2016 Ford Mustang GT | Fanaticar Magazin

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Die erste Ausfahrt im Sommer des vergangenen Jahres war verdammt kurz. Ein Mustang will länger geritten werden, als nur ein paar Stunden. Zwei Wochen sind da schon eher angemessen. Kaum vergeht aber ein knappes Jahr, zogen die Ford-Leute in Deutschland die damals noch extrem günstigen Preise der Mustang-Familie deutlich nach oben. Durch die Bank erfolgte eine Erhöhung um 3.000 Euro, sodass unser Testwagen, der GT Fastback mit V8 und 310 kW (421 PS) mittlerweile 43.000 Euro kostet. Immer noch ein Schnäppchen für ein solches Kaliber an Sportwagen.

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Form und Funktion

Das Geburtsjahr des Ford Mustang ist 1964. Damals begründete der Sportwagen ein neues Segment in der automobilen Welt. Im Falle des Mustangs, Pony Car oder auch Muscle Car genannt. In der Folge schlossen sich Chevrolet mit dem Camaro und Dodge mit dem Challenger an. So ist das auch noch heute, wobei uns der Challenger in Deutschland offiziell verwehrt ist.

Die aktuelle Generation des Mustangs orientiert sich klar an die 1960er Jahre. Besonders hervorgehoben ist dies durch die Rücklichter, dessen Dreiteilung dies eindeutig widerspiegelt. Der gestreckte und maskuline Body wird von weit ausgestellten hinteren Kotflügeln geprägt, die Front von einem in die Breite gezogenen Kühlergrill, in dessen Mitte der Mustang reitet.

Mit viel Liebe zum Detail ist nun auch das Interieur auf nahezu europäischem Wertempfinden angekommen. Es ist zwar nicht alles Leder, was so aussieht, fühlt sich aber fast so an. Klar ablesbare Instrumente und die Konzentration der Bedienung für die meisten Funktionen auf den Touchscreen zeugt von guter Ergonomie.

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Fahrverhalten

Einzelradaufhängung, mechanische Sperre und vier elektronisch justierbare Fahrmodi (Normal, Sport, Gelände und Schnee/Nässe) sind ein gutes Gesamtpaket um den neuen Mustang fliegen zu lassen. Wobei der Terminus Gelände nicht zielführend ist. Es sollte eher Track oder Rennstrecke heißen, denn in diesem Modus ist das ESP nicht mehr aktiv.

Kommt das Heck in den anderen Modi vor allem bei feuchten oder gar nassen Verhältnissen schon extrem schnell in eine Querlage, ist es ohne ESP nur von absoluten Kennern der Materie wieder einzufangen. So empfiehlt sich, allein schon aus dem Aspekt der Sicherheit, bei Regen, Nässe und Schnee immer den Modus Schnee/Nässe zu wählen.

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Auf abgesperrtem Gelände ist der Spaß Donuts zu drehen und die teuren Reifen weg zu schmirgeln riesengroß. Sind die in der Erstausstattung montierten Pirellis dann nahezu profillos, sollte man sich Gedanken über Pneus machen, die bei feuchtem Untergrund besseren Grip bieten.

Nach dem Druck auf den Starterknopf, der Mustang gewährt schlüssellosen Zugang, rumort unter der voluminösen Haube der 5-Liter-V8. Tiefes Grummeln aus acht Töpfen, deren Stimmen sich nie erheben oder gar schrill klingen. Betont bassig ausgelegt, benimmt sich der Mustang durchaus zurückhaltend.

Ford hat es zudem geschafft, den Durst des Mustangs auf ein adäquates Maß einzudampfen. Die Spreizung zwischen knapp unter 12 und gut 17 Litern während unserer 14-tägigen Testphase ist für ein 421-PS-Triebwerk und knapp 1,8 Tonnen Leergewicht absolut legitim. Im Schnitt kamen wir auf 12,8 Liter und somit 0,7 Liter weniger, als Ford als Durchschnitt angibt.

Handgeschaltet mag es der Mustang gerne härter. Die Gänge hakeln ein wenig, Präzision ist angesagt, um immer den richtigen Kanal zu treffen. Für einen Sportler alter Schule ist dieses Verhalten durchaus okay und wer es komfortabler mag, kann auf das Automatik-Getriebe zurückgreifen, das mit einem Durchschnittsverbrauch von 12 Litern zudem sparen hilft.

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Ausstattung

Zwei Dinge braucht es, um den Mustang GT so auszustatten wie unseren Testwagen. Metallic-Lackierung und Premium-Paket. Vielleicht drei, wenn einem die manuelle Schalterei zu lästig ist. Die Automatik mit ebenfalls sechs Gängen wie das Schaltwerk und 2.000 Euro teuer. Das Silber-Metallic kostet 700 Euro Aufpreis. Das empfehlenswerte Premium-Paket in der Version I mit silbernen 19-Zöllern aus Leichtmetall liegt bei 2.500 Euro, mit schwarzen Felgen sind es 250 Euro weniger.

In beiden Paketen sind ein Navigationssystem, 12 Lautsprecher, höherwertigeres Leder, beheiz- und kühlbare Vordersitze, Einparkhilfe hinten sowie ein mit Kunstleder überzogenes Armaturenbrett enthalten. Nicht kühlbar sind für den Fastback zudem Recaro-Leder-Sportsitze für 1.800 Euro bestellbar.

Ford Sync 3 ist das Kernelement der Fahrzeugsteuerung über den 20,3 cm großen Touchscreen. Egal ob per Finger oder Sprache, die Eingabe von Befehlen erfolgt intuitiv, zügig und mit hoher Präzision. Über Ford Sync 3 lassen sich Audio-, Telefon,- Navigation sowie die Klimaanlage bedienen. Zudem ist über AppLink die Ansteuerung ausgewählter Apps vom eigenen Smartphone möglich.

Bei 38.000 fängt es mit dem Vierzylinder als Fastback an. Das Genuss des offenen Fahrens ist für 4.000 Euro mehr zu bekommen. Der Mustang GT liegt geschlossen bei 43.000 Euro, im zu öffnenden Zustand bei 47.000 Euro. Die bereits erwähnte sechsstufige Automatik kostet 2.000 Euro und ist für beide Motorisierungen erhältlich.

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Fazit

Günstig und megacool. Selbst nach der gnadenlosen Preiserhöhung muss der Mustang im Moment keinen Gegner fürchten. Das sollte Ford noch ausnutzen, denn in kurzer Zeit schiebt Chevrolet den neuen Camaro auf den europäischen Markt. Ebenfalls als V8 oder Vierzylinder-Turbo zu bekommen. Und auch als Coupé und Cabrio.

Ähnlich eingepreist und damit der einzige im Feld dieser Sportwagen, der dem Mustang gefährlich werden kann. Die anderen sind aber weit abgeschlagen und können trotz ihrer verwendeten Kürzel in den Typbezeichungen ein amerikanisches Muscle-Car mit seinem Coolness-Faktor nicht an den Karren fahren. (ds)

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Technische Daten: Ford Mustang GT Fastback

Motor: V8-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 4.951 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 310 kW (421 PS)/7.500
Max. Drehmoment: 524 Nm bei 4.250 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.784/1.916/1.381 in mm
Radstand: 2.720 in mm
Leergewicht: 1.732 kg
Zul. Gesamtgewicht: n.n.
Kofferrauminhalt: 408 l
Bereifung: 255/40 R 19 vorne, 275/40 R 19 hinten
Felgen: 9 x 19? vorne, 9,5 x 19? hinten Alu-Schmiederäder
Beschleunigung: 4,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Tankinhalt: 61 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,5 Liter auf 100 km

Preis: 43.000 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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