Toyota Proace Verso | Fanaticar Magazin

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Der Markt der Transporter und Kleinbussen bis zu neun Sitzplätzen ist fest in deutscher Hand. Volkswagen ist mit dem T6 ganz weit vorne, gefolgt von der V-Klasse aus Stuttgart. Diese Phalanx gilt es aufzumischen und Toyota hat mit dem neuen Proace gute Chancen ein wenig für Unruhe zu sorgen. Das Angebot des neuen Toyota Proace reicht vom Kastenwagen über die Doppelkabine und den Combi bis hin zum Bus mit einer luxuriösen Executive-Ausstattung.

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Form und Funktion

In unserem ersten Fahrbericht wollen wir uns in erster Linie dem Toyota Proace Verso widmen. Vorher schauen wir uns kurz das umfangreiche Angebot der Transporterlösungen an. Für alle neuen Toyota Proace werden die Karosserievarianten compact, L1 und L2 angeboten. Die kompakte Version ist 4.609 mm lang und verfügt über einen Radstand von 2.925 mm. Das Ladevolumen reicht von 4,6 bis 5,1 m³, respektive finden bis zu neun Passagiere Platz.

Bei der mittleren Ausführung L1 verlängert sich der Toyota Proace auf 4.959 mm, der Radstand beträgt dann 3.275 mm. Mit dem identischen Radstand wächst die Langversion L2 auf 5.309 mm. Der dadurch entstehende Überhang wirkt sich dabei positiv auf das Ladevolumen aus, der bis auf 6,6 m³ ansteigt.

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Kastenwagen. Doppelkabine, Combi und Fahrgestell. Dazu zwei Ausstattungsoptionen namens Basis und Comfort. Besondere Highlights sind die optional elektrisch zu bedienenden Schiebetüren, drei Frontsitze sowie das Toyota Smart Cargo System.

Mit diesem System besteht eine Durchlademöglichkeit in der Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum. Die Ladelänge wächst dadurch um 1.160 mm und das Volumen steigt um 0,5 m³. Preislich bewegt sich die Toyota Proace Familie in diesem Segment zwischen 20.900 und 32.670 Euro. Ohne Mehrwertsteuer versteht sich, da diese Fahrzeugkategorie normalerweise von Handwerk und Handel gekauft wird.

Mit dem Toyota Proace Verso möchte Toyota Kleinfamilien, Shuttledienste und Taxiunternehmer ansprechen. Ganz im Zeichen des VW Busses setzt der Verso auf Komfort und viel Raum. Der mit dem Höchstwert von fünf Sternen beim Euro NCAP Crashtest ausgezeichnete Toyota Proace Verso setzt auf dabei auf kompakte Ausmaße und hohe Verarbeitungsqualität.

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Ausstattung

Springen wir gleich in das Kapitel Ausstattung und packen die Fahreindrücke nach hinten. Shuttle, Family und VIP genannt, bewegen sich die Preise zwischen 35.300 bis 53.755 Euro, nun mit Mehrwertsteuer! Standard für alle Proace Verso sind die beiden seitlichen Schiebetüren und die oben angeschlagene Heckklappe.

Ab der Version Family sind die Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert, der untere Lufteinlass mit einer Chromumrandung versehen, Nebelscheinwerfer verbaut und die Heckscheibe separat zu öffnen. Während für Shuttle und Family alle Karosserielängen verfügbar sind, stehen für die Topausstattung VIP nur Medium und Lang zur Verfügung.

Die Variante Shuttle ist bewusst einfacher gehalten, um die Bedürfnisse gewerblicher Nutzung besser darzustellen. Zum Umfang zählen ein mit Gummi verkleideter Boden plus Fußmatten sowie pflegeleichte und robuste Textilbezüge.

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Nomen est omen wendet sich die Ausstattung des Family bewusst an Familien und freizeitorientierte Nutzer. Der Achtsitzer verfügt über zwei Einzelsitze für Fahrer und Beifahrer, die verschiebbar und herausnehmbar sind. Die zweite und dritte Sitzreihe ist im Verhältnis 60:40 teilbar und alle sechs Sitzplätze sind mit dem Isofix-System für Kindersitze ausgestattet.

Mit dem VIP-Paket bildet der Proace gehobenes Ambiente ab. Die hinteren fünf Sitze sind dreh- und herausnehmbar. In der Mitte kann ein Tisch für Konferenzen ausgeklappt werden und die hinteren Scheiben sind dunkler getönt.

Mit ein paar wenigen Ausstattungsoptionen kann der Toyota Proace Verso weiter aufgewertet werden. Für den Family unter anderem die elektrischen Schiebetüren mit Öffnungssensor für 1.200 Euro und das Panoramadach für 900 Euro. Beide Features sind für die Executive-Variante im Serienumfang erhalten.

Mehr Sicherheit verspricht Toyota Safety Sense für 1.200 Euro. Darin enthalten sind der Kollisions-Warner, der autonome Notbrems-, der Totwinkel-, der Spurhalte-, der Fahrer-Aufmerksamkeits- der Verkehrszeichen- sowie der Geschwindigkeits-Assistent. Außerdem noch adaptive Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistenten.

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Fahrverhalten

Bei unseren ersten Testfahrten Anfang September in Köln, stand uns ein Toyota Proace Verso mit dem 2-Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS) zur Verfügung. Insgesamt stehen für die gesamte Baureihe der Proace-Familie zwei 1,6-Liter-Selbstzünder mit 70 kW (95 PS) und 85 kW (115 PS) sowie zwei 2-Liter zur Wahl. Der stärkste Proace leistet 130 kW (177 PS) und für die Transporter-Varianten wird noch ein 122 PS starker 2-Liter angeboten.

Sämtliche Motoren stammen vom französischen Kooperationspartner PSA. Dieser ist mit dem Citroen Jumpy und dem Peugeot Expert am Markt unterwegs und bietet ähnliche Konfigurationen wie Toyota mit seinem Proace an. Die 1,6-Liter-Triebwerke sind entweder mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe oder einem automatisierten Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Der 150-PS-Diesel verfügt über eine manuelle Schaltung mit sechs Stufen, der 177-PS-Selbstzünder über eine Sechsgang-Automatik.

Auf unserer Fahrt durch Köln und die nähere Umgebung überzeugte der Toyota Proace Verso mit einer guten Performance. Laut Werksangaben soll diese Variante in 11 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sprinten, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Die Verbrauchswerte gibt Toyota mit 5,5 Litern auf 100 km an.

Fazit
Das französisch-japanische Joint-Venture erfuhr mit der aktuellen Generation größere Einflüsse aus dem Fernen Osten. In der Entwicklungsphase der neuen Transporter- und Kleinbus-Versionen waren deutlich mehr Ingenieure von Toyota involviert als noch beim Vorgänger. Der hohe Qualitätsanspruch des japanischen Unternehmens spiegelt sich daher deutlich wider. Gute Voraussetzungen für einen Markterfolg des Toyota Proace. (ds)

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Technische Daten: Toyota Proace Verso Family Comfort L1

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.997 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 110 kW (150 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 370 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.956/1.920/1.890 in mm
Radstand: 3.275 in mm
Leergewicht: 2.152 kg
Zul. Gesamtgewicht: 3.100 kg
Kofferrauminhalt: 603 – 2.381 l
Bereifung: 225/55 R17
Felgen: 7 x 17? Leichtmetall
Beschleunigung: 11 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Tankinhalt: 69 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,5 l auf 100 km
Preis: 42.000 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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