Skoda Octavia (2017)

Skoda Octavia (2017)

In schöner Regelmäßigkeit erfolgen bei den Automobilherstellern Facelifts, Produktaufwertungen oder Updates. So auch beim Skoda Octavia, dem Bestseller der in der Tschechischen Republik ansässigen Volkswagen-Tochter, dessen Weltpremiere am 10. Januar 2017 in der Akademie der bildenden Künste in Wien stattfand. Sämtliche Derivate des Octavia, die Limousine, der Kombi, der Scout und auch der RS, nun mit bis zu 180 kW (245 PS) unter der Haube, wurden der umfangreichen Aufwertung unterzogen.

Skoda Octavia (2017)

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Exterieur und Interieur

Der Front des neuen Skoda Octavia sollte die größte Aufmerksamkeit zuteilwerden. Der Kühlergrill wurde breiter gezogen und wird von Scheinwerfern im kristallinen Design flankiert. Damit rückt der Octavia näher an den Superb, dessen vordere Leuchteinheiten von Chefdesigner Josef Kaban und seinem Team ganz bewusst mit den Kristall-Elementen böhmischer Handwerkskunst versehen wurden.

Wenn auch mit bloßen Auge nicht sichtbar, so wuchs der überarbeitete Skoda Octavia um einige Millimeter in die Länge und legte auch in der hinteren Spurbreite um 30 Millimeter zu. Im Innenraum wurden das Kombiinstrument und die Bedienung der Klimaanlage überarbeitet. Das optional erhältliche Ambientelicht lässt das Innere des Skoda Octavia in zehn verschiedenen Farben leuchten.

Skoda Octavia (2017)

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Auch Simply Clever erhielt Nachwuchs. Zwei USB-Anschlüsse im Fond, Klapptische an den Lehnen der Vordersitze, eine herausnehmbare LED-Leuchte im Gepäckraum des Kombi, ein beheizbares Lenkrad sowie ein personalisierbarer Schlüssel sind neu an Bord des Skoda Octavia.

Im Zuge der Modellüberarbeitung und im engen Schulterschluss mit den Konzerngeschwistern Golf und Leon kommt nun auch der neue Skoda Octavia in den Genuss des verglasten und kapazitiven Display des Navigationssystems Columbus. Neben dem 9,2 Zoll großen Touchscreen mit Näherungssensor sind in dem System ein WLAN-Hotspot und ein LTE-Modul integriert. Über die Phonebox können zudem entsprechend ausgestattete Smartphones induktiv geladen werden.

Skoda Octavia (2017)

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Fahrleistungen

Die Qual der Wahl ist schwer. Vier Benziner, vier Diesel und ein Erdgasantrieb in einem Leistungsspektrum von 63 kW (86 PS) bis 135 kW (184 PS) stehen für den Skoda zur Verfügung. Dazu die RS-Modelle, die als Benziner entweder 169 kW (230 PS) oder etwas später im Markt kommend, 180 kW (245 PS) leisten. Der hochgelegte und martialischer gestaltete Scout, ausschließlich als Kombi zu erwerben, kann entweder mit dem 1,8-Liter-Benziner mit 132 kW (180 PS) oder den 2-Liter-Diesel-Motoren mit 110 kW (150 PS) bzw. 135 kW (184 PS) geordert werden.

Auf meiner Fahrt im Süden von Porto war ich mit dem 2-Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS) und Allrad unterwegs. Geschaltet mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe DSG kostet solch ein Octavia in der Ausstattung Style 32.050 Euro. Da der Skoda Octavia auch als Limousine der absolute Lademeister ist, wählte ich diese Karosserieform. Unter der hoch aufschwingenden Heckklappe findet sich ein Ladevolumen von 590 Liter. Durch das Umklappen der im Verhältnis ? zu ? teilbaren Rücksitzbank lässt sich der Kofferraum auf 1.580 Liter erweitern.

Mit seinem Leergewicht von etwas mehr als 1,4 Tonnen soll der Skoda Octavia kombiniert nur 5 Liter auf 100 km verbrauchen. Mit meiner durchaus flotten und die portugiesischen Verkehrsregeln großzügig ausgelegten Fahrweise flossen aber etwas mehr als 6 Liter durch die Einspritzdüsen.

Mit einem Drehmoment von 340 Nm ist diese Version des Octavia ein kraftvoller Vertreter seiner Art. Die harmonische Fahrwerksabstimmung konnte ich mit Hilfe des für 920 Euro optional erhältlichen adaptiven Fahrwerk DCC entsprechend meiner Vorlieben einstellen.

Skoda Octavia (2017)

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Versionen und Ausstattung

Seit Ende Januar ist der neue Skoda Octavia bestellbar, ausgeliefert werden die ersten Modelle, übrigens zusammen mit dem nagelneuen Kodiaq, am 4. März 2017. Neben den bekannten Ausstattungsvarianten Active, Ambition, Style und L&K, benannt nach den Firmengründern Laurin und Klement sollte sich der geneigte Interessent besonders dem neuen Sondermodell Drive zuwenden.

Laut Skoda bieten diese Modelle aufgrund ihrer aufgewerteten Serienausstattung einen Preisvorteil von bis 1.940 Euro. Die Preise der Drive-Sondermodelle starten mit der Limousine bei 21.590 Euro, den Kombi, immer jeweils 700 Euro teurer als die Limousine, gibt es ab 22.290 Euro. Wesentliches Kriterium dürfte aber die deutliche Erweiterung der Garantieleistungen auf fünf Jahre sein.

Basierend auf der Variante Ambition verfügt der Drive ab Werk über Nebelscheinwerfer, Parksensoren hinten, Frontradar mit City-Notbremsfunktion und Personenerkennung sowie das Regenschirmfach unter dem Beifahrersitz inklusive Regenschirm.

Skoda Octavia (2017)

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Der Drive hat zusätzlich das Infotainment-System Bolero mit dem kapazitiven acht Zoll großen Touchscreen, Sprachbedienung, das Digitalradio DAB+, die Phonebox mit Anschluss an die Dachantenne sowie 17 Zoll große Leichtmetallfelgen und dunkler getönte hintere Scheiben an Bord. Mit den Paketen Licht & Sicht (750 Euro), Business Amundsen (690 Euro) oder Business Columbus (1.690 Euro) können die Drive-Modelle weiter individualisiert werden.

Der von mir in Portugal gefahrene 2,0-TDI 4×4 kostet als Limousine mit dem Ausstattungspaket Drive und 7-Gang-DSG 31.650 Euro. Handgeschaltet ist dieses Modell 1.600 Euro günstiger und als Kombi bekanntermaßen 700 Euro teurer.

Mein heimlicher Favorit, vorausgesetzt man benötigt nicht unbedingt Allrad und möchte auf einen Diesel verzichten, ist der neue 1-Liter-Dreizylinder-Benziner, über den ich im vergangenen Jahr berichtete. 85 kW (115 PS) stark, ist er entweder mit der manuellen Sechsgang-Schaltung als Drive für 23.490 Euro oder mit dem 7-Gang-DSG für 25.290 Euro zu bekommen.

Skoda Octavia (2017)

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Fazit

Meine Empfehlung beim Kauf eines neuen Skoda Octavia geht klar in Richtung des Sondermodells Drive. Dazu das Licht & Sicht mit LED-Hauptscheinwerfern und das fantastisch zu bedienenden und über die Maßen große Columbus an Bord. Fertig ist ein Skoda Octavia, der nichts und niemanden in seinem Segment fürchten braucht. Fürchten sollten sich lieber die anderen Hersteller. Sogar die aus dem eigenen Konzernverbund. (ds)

Technische Daten: Skoda Octavia 2,0 TDI 4×4 Style

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Siebengang-DSG
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 110 kW (150 PS)/5.500
Max. Drehmoment: 340 Nm bei 3.500 bis 4.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.670/1.814/1.459 in mm
Radstand: 2.680 in mm
Leergewicht: 1.438 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2.001 kg
Kofferrauminhalt: 590 – 1.580 l
Bereifung: 205/55 R 16
Felgen: 6,5 x 16 Leichtmetall
Beschleunigung: 8,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
Tankinhalt: 55 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 4,9 l auf 100 km
Preis: 32.050 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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