Dieser Wurf des britischen Automobilherstellers ist ein ganz großer. Selten hat eine Nischenmarke mit einem Nischenmodell einen derartigen Erfolg hingelegt. Range Rover und sein Evoque.
Ein Schachzug, der offenbar besser funktioniert hat, als selbst die Entwickler erwartet hätten. Kaum ein Jahr auf dem Markt, schon wird dieses auffällig gezeichnete SUV weltweit nachgefragt. Und zwar nicht in der abgespeckten Basis, sondern genau dort, wo es teuer wird. Der Range Rover Evoque Fronttriebler eD4 für 33.400 Euro? Interessiert kaum jemanden. Allrad, Ausstattung und Preis jenseits der 50.000 Euro sind gefragt.

Die Erscheinung
So wie unser Testwagen, der SD4 mit 2,2-Liter-Diesel und 140 kW oder 190 PS. In der Version Dynamic, zwischen Pure und Prestige positioniert, liegt der Einstieg bei 46.400 Euro. Dazu das Sechsgang-Automatikgetriebe für 2.330 Euro und schon kratzt man an der 50.000-Euro-Marke. Ein paar Optionen später ist man deutlich darüber.
Dabei wäre es unfair, die Serienausstattung des Range Rover Evoque zu unterschlagen. Gerade in der Allradversion bringt der Evoque die bekannten Offroad-Technologien mit. Bergabfahrhilfe und das Terrain Response-System mit vier Fahrprogrammen gehören dazu. Normal für Straße und leichte Wege, Gras-Schotter-Schnee für rutschige Bedingungen, Schlamm für schwierigen Untergrund und Sand für lose Böden. Funktional und sinnvoll, auch wenn die meisten Käufer vermutlich nie die Wüste sehen.

Bereits im Range Rover Evoque SD4 Pure für 39.100 Euro gibt es 17-Zoll-Felgen, Zweizonen-Klimaautomatik, Teilleder und ein Audiosystem mit acht Lautsprechern. Die höheren Varianten setzen auf größere Räder und mehr Ausstattung. 19-Zoll serienmäßig, optional 20 Zoll, die optisch deutlich mehr hergeben. Innen sorgt ein Meridian-Soundsystem mit 380 Watt für Unterhaltung, gesteuert über einen 8-Zoll-Touchscreen.
Bi-Xenon-Scheinwerfer übernehmen die Lichtarbeit, während die Umfeldbeleuchtung nachts die Evoque-Silhouette auf den Boden projiziert. Nett, aber nicht entscheidend. Die Sitze im Dynamic sind elektrisch verstellbar und mit genarbtem Leder bezogen. Im Prestige kommt Oxford-Leder zum Einsatz, inklusive Erweiterung über Armaturenbrett und Türen.
Die Wahl zwischen Pure, Dynamic und Prestige bleibt letztlich Geschmackssache. Preislich liegen Dynamic und Prestige dicht beieinander. Wer gezielt auswählt, kommt auch mit dem Pure weit. Entscheidend ist, dass Käufer hier ohnehin wissen, was sie wollen.

Die Antriebseinheit
Der 2,2-Liter-Diesel liefert 420 Nm Drehmoment und harmoniert gut mit der optionalen Sechsgang-Automatik. Die Kombination passt sowohl für entspanntes Fahren als auch für zügige Gangwechsel per Schaltpaddel. Der Evoque bleibt dabei überraschend effizient. Die angegebenen 6,5 Liter sind optimistisch, aber rund 8 Liter im Alltag sind realistisch und im Segment akzeptabel.
Das Fahrwerk des Range Rover Evoque zeigt sich ausgewogen. Komfortabel auf langen Strecken, stabil auf der Straße und auch abseits befestigter Wege kontrollierbar. Genau diese Mischung macht den Evoque zu einem vielseitigen Fahrzeug. Weniger Hardcore-Offroader, mehr stilbewusstes SUV mit ernst zu nehmender Technik.
Fazit: Der Erfolg des Range Rover Evoque ist kein Zufall. Ein SUV mit auffälligem Design, solider Technik und klarer Positionierung. Dazu ausreichend Geländekompetenz und eine Ausstattung, die in dieser Klasse erwartet wird. Preislich bewegt er sich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Der Unterschied liegt im Auftritt und in der Art, wie er seine Fähigkeiten präsentiert.
Technische Daten: Range Rover Evoque SD4 Prestige
Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Automatik
Hubraum: 2.179 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 140 kW (190 PS)/3.500
Max. Drehmoment: 420 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.355/1.965/1.635 in mm
Radstand: 2.660 in mm
Leergewicht: 1.715 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2.350 kg
Kofferraumvolumen: 442 – 1.445 l
Bereifung: 235/55 R 19 vorne
Felgen: 8 x 19? Leichtmetall
Beschleunigung: 8,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Tankinhalt: 58 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,5 l auf 100 km (Euro5)
Preis: 47.200 Euro inkl. MwSt.
Fanaticar Magazin | Fotos: Dietmar Stanka









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