Mit „Shadow of the Tomb Raider“ endet eine famose Neuauflage der damals schon fast tot geglaubten Tomb Raider Reihe. Das Wochenende verging schneller als gedacht doch jetzt nach fast 50 % in Laras neuer Welt können wir uns schon mal ein erstes Urteil erlauben.

Hach Lara, schon seit meiner Jugend begleitest du mich. Für dich habe ich 1996 all mein Erspartes in eine hochmoderne 3DFX Karte gepumpt damit ich deinen wippenden  Zopf und deine eckigen Pixelbrüste bewundern konnte. Hey- ich war Teenager… Mit zwei Pistolen gegen einen ausgewachsenen T-Rex? Für Lara Croft eher die Regel als die Ausnahme.

Lara erforscht neue Welten

Tomb Raider wurde ein weltweiter Erfolg und zeigte, dass auch toughe weibliche Charaktere ihre Daseinsberechtigung in der Actionspielwelt haben. Nun gut, eventuell trugen die doch etwas üppigen Proportionen der Lady auch dazu bei aber schlussendlich war das Spiel ein perfekter Mix aus Action, Jump’n’Run und teils ekelhaft schwieriger Puzzleaufgaben.

Auch die nächsten Teile waren erst mal immer interessant, denn mit jeder Fortsetzung und der dementsprechenden technischen Weiterentwicklung bekam Lara immer mehr Fähigkeiten zugesprochen. Das ging eine Zeitlang gut aber irgendwann verlor sich die Spielserie im Nirwana. Der Flow ging am Zeitgeist verloren.

Top-Atmosphäre im Intro-Level

Was also tun mit einem Titel der beinahe schon so legendär erscheint wie Super Mario? Gleiches Prinzip wie in Hollywood, man setzt alles auf Null und versucht es 2013 mit einem Reboot. Und dafür kann man nur danke sagen.

Denn Lara war lebendiger denn je. Endlich durften wir die Ursprünge der toughen Lady erfahren in einem absolut filmreifen Plot. Tomb Raider (2013) war der Beginn einer Videospielreihe die bis heute zu meinen liebsten zählt. Konkurrenz? Einzig Uncharted konnte sich auf dem hohen Level behaupten und der Titel war / ist Playstation exklusiv.

Auf Tomb Raider folgte 2015 Rise of the Tomb Raider und nun Shadow of the Tomb Raider. Es ist erstaunlich wie man es geschafft hat, Lara’s Charakter in den Teilen nach und nach immer mehr zu der Bad Ass Croft reifen zu lassen wie man sie kennt. Wie oft habe ich mit der armen kleinen Forschertochter im ersten Teil mitleiden müssen.

Hangeln kann sie jetzt auch…

Dieses Mal darf der Spieler sich in den Tropen austoben und bekommt als Feature die Fähigkeit des Tauchens spendiert. Das war schon in Rise of the Tomb Raider möglich, allerdings nur in kurzen, begrenzten Abschnitten.

Gut ist, dass man die ausgereifte Spielweise beibehalten hat, so fällt der Wiedereinstieg nicht schwer. Aber auch Neulinge dürfte dank der hilfreichen Popups an bestimmten Stellen keine großartigen Probleme bekommen mit der Spielmechanik zurecht zu kommen.

Das wohl schönste neue Feature ist aber die Möglichkeit des Tarnens. Wenn Lara sich mit Schlamm besudelt erweckt das keine frivolen Fantasien sondern eher den Coolness Faktor von Predator und Rambo. Und auch hier zeigt sich wieder- mit Lara möchte „Mann“ sich nicht anlegen. Aber lieb haben tun wir sie irgendwie alle.

Alles in allem kann man sagen, Shadow of the Tomb Raider ist eine grandiose Weiterführung der von Anfang an als Trilogie geplanten Reihe. Die Grafik ist selbst auf der normalen Xbox One mehr als rigoros und die Story überzeugt. Wer Lust hat den Controller an die Wand zu schmeißen ist bei Herausforderungsgräbern im höchsten Schwierigkeitsgrad bestens aufgehoben.

Zum nächsten Wochenende knacke ich hoffentlich auch die restlichen 50 % und bin auf den Ausgang gespannt. Ebenso darf man gespannt sein, was Square Enix mit der schlussendlich zur Bad Ass gewordenen Croft anstellen wird.

Fotos: Square Enix

Shadow of the Tomb Raider ist ab sofort erhältlich auf Xbox One, Playstation und PC.