2016 Renault Clio R.S. | Fanaticar Magazin

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Ob wir wohl Freunde werden? Renault kastrierte den wunderbaren Clio R.S. wegen des verdammten Downsizing und CO2-Wahn und baute der Rennsemmel einen 1,6-Liter-Turbo ein. Nahezu gleich stark zwar mit 147 kW (200 PS) gegenüber seinem frechen Vorgänger mit einem Pferdchen mehr unter der Haube, dennoch ganz anders und irgendwie braver. Vor dem Facelift, das im September 2016 bei den Händlern steht, ein besonderer Tipp: Dieser Clio R.S. ist besonders günstig. Warum, steht im Fahrbericht.

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Form und Funktion

Aussehen tut er ja wie ein Auto mit zwei Türen. Ätsch, er hat zwei mehr. Sieht man auf den ersten Blick nicht, weil der Türöffner in der der C-Säule versteckt ist. Also noch ne Sache, um die wir uns Sorgen machen müssen. Denn der letzte Clio mit dem 2-Liter-Sauger, mit dem wir 2012 um die Ecken geblasen sind, war noch ein echter Kleinwagen.

Dafür ist der neue Clio eine echt praktische Karre. Die unserer geneigten Lesern bekannte Referenz, das Rennrad, passt ohne Demontage hinein. Knapp zwar, aber es geht. Das Interieur prunkt an allen Ecken mit roten Applikationen. Dazu gehören die Nähte an den Sitzen und die des Lenkrads, die Ränder der Fußmatten sowie die Einfassungen der Lüftungsdüsen und der Schaltknüppels.

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Das Cockpit ist ein Mix aus französischer Avantgarde mit Digital- aber auch Analoganzeigen. Mittig sitzt der Touchscreen, der vielfache Funktionen beinhaltet. Beispielsweise den 290 Euro teuren Renault Sport Monitor. Aus dem Rennsport adaptiert werden Telemetrie-Daten wie Rundenzeiten auf Rennstrecken, Leistungsdiagramme sowie Ergebnisse diverser Einsätze abgelesen und auf einem USB-Stick abgespeichert werden.

Gehört zwar ins Kapitel „Ausstattung“, passt aber ganz gut zum Thema. Das Online-Infotainmentsystem R-Link Evolution, will heißen die Navi-Einheit von TomTom, DAB+, Bluetooth für regulär 690 Euro sollte gleich kombiniert als R-Link & Klima-Paket (Zweizonen-Klimaautomatik) für 890 Euro gewählt werden.

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Fahrverhalten

Mit 200 PS ist der Clio R.S. mittlerweile das schwächste Modell der kompakten Clio-Familie. Der Trophy, 162 kW (220 PS) stark, wartet mit 20 Nm mehr an Drehmoment auf, 260 vs. 280 auf. Der CLIO R.S.16 darf mit den 201 kW (273 PS) aus dem 2-Liter-Turbo des Mégane R.S. schwarze Streifen in den Asphalt schnitzen. Im Gegensatz zu den 1,6-Liter-Motoren wird dieser Racer mittels eines manuellen Sechsgang-Getriebes um die Ecken gescheucht.

Leider ist solch ein manuelles Rühren im Getriebe des 1,6-Liters nicht möglich. Ausschließlich mit dem von Renault entwickelten Doppelkupplungsgetriebe EDC schaltbar, ist die Fortbewegung im Normal-Modus manchmal etwas unmotiviert zu nennen. Die Schaltvorgänge waren uns zu unharmonisch, sodass wir den Clio R.S meist im Sport- oder sogar Race-Modus unterwegs waren.

Zudem ist angebracht, eine zügige Fortbewegung mittels manuellen Eingriffs in das EDC vorzunehmen, Die feststehenden Schaltpaddels am Lenkrad waren uns hierbei eine große Hilfe.

Praktisch für das Anstellen des R.S. in spitzen Kurven dagegen die klassische Feststell- oder auch Handbremse, die, man mag sich daran erinnern, zwischen den beiden Vordersitzen montiert ist. Die Launch-Control ist dagegen ein Gimmick, der nach drei oder vier Versuchen wohl in die Annalen der Fahrzeugbedienung Einzug halten wird.

Mit Hilfe des elektronischen Sperrdifferenzials sind leidlich hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich. Besser wäre jedoch eine mechanische Sperre, wie beispielsweise im Opel Corsa OPC. Diese würde den Clio R.S. deutlicher unter Gas in die Kurve hineinziehen.

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Ausstattung

Es sind nur wenige Details notwendig, die den Renault Clio R.S. weiter aufwerten. Das bereits erwähnte R-Link & Klima-Paket gehört definitiv dazu. Dann vielleicht noch die beheizbaren Vordersitze für 250 Euro sowie für Laternenparker das City-Paket mit elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und Einparkhilfe mit Rückfahrkamera.

Für besonders sportlich orientierte Fahrer empfiehlt sich das Cup-Paket für 890 Euro. Es beinhaltet eine Tieferlegung um 5 mm, 15% straffere Feder- und Dämpferabstimmung, rote Bremssättel und schwarze 18 Zoll großen Leichtmetallräder.

Serienmäßig kommt der Renault Clio R.S. unter anderem Mit elektrisch beheiz- und einstellbaren Außenspiegeln, Lederlenkrad, Audiosystem, LED-Tagfahrlicht, höhenverstellbarem Fahrersitz sowie Schaltwippen am Lenkrad.

Mit dem Facelift im September sind das Erkennungsmerkmal des Clio R.S. neben der modifizierten Front in aller erster Linie die Voll-LED-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht in Form eines asymmetrischen „C” sowie die markanten LED-Zusatzscheinwerfer im Zielflaggendesign.

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Fazit

200 PS für 20.000 Euro. So günstig geht schnelles Autofahren mit einem kompakten Flitzer nur bei Renault. Die klassische Variante des Clio R.S. wird noch bis zum 31.8.2016 durch ein Angebot von Renault mit einem Nachlass von 2.900 Euro angeboten. Bei solch einer Offerte könnten wir vielleicht doch noch Freunde werden. Oder wir schnappen uns doch lieber den 2-Liter-Clio und zeigen der sportlichen Automobilwelt wo der Hammer wirklich hängt. (ds)

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Technische Daten: Renault Clio R.S. TCe 200 EDC

Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe EDC
Hubraum: 1.618 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 147 kW (200 PS)/6.050
Max. Drehmoment: 260 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.090/1.732/1.457 in mm
Radstand: 2.840 in mm
Leergewicht: 1.288 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.711 kg
Kofferrauminhalt: 300 – 1.146 l
Bereifung: 205/45 R17
Felgen: 7 x 17? Leichtmetall
Beschleunigung: 6,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Tankinhalt: 45 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,9 l auf 100 km
Preis: 22.290 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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