Audi Q7 e-tron quattro | Fanaticar Magazin

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Kraft! Das ist das erste was einem einfällt wenn man Das Gaspedal des Audi Q7 e-Tron in den Boden drückt. Denn hier sammelt sich die Power zweier drehmomentstarker Aggregate die kaum perfekter aufeinander hätten abgestimmt werden können . Diesel und Elektro – möge die Kraft von 700 Nm deiner allradgetriebenen Pneus gnädig werden. 

Audi Q7 e-tron quattro | Fanaticar Magazin

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Optisch hebt sich der e-Tron nur dezent von den regulären Q7 Modellen ab. Die Scheinwerfer des Audi Q7 e-tron sind dreidimensional gestaltet, ihre Lichtsignatur erscheint als doppelter Pfeil. In den Lufteinlässen generieren LED-Lichtleiter eine charakteristische e-tron-Signatur aus gestaffelten Linien. Der Innenraum verwöhnt mit feinsten Materialien und ist sauber und ordentlich verarbeitet. Die Instrumente wurden allesamt clever positioniert, die Bedienung der Multimedia und Navigationselemente sind nach kurzer Eingewöhnung ein Kinderspiel. Auch wurde die Darstellung des Hybrid-Spiels auf dem Virtual-Cockpit-Display sehr gut eingefangen. 

Im Gegensatz zum Vorgänger ist die neuste Q7 Generation kantiger geworden und schafft es sogar sportliche Züge zu entwickeln, wenn man das von einem Fünf-Meter und knapp Zweitausendfünfhundert Kilogramm schweren SUV überhaupt behaupten kann. Von dieser schweren Last ist im Fahrbetrieb aber nichts zu merken. Kommt die geballte Kraft aus 3.0 V6 TDI und Elektromotor zusammen, sorgen 373 muntere Pferde für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in gerade mal 6,2 Sekunden. Ein Acht-Gang-Tiptronic-Automatikgetriebe sorgt dabei für blitzschnelle Schaltvorgänge.

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Dabei wurde das Fahrwerk bemerkenswert straff gehalten weshalb sich der Q7 rein vom Gefühl schon fast auf PKW Level bewegt. Einzig bei zackigen Kurvenfahrten wird der Fahrer dann doch mal ermahnt sich für sportliche Aktivitäten doch lieber eines anderen Segments zu bedienen. Wilder der Q7 dagegen auf der Autobahn, ist erst bei 230 km/h Schluss mit lustig. Doch der Audi Q7 e-tron wurde primär nicht dafür entwickelt um wilde Sau zu spielen sondern um zu zeigen, dass Kraft und Effizienz durchaus im Einklang sein können. Zwar sorgt schon der 258 PS starke V6 Turbodiesel alleine für einen niedrigen Verbrauch doch mit dem 94 kW starken Elektromotor kommt erst richtig Spaß auf. 

Als Plug-In Hybrid System entwickelt lässt sich der Elektromotor in wenigen Stunden aufladen und soll dann rein theoretisch bis zu 52 Kilometer weit kommen. Diese Reichweite kann man in der Realität genauso zu den Mythen legen wie den angegebenen Verbrauch von 1,8 Liter auf 100 km. In der Realität sind im urbanen Umfeld 25-35 Kilometer drin bevor der Diesel sich dazumeldet. Dennoch reichte es im Verlauf der 14 tägigen Testphase für die meisten alltäglichen Touren vollkommen aus um sich komplett emissionsfrei zu bewegen. 

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Ein großes Manko hat das ganze jedoch, und das hat nichts mit dem Q7 e-tron an sich zu tun. Die Suche nach Elektrotankstellen gestaltet sich zwar nicht mehr als ganz so schwer aber warum muss ich mich bei jeder verdammten E-Säule immer wieder neu anmelden anstatt ihr einfach meine Kredit- oder EC Karte in den Rachen zu schieben damit der Strom läuft? Hätten wir in Berlin nicht direkt auf ein Hotel geachtet – Vielen Dank nochmal an das Estrel –  welches von Haus aus über eine E-Ladestation verfügt, hätten wir es wohl nicht geschafft die 1000 Kilometer ohne zu tanken hinter uns zu bringen. Ohne die ganzen Anmeldeprozedere, die teilweise ein postalische Bestätigung benötigen wären noch deutlich mehr Kilometer drin gewesen.

Solange der Staat hier nicht bald zügig nachlegt wird der Traum von über einer Million Elektroautos auf der Straße weiterhin eine Zukunftsvision sein. Am einfachsten wäre es wohl, Tesla einen bundesweiten Auftrag zu geben, denn die haben sich schon an vielen wichtigen Knotenpunkten positioniert und bewährt. Bis dahin geht meine persönliche Empfehlung noch nicht in Richtung reines Elektromobil sehr wohl aber in die des Plug-In-Hybrid wie dem Audi Q7 e-tron. Man darf gespannt sein ob der Q7 e-tron aufgrund der immer größer werdenden Buhrufe auf Diesel-Aggregate seitens der Presse länger als eine Generation bestehen bleibt. Schade wäre es, denn wir waren von diesem Fahrzeug mehr als begeistert.

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Übrigens. Am Ende lag der finale Verbrauch laut Bordcomputer bei gerade mal 6,1 Litern. Wir waren insgesamt 1033,3 Kilometer unterwegs und sind von Hamburg nach Berlin und zurück gefahren. Besonders spannend dabei: 582 Kilometer wurden mit dem Diesel zurückgelegt, wir waren nicht faul auf dem Gaspedal, 417,9 rein elektrisch. Wenn die Plug-In Hybride noch mehr Reichweite bekommen, könnte das Verhältnis bald noch mehr zu Gunsten des Elektroantriebs ausfallen. So macht Zukunft Spaß. 

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Technische Daten Audi Q7 e-tron quattro 

Motor

V6-Zylinder-Dieselmotor mit Abgasturboaufladung

Leistung in kW / PS

258 PS / 190 kW

Leistung E-Motor

94 kW

Gesamtsystemleistung

373 PS/ 275 kW

Systemdrehmoment

700 Nm

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h

6,2 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

230 km/h

Durchschnittsverbrauch

1,9  l/100 km; CO2 50 g/km

Preis

ab EUR 80.500 Euro inkl. MwSt.

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Credits

Text: Mario-Roman Lambrecht
Fotos: marioroman pictures 

Weitere Fahrbericht zum Audi Q7 auf Fanaticar: 

Fahrbericht Audi Q7 e-ton – sparsam klug
Fahrbericht Audi SQ7 TDI – Leistung ohne Loch
Fahrbericht Audi Q7 – Leichtfüssige Agilität 

Mario-Roman Lambrecht

Journalist, Fotograf bei MarioRoman Pictures
Mario-Roman Lambrecht wurde 1980 in Niedersachsen geboren und wuchs in Nordrhein- Westfalen auf. Seit 2000 lebt er in der Hansestadt Hamburg, wo er fortan seinem Beruf als freier Fotograf und Autojournalist nachgeht.

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