Corsa, Corsa – ist es wirklich schon so lange her? Damals wurde der Corsa B im Fernsehen mit tatkräftiger Unterstützung von den Flintstones vorgestellt . Im Hintergrund brabbelte das Baby dann immer alles nach und verewigte es in meiner Gehirnrinde. Und auch sonst ist man mit dem Corsa immer in Kontakt gekommen schließlich war und ist er quasi der Golf der Kleinwagen- und dazu einer der wichtigsten Bestseller im Opel Portfolio. Nun darf Generation Sechs ran – erstmals unter französischer Führung. 

Der erste Blick lässt schon frohlocken denn der Corsa schaut immer noch aus wie ein echter Opel und nicht wie eine Plattform Kopie des neuen 208. Aufgrund des künftigen Wegfalls des Dreitürers wollte man einen Kompromiss schaffen und legte die Dachlinie ein wenig niedriger was aber einem der größten Pro-Argrumente beim Corsa – der Kopffreiheit – glücklicherweise nicht in die Quere kommt. Weniger Dach ist leider aber auch gleichbedeutend mit weniger Fensterfläche weshalb die Übersicht nicht zuletzt aufgrund der dicken C-Säule leider etwas gelitten hat. Kompensieren kann man das immerhin durch Kameras und Parkassistenten.

Unter der Haube kommt im Benziner Derivat knurrige aufgeladene Dreizylinder-Power mit 1,2 Litern Hubraum zum Einsatz die in unserem Fall 130 Pferde auf die Vorderachse bringt. Das reicht für bis zu 230 Nm an Drehmoment, einen 8,7 Sekunden 0 auf 100 km/H Sprint und eine Vmax von 208 km/H. Alternativ stehen noch zwei weitere Benziner mit 75 und 100 PS, ein Vierzylinder-Turbo-Diesel mit 102 PS und erstmals ein 136 PS starker E-Corsa zur Verfügung. Letzter stand auf der offiziellen Präsentation in Kroatien leider noch nicht zur Verfügung. 

Nicht zuletzt dank des geringen Gewichts hat der Motor kein Probleme den Rüsselsheimer nach vorne zu treiben. Eine Acht-Gang-Automatik sortiert dabei die Gänge je nach Modi (Eco, Normal, Sport) mal lässiger, mal flotter. Alternativ lässt es sich auch über die Schaltwippen am Lenkrad schalten.

Die nicht immer optimal ausgebauten Straßen an der Küsten von Kroatien bieten einen gnadenlosen Untergrund der Fehler nur schwer verzeiht. Doch die Sorgen sind unbegründet, der Corsa schluckt selbst harte Bodenwellen erstaunlich locker weg ist aber dennoch straff genug gefedert um sich flott in die Kurve zu legen.

Dabei bringt das derzeitige Top-Modell jetzt nicht die konsequente Agilität eines Mini hervor, kann sich aber bis zu einem gewissen Grad gut behaupten. Wird es zu sportlich, wird eine leichte Tendenz zum untersteuern bemerkbar, die allerdings gut von ESP und Traktionskontrolle wieder eingefangen wird. Man darf gespannt sein wie es künftig um eine GSI / OPC Variante bestellt ist- das Grundpotential ist jedenfalls da. 

Mindestens 23.340 Euro sind für den 130 PS starken Turbo-Benziner fällig, wem die nackte 75 PS Basis genügt überweist 13.990 Euro. Dafür bekommt der Käufer ein gutes, ehrliches Auto mit guter Ausstattung, absolut zufriedenstellender Haptik und einem Großaufgebot an (teil optionalen) technischen Features die bis dato in der Kleinwagenliga keine Rolle gespielt haben wie zum Beispiel die Matrix-LED Scheinwerfer. Der Corsa, Corsa ist zwar nun auch des französischen mächtig, fühlt sich aber nach wie vor wie ein echter Rüsselsheimer an. Bravo!

Fotos: MarioRoman Pictures