Nissan Navara

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Pickups gewinnen in Deutschland immer mehr Freunde. Nicht nur bei den bis dato klassischen Kunden wie Bauunternehmern, Gartengestaltern oder Handwerkern jedweder Couleur. Es sind mehr und mehr Menschen, die sich vom Geländewagen oder SUV abwenden und sich für ein Fahrzeug mit Ladefläche entscheiden. Tatsächlich ist dieser Trend eher in ländlichen Gegenden zu beobachten. Denn selbst die in Deutschland verkauften Pickups sind in ihren Maßen riesig zu nennen.

Nissan Navara

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Exterieur und Interieur

So auch der sich über 5,30 Meter lang streckende Nissan Navara. Der aktuellste Spross des japanischen Automobilherstellers, der auf eine 80-jährige Erfahrung im Bau von Pickups zurückblicken kann. Und daraus immer wieder aus dem Vollen schöpft. So auch bei der neuesten Generation des Navara, bei dessen Weiterentwicklung laut Nissan kein Stein auf dem anderen blieb.

Diese Aussage gilt vor allem für das Innenleben des neuen Nissan Navara. Das sich gut aufgeräumt und ergonomisch darstellt. Bequem und auch für längere Strecken ausgelegt sind die Vordersitze, die, so Nissan, von Technologien der US-Weltraumbehörde NASA inspiriert sind. Aber auch die hinteren Mitfahrer dürfen sich über mehr Komfort als beim Vorgänger freuen. Der Winkel der Rücksitzlehne wurde von 18 auf 23 Grad vergrößert, zusätzlich wurde eine separate Belüftung für den Fond integriert.

Zwei Kabinengrößen stehen für den Nissan Navara zur Wahl. Zum einen die King Cab mit sich gegenläufig öffnenden Türen und einer Ladeflächenlänge von 1.795 mm und die von mir gefahrene Double Cab, die klassisch vier Türen aufweist und mit einer Ladeflächenlänge von 1.580 mm aufwartet. Zudem ist der Nissan Navara mit der King Cab auch nur als sogenanntes Fahrgestell zu bekommen, was individuelle Aufbauten ermöglicht.

Die mächtige Frontpartie des Nissan Navara strahlt genau die Kraft aus, die gemeinhin von einem Automobil dieser Klasse erwartet wird. Beherrscht von dem typischen “V” im Kühlergrill und den Bumerang-förmigen LED-Tagfahrlichtern ordnet sich der Navara eindeutig in die Nissan-Familie ein. Mittels neuartiger Verbesserungen der Aerodynamik konnte zudem der Abriss des Luftstroms zwischen Fahrerkabine und Ladefläche deutlich minimiert werden, was den Verbrauch senken soll.

Nissan Navara

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Fahrerlebnis

Während meiner Testfahrten mit dem Nissan Navara herrschten beste Verhältnisse vor. Von schneebedeckten und vereisten Straßen bis hin zu feuchten und dann auch wieder trockenen Strecken. Optimal. um einen Pickup mit Allrad und Geländeuntersetzung auf Herz und Nieren zu prüfen. Ausfahrten hoch in die Alpen, rein ins Gelände und ganz einfach nur Stadt- und Landstraßenverkehr.

Morgens kalt gestartet, schüttelte sich der 2,3-Liter-Vierzylinder-Diesel erst einmal warm. Eindeutig als Motor eines Nutzfahrzeugs erkennbar, läuft er rau, aber nicht unangenehm. Das Sechsgang-Getriebe ist leicht hakelig und erfordert einen präzisen Umgang. Neben der in meinem Testwagen verbauten stärksten Leistungsvariante mit 140 kW (190 PS) wird der Nissan Navara auch mit 120 kW (163 PS) angeboten.

Eine Besonderheit bei den in Deutschland angebotenen Pickups ist die Hinterradaufhängung des Navara mit der Double Cap. Anstatt der üblicherweise in diesem Segment verbauten Blattfedern, die auch der Kings Cab unter seiner Karosse trägt, verfügt die Double Cab Version über eine Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern.

Diese verfügt über merklich mehr Fahrkomfort und bedeutet für Nissan ein Alleinstellungsmerkmal. Gleiches gilt auch für die Fünf-Jahres- oder 160.000-Kilometer-Herstellergarantie. Ebenfalls ein absolutes Novum im Segment.

Nissan Navara

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Der zuschaltbare Allradantrieb ist Pflichtprogramm beim Nissan Navara. Eine Ausnahme bestätigt diese Regel, denn die Einstiegsversion des King Cab wird auch mit Hinterradantrieb angeboten. Über einen Drehschalter kann zwischen 2WD, 4WD sowie dem 4LO-Lock-Modus für schwieriges Gelände gewählt werden. Neben dem permanenten Allradantrieb wird im 4LO zusätzlich ein mechanisches Sperrdifferenzial zugeschaltet.

Weitere Hilfe für die Bewältigung unwegsamer Gebiete kommt von den Berganfahr- wie auch Bergabfahrassistenten. Erstgenannter wurde speziell für die hohe Anhängelast von 3,5 Tonnen des Nissan Navara entwickelt. Wie seine Mitbewerber verfügt auch der Navara über eine Nutzlast von einer Tonne.

Bei meinen Testfahrten im eiskalten Januar schluckte der Navara rund 9 Liter pro 100 Kilometer. Darunter waren auch zügige Autobahnfahrten und reichlich viel Stadtverkehr mit Distanzen unter 10 Kilometern. Es ist davon auszugehen, dass der Navara bei milderen Temperaturen deutlich näher an den kombinierten Wert von 6,3 Litern herankommt.

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Versionen und Ausstattung

Mit dem King Cab 4×2 in der Einstiegsversion Visia startet der Navara bei 26.470 Euro. Als Double Cab 4×4 liegt der Preis bei 30.670 Euro und damit um 1.900 Euro höher als bei dem King Cab 4×4. Die Serienausstattung des Nissan Navara umfasst ab der Einstiegsversion Visia ein Multifunktionslenkrad, Bluetooth, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer sowie eine Außentemperaturanzeige und das farbige Kombiinstrument.

Die nächsthöhere Ausstattungsstufe nennt sich Acenta und kostet in der King Cab Version 30.720 Euro. Mein Testwagen war in der nächsten Version N-Connecta ausgestattet und kostete 37.470 Euro. Der üppige Mehrpreis definiert sich über ein Bündel von Details wie unter anderem 18 Zoll große Leichtmetallräder, abgedunkelte hintere Scheiben, seitliche Trittbretter, einer Zweizonen-Klimaautomatik sowie einem Verzurr-System für die Ladefläche.

Da in dem Testwagen als Sonderausstattung das NissanConnect Navigationssystem für 1.430 Euro inklusive Around View Monitor für eine 360-Grad-Rundumsicht verbaut war, entfiel die für den N-Connecta serienmäßige Rückfahrkamera im Innenspiegel. Im Tekna, der höchsten Ausstattungsversion des Nissan Navara und mindestens 39.680 Euro teuer, sind das Navi sowie LED-Hauptscheinwerfer und die Lederausstattung im Serienumfang enthalten.

Die empfehlenswerten LED-Hauptscheinwerfer sind neben der Dachreling Teil des sogenannten Optik-Pakets, das für den N-Connecta 800 Euro Aufpreis kostet. Die Anhängerkupplung kostet weitere 620 Euro und die Metallic-Lackierung 670 Euro.

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Fazit
Der Nissan Navara reiht sich bestens in die kleine Auswahl von Pickups ein. Die 450 Nm an Drehmoment sind ordentlich und für den mindestens 2 Tonnen schweren Navara ausreichend dimensioniert. Mit der Fünf-Jahres-Garantie und der Mehrlenkerhinterachse differenziert er sich deutlich von den wenigen Mitbewerbern. Die sich im Übrigen preislich nahezu ähnlich sind. (ds)

Technische Daten: Nissan Navara N-Connecta

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 2.299 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 140 kW (190 PS)/3.750
Max. Drehmoment: 450 Nm von 1.500 – 2.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 5.300/1.850/1.850  in mm
Radstand: 3.150 in mm
Leergewicht: 2.313 kg
Zul. Gesamtgewicht: 3.035 kg
Bereifung: 255/60 R18
Felgen: 7 x 18 Leichtmetall
Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h
Tankinhalt: 73 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,3 Liter auf 100 km

Preis: 37.470 Euro inkl. MwSt.