Klein, frech und gemein. Jedes Jahr zur Winterzeit flimmern die Gremlins über die Bildschirme und zeigen uns, wie fies man trotz kleiner Ausmaße sein kann. Genau diesen Gedankengang scheint auch ein bayerischer Automobilhersteller gehabt zu haben, als sie diesen kleinen Racker auf die Gummis stellten. Die Rede ist hier vom BMW 1er M Coupé – galant gesagt: der Drecksau vor dem Herrn.

Es mussten leider ein paar Tage vergehen, bevor wir es terminlich endlich schafften, ein Rendezvous miteinander einzugehen. Nun, kurz vor Winteranfang, also passend zur Gremlin-Zeit, wurde er zwar seiner Sommersocken beraubt, doch das sollte uns nicht hindern, eine große Freundschaft miteinander einzugehen.

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BMW 1er M Coupe (E82) MY2011

Die Optik des 1er M Coupé sorgt für ein eigenständiges Auftreten. Mit 5,5 cm mehr Breite plustert sich der kleine BMW mächtig auf. Jedes Element, das hier verändert wurde, soll auch Sinn ergeben. So sorgen in der Front drei große Lufteinlässe für eine optimale Kühlung. Sogenannte Air Curtains verhindern aerodynamisch ungünstige Verwirbelungen im Bereich der Radhäuser.  Die serienmäßigen Bi-Xenonscheinwerfer, die im oberen Bereich mit zwei LED-Akzentleuchten besetzt wurden, geben ihm den bösen Blick, der Schleicher zum Wechseln der Fahrbahn auffordern soll.

In der Seitensicht kommen die imposanten Radhäuser besonders gut zum Vorschein. Am vorderen Radhaus flankiert das Kiemenelement mit M Signatur und bildet zudem den Ausgangspunkt einer Sicklinie, die bis ins Heck verläuft. Standardmäßig fährt das Coupé auf 19-Zoll-M-Leichtmetallrädern vor, die schon im Competition-Paket des M3 ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt haben. Die schwarzen, im Windkanal optimierten Seitenspiegel lassen ein Flair von M3 aufblitzen. Am Heck geben neben den L-förmigen LED Rückleuchten die vier etwas lieblos angebrachten Endrohre den Ton an. Für den nötigen Abtrieb sorgt eine dezente Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel. Bei den Außenfarben hat der Kunde die Wahl zwischen drei Farben: Alpinweiß, Saphirschwarz oder die exklusiv für das 1er M Coupé entwickelte Farbvariante Valencia Orange metallic.

BMW 1er M Coupe (E82) MY2011

Im Innenraum geht es BMW typisch sauber und aufgeräumt zu. Die bequemen Sitze bieten einen hervorragenden Seitenhalt. Sämtliche Navigations- und Multimediafunktionen lassen sich bequem über das mittig positionierte I-Drive bedienen. Dessen Befehle werden auf dem ausreichend großen TFT-Display in der Mittelkonsole ausgeführt. Neben dem bequemen Lederbezug dominiert Alcantara das Cockpit und gibt dem Innenraum neben den M-typischen Modifizierungen eine eigene Note. Durch orangefarbene Ziernähte bekommt der Innenraum noch ein wenig Pepp mit auf den Weg. Auf den Hintersitzen lässt es sich für kurze Stadtrips aushalten, grundsätzlich sollte diese Zone aber coupétypisch maximal als zusätzliche Ladezone gebraucht werden. Dafür muss aber der 370 Liter große Kofferraum auch erst mal gefüllt werden. Für einen längeren Trip zu zweit wurde also vorgesorgt.

Auf der anderen Seite, nämlich unter der langen Motorhaube, produziert ein doppelt aufgeladener Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum satte 340 PS/250 kW genug Futter für die Hinterachse. Die Hundertermarke wird nach 4,9 Sekunden markiert, Tempo 200 wird in 17,3 Sekunden absolviert. Erst bei Tempo 250 kommt die BMW Tempokastration zum Vorschein. Das ohnehin schon satte Drehmoment von 450 Nm lässt sich kurzfristig mittels Overboost Funktion unter Volllast auf 500 Nm anheben. Bei einem Leistungsgewicht von nur 4,4 kg/PS übermittelt es dem Fahrer eher den Eindruck, man sitze in einem bärenstarken Diesel mit prächtigem Sound statt in einem Benziner. Dabei geizt das Coupé auch als Benziner mit dem Sprit, denn dank Efficient-Dynamics-Maßnahmen wie Bremsenergie-Rückgewinnung und bedarfsgerecht gesteuerten Nebenaggregaten liegt der EU- Durchschnittsverbrauch bei 9,6 Litern und ringt den Co2 Wert auf 224 Gramm pro km herunter. In der Realität kamen wir nach knapp 2500 km auf 11 Liter, was immer noch einen einwandfreien Wert darstellt.

BMW 1er M Coupe (E82) MY2011

Wer nun denkt, dass bei diesem Kraftwerk eine quasi unkontrollierbare Fahrmaschine auf die Straße geschickt wurde, der irrt. Trotz des relativ kurzen Radstands ist das sportliche Fahrwerk immer noch komfortabel genug für Langstrecken abgestimmt. Die kurze, manuelle 6-Gang-Schaltung lässt sich dabei butterweich bedienen. Sie wurde speziell für die Kooperation mit drehmomentstarken Motoren konzipiert und wartet mit einem im Vergleich zu herkömmlichen Getrieben deutlich geringeren Gewicht von rund 43 Kilo auf.

Das Lenkrad gibt ein straffes Feedback der Straße wieder. Die Abstimmung des famosen doppelt aufgeladenen Reihensechszylinders ist hervorragend abgestimmt und reagiert auf kleinste Gasstöße. In kaum einer Situation zeigt dieses Aggregat Schwächen, Kraftreserven waren immer ausreichend vorhanden. Einzig leichte Bodenwellen mit hohen Geschwindigkeiten lassen das Heck gelegentlich ein wenig unruhig wirken und erfordern erhöhte Aufmerksamkeit.

BMW 1er M Coupe (E82) MY2011

Sollte man dann nach einem kleinen Urlaubstrip zu zweit mit vollgepacktem Kofferraum jetzt noch zufälligerweise an einem Point of Interest, wie dem Nürburgring vorbeikommen, dann lässt es sich der BMW auch nicht nehmen, ein paar Runden den Larry heraushängen zu lassen. Denn hierfür wurde er ja gewissermaßen gemacht. Mit aktiviertem M-Modus wird die Kennlinie der Motorsteuerung aggressiver und direkter, um das letzte Quäntchen Power herauszuholen. Wer es sich zutraut, kann die Elektronik auch komplett deaktivieren.

Die Lenkung agiert dabei als präziser Taktstock, dessen Dirigent mit fein dosierten Gasstößen das Orchester animiert. Grazil und scheinbar unbeschwert wieselt das 1er-M-Coupé in jede noch so kleine Windung. Vollgas auf der Geraden, der Reihensechszylinder zerrt den Fahrer in die Sitze. Kurz vor dem Kurveneingang in die Eisen: Die Compound-Hochleistungsbremsanlage lässt die Gurte mit der Schulter schmusen. Kurvenausgang: Vollgas! Die variable M Differenzialsperre sorgt für optimale Traktion und baut bei Bedarf ein bis zu 100-prozentiges Drehmoment auf. Sie reagiert auf Drehzahlunterschiede zwischen rechtem und linkem Hinterrad und leitet das Antriebsmoment in Sekundenbruchteilen um. So soll auch auf rutschigen Fahrbahnen ein Plus an Bodenhaftung erreicht werden. In der Praxis hat sich dies mehr als einmal bestätigt.

BMW 1er M Coupe (E82) MY2011

Die herrlichen zwei Wochen mit dem motorisierten Gremlin sind leider vorbei. Doch wie schon beim Kultfilm bestehen wir auf eine Wiederholung zur nächsten Weihnachtszeit. Dafür macht er einfach zu süchtig.

Leistungsdaten: BMW 1er M Coupé (2011)

Motor: R6 BiTurbo
Leistung/Power: 250 kW (340 PS)
Antrieb: RWD
Gewicht/Weight: 1495 kg
Hubraum/Cubic Capacity: 2979 cm³
Drehmoment / Torque: 450 + 50 (bei Overboost) bei 1500–4500 U/min
Beschleunigung 0–100 km/h: 4,9 s
Geschwindigkeit / High Speed: 250 km/h (elektronisch abgeriegelt)Å
Preis / Price : ab 50.500,00 €
CO2- Emission: 224 g/km
Verbrauch, kombiniert: 9,6 l/100 km

Fanaticar Magazin | Fotos: MarioRoman Pictures

Im Innenraum geht es BMW typisch sauber und aufgeräumt zu. Die bequemen Sitze bieten einen hervorragenden Seitenhalt. Sämtliche Navigations- und Multimediafunktionen lassen sich bequem über das mittig positionierte I-Drive bedienen. Dessen Befehle werden auf dem ausreichend großen TFT-Display in der Mittelkonsole ausgeführt. Neben dem bequemen Lederbezug dominiert Alcantara das Cockpit und gibt dem Innenraum neben den M-typischen Modifizierungen eine eigene Note. Durch orangefarbene Ziernähte bekommt der Innenraum noch ein wenig Pepp mit auf den Weg. Auf den Hintersitzen lässt es sich für kurze Stadtrips aushalten, grundsätzlich sollte diese Zone aber coupétypisch maximal als zusätzliche Ladezone gebraucht werden. Dafür muss aber der 370 Liter große Kofferraum auch erst mal gefüllt werden. Für einen längeren Trip zu zweit wurde also vorgesorgt.

Auf der anderen Seite, nämlich unter der langen Motorhaube, produziert ein doppelt aufgeladener Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum satte 340 PS/250 kW genug Futter für die Hinterachse. Die Hundertermarke wird nach 4,9 Sekunden markiert, Tempo 200 wird in 17,3 Sekunden absolviert. Erst bei Tempo 250 kommt die BMW Tempokastration zum Vorschein. Das ohnehin schon satte Drehmoment von 450 Nm lässt sich kurzfristig mittels Overboost Funktion unter Volllast auf 500 Nm anheben. Bei einem Leistungsgewicht von nur 4,4 kg/PS übermittelt es dem Fahrer eher den Eindruck, man sitze in einem bärenstarken Diesel mit prächtigem Sound statt in einem Benziner. Dabei geizt das Coupé auch als Benziner mit dem Sprit, denn dank Efficient-Dynamics-Maßnahmen wie Bremsenergie-Rückgewinnung und bedarfsgerecht gesteuerten Nebenaggregaten liegt der EU- Durchschnittsverbrauch bei 9,6 Litern und ringt den Co2 Wert auf 224 Gramm pro km herunter. In der Realität kamen wir nach knapp 2500 km auf 11 Liter, was immer noch einen einwandfreien Wert darstellt.

Wer nun denkt, dass bei diesem Kraftwerk eine quasi unkontrollierbare Fahrmaschine auf die Straße geschickt wurde, der irrt. Trotz des relativ kurzen Radstands ist das sportliche Fahrwerk immer noch komfortabel genug für Langstrecken abgestimmt. Die kurze, manuelle 6-Gang-Schaltung lässt sich dabei butterweich bedienen. Sie wurde speziell für die Kooperation mit drehmomentstarken Motoren konzipiert und wartet mit einem im Vergleich zu herkömmlichen Getrieben deutlich geringeren Gewicht von rund 43 Kilo auf.

Das Lenkrad gibt ein straffes Feedback der Straße wieder. Die Abstimmung des famosen doppelt aufgeladenen Reihensechszylinders ist hervorragend abgestimmt und reagiert auf kleinste Gasstöße. In kaum einer Situation zeigt dieses Aggregat Schwächen, Kraftreserven waren immer ausreichend vorhanden. Einzig leichte Bodenwellen mit hohen Geschwindigkeiten lassen das Heck gelegentlich ein wenig unruhig wirken und erfordern erhöhte Aufmerksamkeit.

Sollte man dann nach einem kleinen Urlaubstrip zu zweit mit vollgepacktem Kofferraum jetzt noch zufälligerweise an einem Point of Interest, wie dem Nürburgring vorbeikommen, dann lässt es sich der BMW auch nicht nehmen, ein paar Runden den Larry heraushängen zu lassen. Denn hierfür wurde er ja gewissermaßen gemacht. Mit aktiviertem M-Modus wird die Kennlinie der Motorsteuerung aggressiver und direkter, um das letzte Quäntchen Power herauszuholen. Wer es sich zutraut, kann die Elektronik auch komplett deaktivieren.

Die Lenkung agiert dabei als präziser Taktstock, dessen Dirigent mit fein dosierten Gasstößen das Orchester animiert. Grazil und scheinbar unbeschwert wieselt das 1er-M-Coupé in jede noch so kleine Windung. Vollgas auf der Geraden, der Reihensechszylinder zerrt den Fahrer in die Sitze. Kurz vor dem Kurveneingang in die Eisen: Die Compound-Hochleistungsbremsanlage lässt die Gurte mit der Schulter schmusen. Kurvenausgang: Vollgas! Die variable M Differenzialsperre sorgt für optimale Traktion und baut bei Bedarf ein bis zu 100-prozentiges Drehmoment auf. Sie reagiert auf Drehzahlunterschiede zwischen rechtem und linkem Hinterrad und leitet das Antriebsmoment in Sekundenbruchteilen um. So soll auch auf rutschigen Fahrbahnen ein Plus an Bodenhaftung erreicht werden. In der Praxis hat sich dies mehr als einmal bestätigt.


Die herrlichen zwei Wochen mit dem motorisierten Gremlin sind leider vorbei. Doch wie schon beim Kultfilm bestehen wir auf eine Wiederholung zur nächsten Weihnachtszeit. Dafür macht er einfach zu süchtig.

Fanaticar Magazin | Fotos: MarioRoman Pictures

Leistungsdaten: BMW 1er M Coupé (2011)

Motor: R6 BiTurbo
Leistung / Power: 250 kW (340 PS)
Antrieb: RWD
Gewicht / Weight: 1495 kg
Hubraum / Cubic Capacity: 2979 cm³
Drehmoment / Torque: 450 + 50 (bei Overboost) bei 1500-4.500 U/min
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 4,9 s
Geschwindigkeit / High Speed: 250 km/h (elektronisch abgeriegelt)Å
Preis / Price : ab 50.500,00 €
CO2- Emission: 224 g/km
Verbrauch, kombiniert: 9,6 l/100 km