Müsste ich Magnus Walker beschreiben, würde ich sagen, er sieht aus wie der Almöhi in der Rocker-Version. Nur mit mehr Bart. Und mehr Porsche. „Porsche is my Religion“, erklärt er zwischendurch mit Nachdruck. Warum, macht seine Lebensgeschichte deutlich. Mit 10 verliebt er sich auf der Earl’s Court Motorshow in seinen ersten Porsche 911. Nach dieser schicksalshaften Begegnung schrieb er Porsche gleich einen Brief, in dem er um einen Job bat. Da Kinderarbeit auch damals schon nicht legal war, vertröstete ihn das Zuffenhausener Unternehmen in einem Rückschreiben auf später wenn seinen Schulabschluss gemacht habe. Doch das passierte nie. Magnus verließ die Schule in 9182 ohne Abschluss und widmete sich der Punk Rock und Heavy Metal Szene zu, wo er sich mit einigen Jobs über Wasser hielt. Ein paar Jahre später zog es ihn in die USA, wo er mehr Perspektiven und besonders Freiheit für sich witterte.

Sein restliches Leben war, wie er auch behauptet, eine Aneinanderreihung mehrerer Zufälle. Er landete in der Modeszene, wo er mit seinem Modelabel für Rockstars recht schnell Erfolg verzeichnen konnte. Während all der Zeit verging seine Leidenschaft für Porsche niemals. Irgendwann konnte er eine beeindruckende Sammlung sein Eigen nennen, die er nicht nur zu Ausstellungszwecken besaß. Ganz im Gegenteil. „Ein Auto erzählt nur eine Geschichte, wenn es auch gefahren wird. Das sind die Storys, die mich interessieren.“ Das er in seinen Anfängen ein Jahr lang ohne Führerschein gefahren ist, ist nur eine der vielen kleinen Anekdoten, die er bei seinem Pressetermin im Prototyp Museum in Hamburg zum Besten gibt. Davon hat er viele auf Lager und erzählt sie gern. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass er für sein Hard Rocker-Image ungewöhnlich wortreich ist und gerne redet. Dabei bleibt er zugänglich und aufgeschlossen. Sympathisch einfach. Gerade ist seine Autobiographie: „Dirt Don’t Slow You Down” („Dreck hält dich nicht auf”) auf Deutsch erschienen, die er an diesem Tage vorstellt. Gespickt mit viel Ehrlichkeit und Lebensweisheiten lautet die Quintessenz daraus ganz simpel: „Finde etwas, das du gerne tust, und konzentriere dich darauf!” Ein weiser Tipp.

Magnus Walker - Urban Outlaw "Dirt don't slow you down"

Heute besitzt der mittlerweile 50-jährige rund 40 Porsche. Jeder ein Unikat, von Walker umgebaut. Er schwärmt: „Es sind die besten Sportwagen der Welt, besser als Lamborghini und Ferrari!”. Und wenn er das sagt, möchte man es auch glauben.

Simone Amores

Simone Amores

Als Hamburger Deern, lebt Simone Amores im hohen Norden und fröhnt ihren Leidenschaften: Schnelle Autos, modeln und reisen! Sie ist in der Online-Welt zu Hause, istaber auch gerne mal ganz Oldschool ohne Computer und Handy unterwegs.
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