2013 Cadillac CTS-V Coupé -Fanaticar Magazin

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Dieser Cadillac stellt sich jeder Herausforderung! Egal ob AMG, BMW M, Audi RS oder Jaguar RS – er hat kein Problem damit, sich mit jedem einzelnen von ihnen zu messen. Gegebenenfalls werden sie einfach vernichtet, denn das CTS-V Coupé ist mehr als nur ein europäischer Underdog. 415 kW (564 PS) aus einem mittels Kompressor zwangsbeatmeten V8 mit 6,2 Liter Hubraum und ein maximales Drehmoment von exorbitanten 747 Nm!!! Noch Fragen? Okay, es gibt diesen automobilen Oberhammer in drei Karosserieformen. Als klassische Limousine, praktischen Kombi und als atemberaubendes Coupé. Und über genau dieses Fahrzeug dreht sich unser Fahrbericht der besonderen Art.

2013 Cadillac CTS-V Coupé -Fanaticar Magazin

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Formensprache

 Betörend. Faszinierend. Beeindruckend. Das Design des CTS-V in seiner Ausformung als Coupé hat mehr etwas von einem Raumgleiter des 23. Jahrhundert, als von einem Automobil. Mit diesem Fahrzeug ist Auffallen leicht gemacht. Und doch wirkt der CTS-V nicht protzig oder gar prollig. Gediegen auf der einen Seite, ungemein sportlich auf der anderen. Die Formensprache setzt sich im Fahrzeuginneren  ohne jegliche Aufdringlichkeit mit scharfen Linien fort.

Qualität, bei US-Amerikanern vor vielen Jahren durchaus ein Thema, wird bei Cadillac genauso groß geschrieben, wie bei den bereits erwähnten Herstellern teurer und schneller Automobile. Passend zum Sportler sind Lenkrad und Sitze mit rutschhemmenden Alcantara in edlem Grau überzogen. Die vorderen Sitzmöbel, elektrisch verstellbar inkl. Memoryfunktion, stammen von Recaro und sind mit Lordosenstütze sowie ebenfalls pneumatisch gesteuerten Seitenflanken ausgestattet. Zudem sind sie beheizbar und zum Kühlen erhitzter Gemüter belüftet.

Die gut ablesbaren Instrumente und die ergonomisch angeordneten Bedieneinheiten lassen die Fahrt im Cadillac CTS-V bei jeder Geschwindigkeit (fast) zu einem Kinderspiel werden. Wären da nicht die 564 PS unter der Motorhaube, auf die später noch intensiv eingegangen wird. Die Übersicht nach hinten wird beim Rangieren mittels Rückfahrkamera optimiert. Die überdimensionierte C-Säule des Coupés schränkt die Sicht logischerweise extrem ein.

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Motor und Fahrwerk

Ein V8 mit 6,2 Litern ist in ähnlicher Konfiguration als Triebwerk auch in der Corvette C6 verbaut. In Kombination mit einem ladeluftgekühlten Kompressor der Eaton Twin Vortices Series stemmt der Motor sagenhafte 747 Nm auf die Hinterachse. Verbunden mit dem von uns als Handschalter getesteten Sechsgang-Getriebe schwänzelt der CTS-V bis locker in den dritten Gang mit dem kantigen Hinterteil. Eine zügig schaltende Sechsgang-Automatik mit Schaltpaddels ist ohne Aufpreis ebenso zu bekommen, 

Dieses Schwänzeln wäre aber noch ausgeprägte, wäre da nicht ein Sperrdifferenzial auf der Hinterachse eingeflanscht. Wegen der hohen Belastung ist das Differenzialgehäuse aus Gusseisen, ein Differenzialkühler sorgt für das optimale Betriebsklima. Um Drehmomentschwankungen entgegenzuwirken, sind asymmetrische Antriebswellen verbaut. Die Traktion wird zudem von eigens für den CTS-V von Michelin entwickelten Pilot Sport 2 Reifen unterstützt. Montiert auf 19-Zöllern sind diese Räder nicht nur eine hübsche Zier für den sportlichsten Cadillac aller Zeiten. 

Ein besonderes Augenmerk gilt bei einem Cadillac der V-Serie der Magnetic Ride Control (MRC). Das im Moment weltweit am schnellsten reagierende Dämpfersystem verfügt über Radsensoren, die den Straßenzustand im Millisekundentakt lesen und dadurch eine unverzügliche Dämpferabstimmung ermöglichen. Das führt bei langen Autobahnkurven, die oftmals Wellen aufweisen zu einen ungleichen Kampf gegenüber echten Sportwagen, die bei einem solchen Infight definitiv den Kürzeren ziehen.

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Würde man die Dämpfer öffnen und den Inhalt unter dem Mikroskop beäugen, käme man hinter einen Teil des Geheimnisses von MRC. In der darin befindlichen Flüssigkeit befinden sich winzige Eisenteilchen, die auf ein variables elektromagnetisches Feld ansprechen und dadurch die Viskosität verändern. Dadurch bedingt, liegt der CTS-V wie das berühmte Brett und kann Kurven egal welcher Art wesentlich schneller und dynamischer durcheilen wie manch anderer Zeitgenosse der Supersportlerriege. Für entspanntes dahingleiten ist der Modus Tour empfehlenswert, um anderen zu zeigen wo der Hammer wirklich hängt, empfiehlt sich der Sport-Modus.

Wer rasant unterwegs sein will, sollte auch zuverlässig Geschwindigkeit in einem ähnlich schnellen Maße abbauen können. Dieses Werk verrichtet im CTS-V eine Hochleistungsbremsanlage von Brembo, die vorne mit Sechskolben-Bremssätteln und hinten mit Vierkolbensätteln ausgestattet ist. Um auch die x-ste Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings ohne Fading zu drehen, sind die vorderen Bremsen aus zwei verschiedenen Metallen gefertigt. Gusseisen für die Bremsoberfläche und Aluminium für den Topf verringern zudem die ungefederten Massen.

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Ausstattung

„Fully equiped“ nennt ein Amerikaner ein Fahrzeug wie den Cadillac CTS-V.  Müßig alles aufzuzählen was drin und dran ist, deshalb sollen ein paar Beispiele genügen. Xenon-Scheinwerfer mit adaptiven Fahr- und Kurvenlicht, Rückfahrkamera, sechs Airbags und schlüsselloser Zugang sind ebenso an Bord wie ein Navigations- und Audiosystem mit Bose 5.1 Surroundsystem und 40 GB Speicherkapazität. Einzig für das Glasschiebedach (980 Euro), Echtholzapplikationen (910 Euro), Tricoatfarben (1.670 Euro) sowie hochglanzpolierten Felgen (1.130 Euro) und entweder rot oder gelb lackierten Bremssätteln (840 Euro) müsste zusätzlich Geld in die Hand genommen werden.

Fazit

So viel Auto, so viel Leistung, so viel Ausstattung und so hohe Qualität gibt es nur bei Cadillac. Da lässt es sich einfacher verschmerzen, dass bei unseren Testfahrten im Schnitt locker mehr als 16 Liter in den acht großen Töpfen verbrannt wurden. Ein Blick auf die Verbrauchswerte der direkten Mitbewerber ergibt aber ein ähnliches Ergebnis. Somit bleibt das Gesamtpaket als einzigartig zu würdigen und sich mit einem Cadillac CTS-V endgültig in andere Sphären zu katapultieren. (ds)

Text: Dietmar Stanka
Fotos: Dietmar Stanka

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