Der Fiat 124 Sport Spider feiert seinen 60. Geburtstag. Zwischen 1966 und 1985 entstanden knapp 200.000 Exemplare des offenen 2+2-Sitzers, dessen Leistung im Laufe der Jahre von 90 PS (66 kW) auf bis zu 135 PS (99 kW) stieg.

FIAT präsentierte den Fiat 124 Sport Spider 1966 auf dem Turiner Automobilsalon. Die von Pininfarina unter der Leitung des US-amerikanischen Designers Tom Tjaarda entworfene Karosserie kombinierte eine flach auslaufende Motorhaube mit ausgeprägten Kotflügeln, runden Scheinwerfern und einem charakteristischen Hüftschwung. Das verstärkte Chassis basierte auf der Fiat 124 Limousine, war jedoch um 14 Zentimeter verkürzt. An der Vorderachse arbeitete eine Einzelradaufhängung, hinten kam zunächst eine Starrachse zum Einsatz. Der von Ex-Ferrari-Techniker Aurelio Lampredi entwickelte Vierzylinder verfügte über etwas mehr als 1,4 Liter Hubraum, zwei obenliegende Nockenwellen und einen für die damalige Zeit fortschrittlichen Zahnriemenantrieb. Mit 90 PS (66 kW), serienmäßigem Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen an allen vier Rädern erreichte der rund 930 Kilogramm leichte Spider bis zu 170 km/h. Bereits von der ersten Baureihe AS gingen etwa zwei Drittel der Produktion in die USA.

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Im Laufe seiner sieben Modellgenerationen erhielt der Fiat 124 Sport Spider zahlreiche technische Überarbeitungen. Ab 1971 leistete der 1,6-Liter-Vierzylinder mit zwei Doppel-Fallstromvergasern 110 PS (81 kW). Eine spätere Ausführung kam mit einem Doppelvergaser auf 108 PS (79 kW) in Verbindung mit dem Fünfganggetriebe oder auf 104 PS (76 kW) mit Vierganggetriebe. Beim europäischen CS1 stieg der Hubraum auf 1,8 Liter und die Leistung auf 118 PS (87 kW). Die 1972 vorgestellte Homologationsversion Fiat Abarth 124 Rallye brachte es auf 128 PS (94 kW), erhielt eine hintere Einzelradaufhängung sowie ein Hardtop und Karosserieteile aus leichteren Materialien. Rund 1000 Exemplare dieser CSA-Baureihe entstanden innerhalb von drei Jahren. Für den amerikanischen Markt musste der 1,8-Liter-Motor später zunächst auf 93 PS (68 kW) und ab 1976 auf 87 PS (64 kW) angepasst werden. Ab Juli 1978 folgte ein Zweiliter-Motor mit 83 PS (61 kW) als Vergaserversion oder 102 PS (75 kW) mit Einspritzung. Eine nur rund 700-mal verkaufte Turboversion erreichte 120 PS (88 kW).

Nachdem der offene Zweiliter 1982 offiziell nach Europa zurückgekehrt war, übernahm Pininfarina die vollständige Fertigung und vermarktete das Fahrzeug als Spidereuropa. Ohne Katalysator leistete der Motor 105 PS (77 kW), mit Abgasreinigung waren es 103 PS (76 kW). Das Spitzenmodell Pininfarina Spidereuropa Volumex erhielt einen mechanischen Roots-Kompressor und erreichte 135 PS (99 kW) sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Dazu kamen ein Sportfahrwerk, Breitreifen auf Leichtmetallfelgen, Kotflügelverbreiterungen und eine Ladedruckanzeige. Pininfarina fertigte rund 500 Exemplare ausschließlich in Rot oder Schwarz; der Basispreis in Deutschland lag bei 29.600 D-Mark. Auch im Rallyesport hinterließ der Fiat 124 Sport Spider Spuren: Wettbewerbsversionen des frühen Spider erreichten bis zu 155 PS (114 kW), während der spätere Fiat Abarth 124 Rallye zunächst 165 PS (121 kW) und schließlich bis zu 210 PS (154 kW) mobilisierte. Als die Produktion 1985 endete, waren innerhalb von 19 Jahren rund 198.000 Fahrzeuge entstanden – mehr als 80 Prozent davon wurden in die USA geliefert.

Fanaticar Magazin | Fotos: Fiat