendsassa, eine Person, die immer da ist, wenn man sie braucht. Was aber unserem kleinen Kumpel Eugene the Jeep wieder reichlich nahe kommt.

Um einem Irrtum vorzubeugen, GP ist keine Abkürzung der US Army für „General Purpose“, auch wenn in der englischen Lautsprache aus GP „Jeep“ entsteht. GP war dagegen eine interne Bezeichnung von Ford, die bei der Auftragsproduktion des Jeep den Buchstaben „G“ als Abkürzung für „government contract“ und das „P“ für den Code des 80 inch betragenden Radstands benutzte.75 Jahre Jeep | Fanaticar Magazin

Heute ist der Name Jeep das Synonym für geländegängige Fahrzeuge und eine echte Erfolgsgeschichte mit wechselnden Eigentümern. Die nun zu Fiat Chrysler Automobiles gehörende Marke erzielte 2015 mit mehr als 1,2 Millionen verkaufter Fahrzeuge das bis dato beste Ergebnis. Doch zurück zur Geschichte des Ur-Jeeps, dem Willy MA bzw. MB. Entwickelt und gebaut in Toledo, Ohio, dem bereits 1941 existierenden Produktionsstandort, an dem die Marke noch heute ansässig ist.

Aber halt. Nicht nur Willys-Overland produzierte zwischen 1941 bis zum Kriegsende 1945 den Jeep. Auch Ford „musste“ ran und baute neben den 368.000 Fahrzeugen aus Toledo weitere 277.000 Exemplare. Da Willys klar war, dass der Krieg nicht ewig dauern würde, lief bereits 1945 der Jeep CJ-2A vom Band. Das „C“ stand und steht für „Civilian“, also die zivile Version, im Gegensatz zum „M“ für die Militär-Fahrzeuge.75 Jahre Jeep | Fanaticar Magazin

Die Bezeichnung „CJ“ für die klassischen Jeeps wurde bis zum CJ7 bzw. CJ8 Scrambler bis 1986 geführt. Für viele Enthusiasten der Marke ist der von 1955 bis 1983 gebaute CJ-5 bzw. der CJ-6 mit längerem Radstand (1956 bis 1975) der Maßstab eines archaischen Jeeps. Über 30 Jahre lang wurden mehr als 600.000 Exemplare des CJ-5 mit seinem Radstand von 205 Zentimetern produziert. Wichtiger Unterschied zum Vorgänger CJ-3B war außerdem, dass von nun an der Schriftzug „Jeep“ an den Motorhaubenseiten den Namen „Willys“ ersetzte. Der CJ-5 ist bis heute in jedem Jeep Wrangler erkennbar.

1987 wurde, vor allem aufgrund eines gesteigerten Komfortbedürfnisses der Kunden, dieser Wrangler legitimer Nachfolger der CJ-Reihe. Obwohl sich die erste Baureihe optisch noch sehr nahe an dem CJ-7 orientierte, war die Mechanik zumeist dem Cherokee entliehen. Heute ist der Wrangler weiterhin das Urgestein innerhalb der Produktpalette und als Unlimited seit 2007 zudem auch mit vier Türen zu bekommen.

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Jeep Wagoneer

Ein besonders witziges Gefährt war der von 1948 bis 1951 gebaute Jeepster. Ein mehrsitziges offenes Gefährt mit seitlichen Folienvorhängen, anstatt der damals üblichen Kurbelfenster. Damals wie heute ein Hingucker und noch in diesem Jahr sehen wir ein ähnliches Spaß-SUV, gnadenlos von einem englischen Geländewagenhersteller kopiert.

Der 1946 auf den Markt eingeführte Station Wagon, eine Art Kombi mit geschlossener Stahlkarosse darf dagegen mit Fug und Recht behaupten, der Ur-Vater sämtlicher SUV zu sein. Bis 1965 gebaut, wurde er ab 1949 auch mit Allradantrieb angeboten, war er für seine Zeit ein durchaus komfortables Gefährt.

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Jeep Grand Cherokee

Komfort wird auch in den Baureihen Cherokee und Grand Cherokee großgeschrieben. Begonnen hat die große Zeit der auf Bequemlichkeit ausgelegten SUV 1963 mit dem Jeep Wagoneer. Die beiden nach einem Indianer-Stamm benannten Modelle markierten auch 2015 wieder Platz 1 und 2 der Hitliste bei Jeep. So partizipiert der Trendsetter und faktisch Erfinder des Ur-Geländewagens noch heute von seiner lang gehegten Tradition. (ds)

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Jeep Cherokee Chief 1977

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Jeep Willy

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Jeep Willy

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Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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