Skoda Octavia RS 230 | Fanaticar Magazin

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Es mutet ein bisschen seltsam an, dass der GTI aus dem Mutterhaus in der Clubsport-Variante 265 PS auf die Vorderräder stemmen darf und der Leon aus dem spanischen Matorell sogar 290. Brav wie der Soldat Schwejk muss sich der Vertreter aus dem tschechischen Mladá Boleslav in der Top-Variante mit nur 230 Pferdchen begnügen. Was dem Fahrspaß, der perfekten Nutzbarkeit und dem sportlichen Auftritt des Skoda Octavia RS 230 aber ganz und gar nicht eintrübt.

Skoda Octavia RS 230 | Fanaticar Magazin

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Form und Funktion

Deutschland ist nach wie vor ein Land mit vielen Kombi-Liebhabern. Vernachlässigt werden dabei formschöne Limousinen wie ein Skoda Octavia. Den es natürlich auch als Combi zu kaufen gibt. Dennoch haben wir uns für den 14-tägigen Textzyklus für die Limousine entschieden. Weil sie nahezu die gleichen Vorteile wie der Combi bietet.

Unter der hochaufschwingenden Heckklappe verbirgt sich Platz ohne Ende. Das Volumen reicht von sagenhaften 590 bis zu nahezu unglaublichen 1.580 Litern. Welches andere Automobil aus diesem Segment kann da schon mithalten? Gleiches gilt für die Fülle an “Simply clever-Lösungen”, mit den Skoda so manchem Mitbewerber die lange Nase zeigt.

So einfache Dinge wie der obligatorische Eiskratzer in der Tankklappe oder die die beiden Klapphaken zum Aufhängen von Einkaufstaschen im Kofferraum. In dem natürlich unser Rennrad oder sogar auch ein Mountainbike problemlos Platz finden. Zudem finden bis zu acht Flaschen mit 0,5 Litern und davon zwei sogar mit 1,5 Litern Volumen ihren Stauraum.

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Fahrverhalten

Der 2-Liter-Turbo-Benziner deckt innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine riesige Palette an Automobilen ab. Mit seinen 230 PS ist der Skoda Octavia RS 230 am unteren Ende der Fahnenstange postiert. Dennoch erreicht der tschechische Racer eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der 1.445 kg schwere Octavia RS 230 in 6,7 Sekunden.

Trotz der elektrohydraulischen Vorderachs-Sperre (VAQ) zerren die Antriebskräfte vor allem bei feuchtem Untergrund reichlich heftig und bringen damit das ESP zum rattern. Bei schnellen Kurvenfahrten spielt VAQ dagegen seine Stärken gut aus indem bis zu 100 Prozent der Antriebskraft auf das kurvenäußere Vorderrad übertragen werden.

Der Mix macht es. Stadtverkehr kombiniert mit Landstraßen und auf Anschlag gefahrenen Autobahnkilometern. Daraus resultierte ein Durchschnittsverbrauch von 8 Litern auf 100 km. Das Fahrwerk hielt jeglicher Geschwindigkeit perfekt stand. Der herausragende Federungskomfort ist nicht als Kompromiss zu verstehen, sondern ist trotz aller Sportlichkeit absolut langstreckentauglich und schont zudem die Bandscheibe.

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Ausstattung

Skoda bezeichnet den Octavia RS 230 als Sonderedition. Allerdings ohne bisher bekannte Limitierung. Die Limousine ist ab 33.490 Euro erhältlich, der Combi kostet 34.150 Euro. Damit ist der RS230 um 2.800 Euro teurer als der “normale” RS mit 220 PS. Neben den 10 PS an Mehrleistung rollt der RS 230 auf 19 Zoll großen und schwarz lackierten und glanzgedrehten Leichtmetallfelgen zu seinen Kunden.

Besonders erwähnenswert ist das neue Navigationssystem namens Columbus. Dessen Bildschirm reagiert berührungslos mit seiner Näherungs-Sensorik. 8 Zoll groß kostet es im Ausstattungspaket Business 1.930 Euro. Mit dabei im Paket ist Bluetooth und der digitale Radiostandard DAB+ sowie eine Phonebox, die mit dem gekoppelten Mobiltelefon eine Verbindung zur Außenantenne herstellt.

Eine Zweizonen-Klimaautomatik ist an Bord, zudem BiXenon-Scheinwerfer und, fast schon selbstverständlich, sämtliche im Moment verfügbare Sicherheitssysteme. Innen dominiert sportliches Schwarz. Die Türgriffe in den vorderen Innentüren sind beleuchtet und vorne sind Sportsitze im RS-Design eingebaut. Wahlweise in Stoff-Leder-Kombination oder in Vollleder, verziert mit roten oder grauen Nähten.

Das griffige 3-Speichen-Lenkrad ist ebenso wie der Schalthebel-Knauf und der Handbremsen-Griff in Leder gehüllt. Türeinstiegsleisten und Fußpedale sind aus Edelstahl. Das Kombi-Instrument mit dem farbigem Maxi DOT Display darf im eigenen RS-Design erstrahlen. Dazu tragen Lenkrad, Schalthebel, Einstiegsleisten, Sitze und Fußmatten das RS-Emblem.

Ob es das  manuelle Sechsgang-Schaltung wie in unserem Testwagen oder das Doppelkupplungsgetriebe DSG sein soll? Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und eine Mehrinvestition von 1.800 Euro. Die bequemere Art der Fortbewegung ermöglicht das DSG, das den Gangwechsel auch über die Schaltpaddels am Lenkrad ermöglicht.

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Fazit

Er mag ein bisschen schwächer motorisiert sein. Der brave Soldat Schwejk aus Böhmen. In vielen Details ist er dafür stärker als seine vorwitzigen Konzerngeschwister. Mit Simply clever beispielsweise und dem vielen Raum in der Fahrgastzelle und dem Kofferabteil. Der Skoda Octavia RS 230 bringt zudem die Dosis Understatement mit sich, die mancherorts nützlich sein mag. Es sind die Stärken im Detail, die diesen Skoda so interessant machen. (ds)

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Technische Daten: Skoda Octavia RS 230 Limousine

Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 162 kW (220 PS)/4.500 – 6.200
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.500 – 4.400 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.685/1.814/1.452 in mm
Radstand: 2.680 in mm
Leergewicht: 1.445 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.958 kg
Kofferrauminhalt: 590 – 1.580 l
Bereifung: 225/40 R 18
Felgen: 7,5 x 18 Leichtmetall
Beschleunigung: 6,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 244 km/h
Tankinhalt: 50 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,2 l auf 100 km
Preis: 33.490 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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