2018 Chevrolet Camaro V8 by marioroman pictures

Angenehmer Sitzkomfort ist garantiert in den optionalen Recaro Schalensitzen

Mit dem ewigen Voranschreiten der Technik und dem unnachlässigen Flatrate-Gejaule von Ökofonatikern hat sich die Autowelt in den letzten Jahren drastisch verändert. Da, wo früher charismatische, emotionsgeladene Kraftwerke stolz ihre Potenz in die Welt brüllten, sind zum größten Teil nur noch langweilige 0815-Luftpumpen am Werkeln. Wie gut, dass es (noch) ein paar Hersteller gibt, die auf diesen Trend pfeifen und noch maskulines V8-Futter zum Low-Budget-Preis anbieten. So wie unser Chevrolet Camaro V8.

Wenn man es genau nimmt, handelt es sich bei diesem Modell eigentlich um einen SS, was für Supersport stehen soll. In Rücksichtnahme auf unsere Historie beließ man es aber hierzulande beim V8. Egal, ob hier oder in den Staaten – das Package ist das gleiche. Unter der langen Haube faucht der mit 6,2 Litern Hubraum gesegnet Achtzylinder mächtig böse um Anerkennung.

Auch die Corvette darf dieses Traumaggregat (LT1) unter ihrer Haube beherbergen, ebenso wie leicht modifiziert der Cadillac Escalade (L86) und Chevrolet Silverado. Noch härter wird es mit den Kompressor-Varianten von Camaro, Cadillac und Corvette – aber das ist eine andere Story…

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Schaut böse aus, faucht noch zorniger!

Im Camaro bringt es dieser Motor auf sagenhafte 453 PS, die ohne zusätzliche Pussyhilfen aus dem Hubraum gesaugt werden. Das reicht für ein pralles Drehmoment von bis zu 617 Nm auf der Hinterachse, die Generation Sechs in gerade mal 4,6 Sekunden nach vorne schnellen lässt. Wer sich lieber von der Achtgang-Automatik befehligen lassen möchte, benötigt gar nur noch 4,4 Sekunden bis auf Tempo 100 km/h. Beim Topspeed ist mit beiden Varianten bei 290 km/h Schluss. Das Cabrio belässt es bei chilligen 250 km/h.

Beim Look hat Chevrolet die derzeit schärfste Optik unter den drei ewigen Rivalen Camaro, Mustang und Challenger auf die Pneus gestellt. Schon im Stand kommt einem die pure Kraft entgegen. So muss ein Muscle Car ausschauen! Doch was am meisten erfreut, ist der Blick in den Innenraum.

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Haptik auf europäischem Level.

Interieur: Bye Bye Plastikwüste

Hier hat GM der Kritik vieler Fans angenommen und ein Interieur geschaffen, welches auch dem harten europäischen Kritiker standhält. Kunststoff ist Mangelware – stattdessen greifen Fahrer und Beifahrer in allen wichtigen Regionen auf weiches, hochwertig wirkendes Leder. Das mittig positionierte 8-Zoll-Touchscreen-Display ist optimal platziert und unterstützt unter anderem Apple Car Play. Wer irgendwann mal eine Pause vom grandiosen V8-Geboller aus dem Heck braucht, kann sich auch auf die ebenfalls stimmgewaltige Bose-Soundanlage verlassen.

Insgesamt hat Chevrolet hier meiner persönlichen Meinung nach das bisher beste Verhältnis zwischen realer und digitaler Haptik geschaffen. Soll heißen, die wichtigsten Knöpfe und Funktionen sind immer noch schnell analog zu erreichen, alle anderen Funktionen sind ebenfalls fix und logisch durchdacht auf dem Touchscreen verfügbar. So kommt ein aufgeräumter Innenraum vom Format eines Audi TT zu Stande. Die auf Schalterhöhe positionierten Luftdüsen und die Ambientbeleuchtung mit 24 verschiedenen Farben runden das Ganze ab.

Die Rücksitze im Fond eignen sich nur im allergrößten Notfall für erwachsene Menschen – mit einem leichten Hang zum Masochismus. Der Kofferraum bietet zwar ordentlich Platz, ist allerdings nicht optimal erreichbar, was dem Design geschuldet ist. Für unserer tragbares Audiozubehör made by Teufel reichte es aber dicke.

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Fahrdynamik: Generation Sechs fährt in einer andern Liga

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass der neue Camaro sich kurventechnisch mächtig ins Zeug gelegt hat. Das ist unter anderem der neuen GM Alpha Plattform zu verdanken, auf der auch der Cadillac ATS und CTS vom Band laufen.

Dadurch bedingt kam auch ein Gewichtsverlust von knapp 100 Kilogramm zustande. Gepaart mit dem grandiosen Sechsgang-Handschaltgetriebe kommt so jetzt auf auf dem Rennasphalt mächtig Spaß auf. Dazu lässt sich noch die Rev-Control einschalten, die ungeübten Fahrern das Zwischengasen abnimmt.

Aber nicht nur der enorme Gewichtsverlust, sondern auch das erstmals im Camaro erhältliche Magnetic Ride Control sowie das Sperrdifferential an der Hinterachse tun ihr übriges. Die aktive Aufhängung liest die Straßen- und Fahrbedingungen 1.000 Mal pro Sekunde ab und passt die Dämpfer automatisch an, um Fahrkomfort und Lenkverhalten zu optimieren. Das macht sich auch im Hamburger Regenalltag bemerkbar. Trotz der immensen Leistung blieb der Camaro auch bei Nässe immer einfach zu handeln – was auf eine sehr gute Abstimmung schließen lässt, denn die Kombination aus Regen, Power und Heckantrieb lässt selbst die beste Elektronik irgendwann mal schwächeln. 

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Beat it!

Aufpreis: almost all inclusive

Das Fahrwerk und die obligatorische Vier-Auspuff-Anlage gehören zu wenigen Extras in der Optionsliste. Aber bei einem Basispreis von 47.400 Euro für den Basis V8 sollten auch die 2.200 Euro Aufpreis locker zu verschmerzen sein. Weitere Aufpreise gibt es für das Sonnendach (1.200 Euro) und die Recaro Performance-Schalensitze (1.900 Euro) für Fahrer und Beifahrer. Alle anderen Features sind „inklusive“. Das sollen die Europäer mal nachmachen.

Was fehlte? Im Gegensatz zur Corvette verfügt der Camaro in der manuellen Variante über keine Zylinderabschaltung. Ebenso fehlte der siebte Gang. Der Unterschied fiel bei gleicher Fahrweise dementsprechend auf. Die Corvette begnügte sich auf einem Trip von Hamburg nach Berlin im Schnitt mit 8 Litern, der Camaro ließ sich nur bei 11 Litern überreden.

Immerhin waren wir damit knapp zwei Liter unter dem angegeben, kombinierten Verbrauch von 12,8 Litern. Und nein, nicht jeder Käufer eines Muscle-Cars möchte alle zwei Sekunden eine Tankstelle aufsuchen, auch wenn das vorwiegend Nicht-Besitzer solcher Autos gerne als These aufstellen. 

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Wenn man dann doch zwangsläufig mal den Camaro verlassen muss verlässt man sich halt auf die Teufel Blue NC

Fazit

Auf knapp zweitausend Kilometern Testfahrt gab es nur einen Wunsch. Bitte vergesst das Auto, schenkt es mir, ich kümmere mich darum. Wer ein Auto wie einen Camaro in die Hände bekommt, fängt sehr schnell an, dieses für sich zu markieren. Es ist dieses Gesamtpackage – diese Kraft, diese Leichtigkeit, diese Art, dieser Status.

Man steigt in so ein Auto ein und irgendwie wird alles rundherum unwichtig. Du lehnst dich in die bequemen Sitze und wählst automatisch die längste Route über Land aus. Fenster herunter, Ellenbogen raus und dem Sonnenuntergang entgegenfahren. Und das am liebsten jeden Tag. So baut man Legenden.

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Mit Bea noch attraktiver – die Recaro Schalensitze

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Led in the back

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LED in the front

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Der wohl böseste Muscle-Car-Blick aller Zeiten

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Teufel Boomster

Technische Daten 2017 Chevrolet Camaro V8 (MT)

Motor
6,2L V-8 VVT DI
Leistung in kW / PS 453 PS (333 kW)
Hubraum 6.162 ccm
maximales Drehmoment 617 Nm @ 4600 min-1
Gewicht 1.659 Kilogramm (leer)
0-100 km/h 4,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 290 km/h
Verbrauch 12,8 l/100 km (Herstellerangabe)
Co2 Ausstoß 292 g/km (Euro 6)
Länge 4.784 mm
Breite 1.897 mm
Höhe 1.340 mm
 Preis  ab 47.400 Euro inkl. MwSt. 

 

Social Feelings

 

Brake!!! #chevroletcamaro #MarioRomanPictures

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Shift !!! #chevroletcamaro #love #bumblebee #hamburg

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Beat it ! Soon on @fanaticar_magazin Model: @beabinger . #MarioRomanPictures

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Bad Boy! #ChevroletCamaro #MarioRomanPictures

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Rrrrrrrr! #ChevroletCamaro #MarioRomanPictures #Hamburg

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CREDITS

Fotos: MarioRoman Pictures (Instagram)
Model: Bea Binger (Instagram)

Das sagen die Kollegen: 

Mario-Roman Lambrecht

Journalist, Fotograf bei MarioRoman Pictures
Mario-Roman Lambrecht wurde 1980 in Niedersachsen geboren und wuchs in Nordrhein- Westfalen auf. Seit 2000 lebt er in der Hansestadt Hamburg, wo er fortan seinem Beruf als freier Fotograf und Autojournalist nachgeht.