2016 Seat Leon Cupra 290 | Fanaticar Magazin

2016 Seat Leon Cupra 290

Nahezu jedes Jahr schrauben die Ingenieure von Seat in Martorell die Leistung des 2-Liter-TSI höher und höher. Angefangen hat es beim Leon Cupra vor 14 Jahren bei 150 kW (204 PS). Nun sind wir in der Spitze bei 213 kW (290 PS) angelangt. Deutlich mehr als beim Golf GTI und beim Skoda Octavia RS. Ein bisschen weniger als beim Golf R und dem Audi S3. Unter deren Haube immer das gleiche Herz schlägt. Das übrigens locker auch 400 PS verträgt und das nicht nur im Motorsport.

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Form und Funktion

Der Traum eines gewissen Herrn Piech ist Schall und Rauch geworden. Alfa Romeo sollte das Portfolio seiner Ansicht nach sportlich erweitern. Nun ist es weiter an den Spaniern, die sportlich-eleganten Gene innerhalb des Konzerns zu verkörpern. Was mit dem Leon seit vielen Jahren gut umgesetzt wird. Für den Cupra gilt eine noch deutlichere Akzentuierung, die mittels Dachkantenspoiler und 19 Zoll große Leichtmetallräder deutlich zu sehen ist.

Ein Blick in das Fahrzeuginnere zeigt, wessen Geistes Bruder der Leon ist. Bestens aufgeräumt und ergonomisch orientiert. Das kann in dieser Perfektion nur ein Fahrzeug aus dem großen Volkswagen-Konzern sein. Zum Thema Cupra passend, die Sportsitze sowie das unten abgeflachte Multifunktions-Lederlenkrad.

Der sportliche Auftritt kann, wie im Falle unseres Testwagens, mit der sogenannten Orange Line getoppt werden. Dem Cup-Racer ähnlich, sind die Außenspiegelkappen, die Umrandung des Kühlergrills sowie Teile der zweifarbigen Aluräder in knalligem Orange lackiert. Ein wenig dezenter geht es mit der Black Line oder der White Line.

Neben der von uns gefahrenen fünftürigen Variante ist der Cupra 290 zudem in den Varianten ST und SC zu bekommen. Mit dem Kombi ST werden Lastentransporte geschwind umgesetzt, das Coupé SC entspricht dem sportlichen Charakter noch eindeutiger.

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Fahrverhalten

Wir haben es krachen lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mit 290 PS an der Vorderachse und 350 Nm an Drehmoment hat die Antriebselektronik reichlich zu tun. Bei den oftmals regennassen Straßen im Juni 2016 regelte das System krachend bis hoch in den dritten Gang. Es geht natürlich auch sachte, wenn die Leistung nicht voll gefordert wird.

Aber für was sind dann 290 PS an Vortrieb gut? Die sich übrigens auch auf feuchten Landstraßen gut beherrschen lassen. Schließlich bringt der Leon Cupra erstens die Fahrwerksregelung Dynamic Chassis Control DCC, zweitens eine mechanische Differenzialsperre und drittens die Progressivlenkung mit. Letztgenannte vermittelt ein präzises und sehr direktes Lenkverhalten, dass vor allem in engen Kurven das Handling des Cupra deutlich vereinfacht.

Dazu kommt das deutlich weiter ausgelegte ESP, das sich zweistufig komplett abschalten lässt. Mit dem Cupra Drive Profile können die Modi Comfort, Sport, Cupra und Individual gewählt werden. Wir waren nahezu immer im Modus Cupra unterwegs, der härteren Gangart wegen.

Trotz der häufigen Ausnutzung der kompletten Leistung des Leon Cupra kamen wir handgeschaltet auf einen Testverbrauch von deutlich unter 9 Litern. Schon ein Stückchen weg von den 6,7 Litern, die Seat als Durchschnitt angibt. Bewegt man den Cupra aber tagtäglich und kann nicht immer auf die Tube drücken, erscheint die Erreichung dieses Wertes absolut realistisch.

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2016 Seat Leon Cupra 290

Ausstattung

33.720 Euro vs. 31.920 Euro. Diese 1.800 Euro trennen die von uns gefahrene 290-PS-Variante von der mit 265 PS. Neben dem Mehr an Leistung sind anstatt 18-Zöllern mit 225ern, 19-Zöller mit 235ern montiert sowie die rot lackierten Bremssättel mit dem Cupra-Schriftzug versehen.

Die weitere Serienumfänge für beide Varianten des Cupra lassen nahezu keine Wünsche offen. Geleuchtet wird aus Voll-LED-Scheinwerfern, LED sind auch für die Ausleuchtung des Innenraums montiert. Zudem kommen die bereits genannten Fahreinstellungen sowie die Sportsitze und das Lederlenkrad.

Unser Testwagen war zudem mit dem Navigationssystem Plus für 1.145 Euro aufgewertet. Die bereits erwähnte Orange Line schlägt mit weiteren 250 Euro zu Buche. DAB+, genauso empfehlenswert wie das Navi, kostet 210 Euro und die Einparksensoren vorne und hinten sind für weitere 500 Euro zu bekommen.

Fünf spezielle Performance-Pakete von 2.530 bis zu 4.620 Euro lassen den den Seat Leon Cupra 290 bis kurz vor ein Wettbewerbsauto der neuen Tourenwagen-Rennserie TCR mutieren. Letztgenanntes Paket beinhaltet unter anderem 4-Kolben-High-Performance-Bremsen von Brembo, Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen, sowie den Verzicht auf Komfort-Features wie die Climatronic, die Mittelkonsole und die hinteren Luftausströmer, das Ablagefach unter dem Beifahrersitz sowie vier Lautsprecher.

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2016 Seat Leon Cupra 290

Fazit

Der Leon Seat Cupra 290 ist ein Gute-Laune-Auto. Bei zurückhaltender Fahrweise im Verhältnis zur Leistung durchaus sparsam zu nennen und viel Raum bietend. Ja, unser Maßstab, das Rennrad, passt bei umgeklappter Rücksitzbank problemlos hinein. Dazu eine gute Verarbeitungsqualität und ebenfalls in Bezug auf Leistung und Ausstattung, ein günstiger Preis. Mal sehen, ob Seat die Leistung noch höher schraubt. Wobei die 290 PS mehr als angemessen sind. (ds)

2016 Seat Leon Cupra 290 | Fanaticar MagazinTechnische Daten: Seat Leon Cupra 290

Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 213 kW (290 PS)/5.900 – 6.400
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.700 – 5.800 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.370/1.816/1.459 in mm
Radstand: 2.636 in mm
Leergewicht: 1.395 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.910 kg
Kofferrauminhalt: 380 – 1.210 l
Bereifung: 235/35 R 19
Felgen: 8 x 19? Leichtmetall
Beschleunigung: 5,89Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Tankinhalt: 50 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,7 l auf 100 km
Preis: 33.720 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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