Foto: Dietmar Stanka

Ein Fahrbericht von Dietmar Stanka

In den TT RS dieser Generation habe ich mich schon beim ersten Reinsetzen und Losstarten vor ein paar Jahren verliebt. Ein pures Automobil mit dem richtigen Quäntchen Luxus und einem Fahrspaß der richtig knallt. So wie die heftigen Böller, die der im plus auf 265 kW (360 PS) verstärkte 5-Zylinder-Turbo in gewissen Beschleunigungsphasen losschießt. Vor allem beim Hochschalten mit der 7 Gang S tronic rockt der TT RS ab, so wie die Kanonenschüsse bei dem AC/DC-Song „We salute you“. Und ein Salut hat diese Sportskanone verdient, vor allem als Roadster, wo der Sound in Tunneln den Widerhall Dolby-Surround-artig durch sämtliche Fasern des Körpers rockt.

Mehr Power

Noch eine Metapher sei erlaubt, diesmal von Schauspieler Tim Allen in seiner Rolle als Tim Taylor in „Home Improvement“. Ja, mehr Kraft schadet nicht, vor allem dann, wenn es sich es sich um einen reinrassigen Sportler mit dem Kürzel „RS“ dreht. Die 20 PS mehr als im „normalen“ RS lässt sich Audi mit einem Aufpreis von 3.900 Euro honorieren. Beim Roadster, unseren Testwagen entsteht somit eine Gesamtsumme von 65.650 Euro.

Foto: Dietmar Stanka

Allerdings kosten die 20 PS ausstattungsbereinigt nix! Im plus-Paket sind nämlich die elektronische Abregelung der Höchstgeschwindigkeit bei 280 km/h inkl. dem Designpaket Carbon für den Motorraum (1.600 Euro), die Außenspiegelgehäuse in Carbon (1.100 Euro), die fetten 19-Zöller mit 255er Schlappen (1.400 Euro oder sogar 1.500 Euro) sowie die 2-flutige Sportabgasanlage mit ovalen Endrohren in Schwarz (1.000 Euro) Serie. Mehrwert also 5.100 bzw. 5.200 Euro. Das ist doch mal ein guter Deal.

So ein Paket lässt man sich gerne gefallen, vor allem dann, wenn das Wetter in der Testwagenzeit von Anfang bis Mitte September (fast) immer mitspielte. Offen unterwegs sein ist eben ein Genuss und egal ob zum Badesee oder zum verlängerten Wochenende Richtung Süden: Der Kofferraum mit einem Volumen von 250 Litern bewältigt solche Trips mit Leichtigkeit. Und die stehen im Gegensatz zu einigen wichtigen Mitbewerbern im Segment dank Stoffdoch immer zur Verfügung.

Die Ausstattung

Da gibt es nix zu bemängeln. Der TT RS plus Roadster hat (fast) alles an Bord, was gut und teuer ist. Serienmäßig versteht sich. Neben den bereits erwähnten plus Komponenten sind das die in einem Mix aus Alcantara und Leder gehüllten Sportsitze, die gegen einen Aufpreis von 2.855 Euro auch in RS Schalensitze getauscht werden können, die dann in Feinnappaleder gekleidet sind.

Dazu kommen Xenon-Scheinwerfer mit der obligatorischen, weil vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, Hochdruckreinigungsanlage sowie eine Klimaautomatik und selbstverständlich alle relevanten Sicherheitssysteme wie ABS, ESP, Airbags und die elektronische Differenzialsperre EDS für noch bessere Traktion.

Foto: Dietmar Stanka

So sind es nur ein paar Kleinigkeiten, die dem Audi TT RS plus Roadster noch gut zu Gesicht stehen. Das ist zum Beispiel das Navigationssystem plus mit der MMI-Bedienlogik von Audi. Oder der Bose Surround Sound für 605 Euro und in jedem Fall die Bluetooth-Schnittstelle für 300 Euro.

Fahrdynamik

Da mag man sagen was man will. Auch wenn der 5-Zylinder-Turbo von Audi schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist und bei Volllast vom Trinker zum Säufer mutiert. Vollgas auf der Autobahn quittiert der Sportler laut Bordcomputer nämlich gerne mit über 20 Litern! Aber es geht auch mit viel weniger gut ab. Im Schnitt liefen um die 11 Liter durch die Düsen und das bei reichlich Stadtverkehr. Dafür gibt kaum einen Sportwagen in dieser Leistungsklasse, der im Preis- Leistungsverhältnis mithalten kann.

Das beginnt mit dem bereits erwähnten infernalischen Sound-Gewitter und geht hin bis zu einem Fahrwerk, das selbst jenseits der 280 km/h das Auto wie das berühmte Brett auf der Straße liegen lässt. Um den extrem ausgeprägten Sportcharakter des TT RS plus Roadster nochmals zu toppen, ist auf der Mittelkonsole ein Schalter mit dem Buchstaben „S“ zu finden.

Foto: Dietmar Stanka

Wird dieser Knopf gedrückt, sorgen die Gaspedalkennlinie für ein noch direkteres Ansprechverhalten des Motors und die Klappensteuerung der Abgasanlage für eine weitere Verstärkung der Soundcharakteristik. Ist das adaptive Dämpfersystem Audi magnetic ride für 1.100 Euro an Bord, wird die Fahrwerksabstimmung zudem noch einen Ticken dynamischer.

Fazit

Im Laufe eines Jahres sind immer wieder Fahrzeuge im Testfuhrpark, die ich gar nicht mehr hergeben möchte. Dazu gehört definitiv auch der Audi TT RS plus Roadster. Dem Auto ist die schiere Kraft in die Karosserie geschneidert, ohne auch nur den leisesten Hauch von Prolligkeit zu verströmen. Selbst der bei unseren Testwagen fest montierte Spoiler müsste nicht sein. Audi bietet diese wichtige aerodynamische Hilfe auch in der im Kofferraum versenkten Variante an, die nur bei Bedarf oder auf Knopfdruck aktiviert wird. (ds)

 

Technische Daten: Audi TT RS plus Roadster

Motor: 5-Zylinder-Benziner

Getriebe: S tronic Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum: 2.480 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 265 kW (360 PS)/5.500 – 6.700

Max. Drehmoment: 465 Nm bei 1.650 – 5.400 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.198/1.842/1.348 in mm

Radstand: 2.468 in mm

Leergewicht: 1.610 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.855 kg

Kofferrauminhalt: 250 l

Bereifung: 245/40 ZR 18

Felgen: 9 x 18? Leichtmetall

Beschleunigung: 4,2 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Tankinhalt: 60 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 8,6 l auf 100 km

Preis: 65.650 Euro inkl. MwSt.

Foto: Dietmar Stanka