Der neue Cooper Mini SE war bei uns zu Besuch. Dabei hat er auch mit elektronischer Befeuerung nichts von seinem Charme verloren. Ganz im Gegenteil. Was er kann und was nicht erfahrt ihr in unserem Fahrbericht auf Fanaticar. 

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Mini Cooper SE – Im Auto-Quartett gegen den Cooper S unterlegen. Aber…

Elektroautos muss man anders begreifen. Anders erleben. Das merkt man ganz besonders, wenn man in den direkten Vergleich mit dem durch und durch benzingetränkten Mini
Cooper S geht. Da punktet der SE zwar mit 8 PS mehr Leistung aber mal abgesehen von Verbrauch und Emissionswerten zieht er gegen das Original den Kürzeren. Auf dem geduldigen Papier!

Das Autoquartett kann aber nicht aufgreifen was geschieht, wenn der Elektro-Mini von der Leine gelassen wird. Denn da wo der Turbolader des S sich noch sammelt, giert der Cooper SE ungeniert nach vorne. Kein Turboloch, kein Durchsortieren der Gänge – einfach geradeaus als gäbe es kein Morgen mehr. Doch kommen wir nochmal zurück zum technischen Part.

2021 Mini Cooper SE | Fanaticar Magazin

Mini Cooper SE -Die Technik ist bekannt

Die Technik dafür haben sich die Mini Jungs aus dem mehr als bewährten BMW i3s geholt und es in die aktuell verfügbare Mini-Karosserie verbaut. Cool wäre es gewesen, wenn man sich auch getraut hätte den Hinterradantrieb zu übernehmen aber nun gut. Insgesamt kann man sagen, dass die Ingenieure eine saubere Arbeit geleistet haben. Der Cooper SE fühlt sich an als wäre er schon immer dafür geplant worden. Die Kunden sehen das wohl auch so denn der SE verkauft sich mittlerweile wirklich gut. Und wer weiß, was die nächste Mini-Generation mit sich bringt?

Der Elektromotor und Batterien wurden dabei so effizient verbaut, dass nichts vom Ladevolumen verloren ging. Es bleibt also bei 211 Litern beziehungsweise 731 Litern mit umgeklappten Rücksitzen.

Der Vorteil der im Unterboden verbauten Akkus ist der niedrige Schwerpunkt. Der Nachteil ist das Plus an Gewicht. Immerhin hat der Cooper SE mit 1440 Kilogramm satte 140 Kilo mehr mit sich rumzuschleppen als der reguläre S. Das kompensiert er aber sehr geschickt durch die sofort anstehende Leistung. Auf der Landstraße geht der Elektro-Brite gefühlt genauso flott ums Eck wie sein Benziner-Bruder.

Wer sich einmal mit dem grandiosen One-Pedal-Driving vertraut gemacht hat, der merkt auch bei dynamischer Fahrt schnell die Vorteile zu schätzen. Elektrisch wieseln bedeutet, sich nicht um Gangwahl, Turboloch oder leichte Bremsvorgänge kümmern zu müssen. In meisten Fällen gehst du vom Gas bis du dich um die Kurve traust. Der Mini nutzt die Wirkung der Bremsenergie zur Rekuperation. Im Alltag gibt es kaum eine Situation wo man noch mit dem Bremspedal nachhelfen muss. Wer im Auto arbeiten möchte, der ist beim Cooper SE definitiv falsch aufgehoben. Fahren war nie einfacher.

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Trotz Frontantrieb | Der Mini Cooper SE stürmt voran

Wie schon erwähnt hat Mini sich die Technologie aus dem BMW i3s gemopstaber auf Hinterradantrieb verzichtet. Man muss den Ingenieuren aber wirklich ein Lob dafür aussprechen, dass man das bei Elektrofahrzeugen quasi sofort eintretende Maximaldrehmoment hier sauber in den Zaum bekommen hat. Selbst bei feinsten Hamburger Schietwetter regelte die Elektronik sauber und ohne Gezappel. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt halt wieder, dass hier echte Fahrwerkskönner am Start sind.

Ist der Sport-Modus aktiviert wird der Cooper SE nochmal richtig giftig. Die Lenkung ist so direkt wie eh und je und durch den niedrigen Schwerpunkt traut man sich hier und da nochmal etwas mehr in die Kurve reinzulegen. Vielleicht hätte die Gaspedalkennlinie noch ein wenig mehr analoge Freiheit bekommen können aber das ist Geschmackssache. Einzig die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h präsentiert sich als echte Spaßbremse. Aber hey – Cityflitzer, nicht Highwaycruiser.

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Reichweite: Mehr wäre Mehr!

Kommen wir also zur Nörgel Achilispherse eines jeden Elektroautos. Erste Frage eines jeden im Bekanntenkreis. Wieviel Kilometer kommst du denn damit? Und wagst du es tatsächlich die von Mini kommunizierten 234 Kilometer anzugeben dann geht die Diskussion los. Um es mal auf den Punkt zu bringen. Ja 234 Kilometer – im Alltag waren es eher 130-180 Kilometer – sind nicht viel Reichweite. Aber der Mini war schon immer als Stadtauto konzipiert und nicht um tagtäglich von Hamburg nach Berlin zu ballern.

Mal abgesehen von einem Ausflug an die Nordsee bin ich im Hamburger Umkreis nie in Ladeschwierigkeiten gekommen. Im Gegenteil- die erste Woche habe ich den SE nicht einmal geladen. Mini musste einfach abwägen. Mehr Akku, mehr Reichweite. Aber : Mehr Akku – mehr Gewicht – weniger Fahrspaß. Und das Mini-Feeling zu erhalten ist das höchste Gut. Ich bin mir aber sicher, dass die nächste Mini Generation mit ganz anderen Reichweiten punkten wird, ohne dabei den Fahrspaß zu trüben.

Der Vorteil an den kleinen Akkus ist, dass das Laden recht flott geht. An einem Schnellader angeschlossen ist der Cooper SE in etwas über einer halben Stunde wieder auf 80 %. Gehört man zu den glücklichen Garagen-Besitzern mit Stromanschluss geht es mit der Haushaltssteckdose in 12 und mit Wallbox in 2,5 Stunden von 0 auf 80 %.

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Mini Cooper SE | Der pefekte Daily-Driver

Ansonsten weiß der Mini Cooper SE im Alltag zu gefallen. Und man weiß einfach woran man ist. Der Innenraum ist nach wie vor erstaunlich freizügig geraten nur der Kofferraum treibt einem mal wieder Tränen der Verzweiflung in die Augen. Das Infotainment-System kommt von Mama BMW und weiß auch hier wieder durch seine perfekte intuitive Bedienung zu überzeugen. Auch der Tacho ist zum Teil digital und fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Und last but not least – Sitze und Lenkrad sind ein echter Genuss.

Damit der Mini Cooper SE nicht gleich jedem einen Herzinfarkt bereitet, wenn er sich von hinten anschleicht, kommt auch hier ein Soundmodul zum Einsatz. Dieser ist tatsächlich extrem gut gelungen. Nicht zu nervig, leicht spacig und auch nur in den unteren Geschwindigkeiten zu hören. Da könnte sich unter anderem Renault mit dem übelst nervigen Zoe Sound ein gewaltiges Beispiel dran nehmen wie man es richtig macht.

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Fazit | Ein Cityflitzer mit grünem Gewissen

Der Mini Cooper SE ist ein echter Genuss für alle, die sich primär im urbanen Umkreis bewegen. Er ist definitiv kein Freund der Langstrecke dafür aber ein echter Buddy, wenn es um enge Parklücken geht. Dennoch lässt es sich mit dem Cooper SE herrlich flink ums Eck wieseln. Zu Recht trägt er das S stolz im Heck. Man darf schon gespannt sein was Mini in der nächsten Generation auf die Pneus stellen wird.

Technische Daten Mini Cooper SE (2021)

MotorElektro
BatterieLithium-Ionen (32,6 kWh
AntriebFront
Leistung184 PS (135 kW)
maximales Drehmoment270 Nm
Höchstgeschwindigkeit150 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h7,3 Sekunden
Länge3.850 mm
Breite1.727 mm
Höhe1.432 mm
Leergewicht1.440 kg
Maximalgewicht
Kofferraumvolumen211 Liter
Kofferraumvolumen bei umgeklappten Rücksitzen731 Liter
Ladezeit 0 auf 80 % (2,3 kW Wechselstrom)12 Stunden
Ladezeit 0 auf 80 % (11 kW Dreiphasen-Wechselstrom)2,5 Stunden
Ladezeit 0 auf 80 % (35 kW Gleichstrom)35 Minuten
Verbrauch kombiniert17,6-15,2 kWh/100 km
CO2 Emissionen0 g/km
EnergieeffizienzklasseA+
Reichweite (WLTP)203- 234 Kilometer
Reichweite im Alltags-Test (14 Tage)130-180 Kilometer
Gefahrene Kilometer757,3 Kilometer
Durchschnittsverbrauch nach Abgabe16,5 kWh/100 km
Preis32.399,99 Euro
Mehr Infos zum Mini Cooper SEHerstellerseite

Credits

Fanaticar Magazin | Text: Mario-Roman Lambrecht | Fotos: MarioRoman Pictures
Das Auto wurde uns freundlicherweise von Mini testweise zur Verfügung gestellt.