Kia bietet für acht seiner 15 vollelektrischen Modelle einen 22-kW-On-Board-Charger an. Bei den Varianten mit großer Batterie soll sich die Ladezeit gegenüber einem 11-kW-Lader im Durchschnitt um 46 Prozent verkürzen. Der Aufpreis beträgt 990 Euro.

Der stärkere AC-Lader ist ausstattungs- und optionsabhängig für die Kia EV2, EV3, EV4 und EV5 erhältlich. Hinzu kommen die Sportmodelle EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT sowie der Elektrotransporter PV5 Cargo. In Kürze soll auch der Kleinbus PV5 Passenger mit der 22-kW-Technik bestellbar sein.

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Der Vorteil zeigt sich vor allem bei kürzeren Standzeiten an öffentlichen Wechselstrom-Ladepunkten. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren zum 1. Juli 2026 rund 73,5 Prozent der mehr als 155.000 öffentlichen AC-Ladepunkte in Deutschland für 22 kW ausgelegt. Die höhere Ladeleistung kann somit an einem großen Teil der vorhandenen AC-Infrastruktur genutzt werden. Die bisherige maximale Ladeleistung von 11 kW lässt in Deutschland aufgrund von Blockiergebühren ab 4 Stunden nicht mehr zu, das Auto vollständig zu laden, ohne eine Strafe zu riskieren. Mit der Halbierung der Ladezeit ist damit nun nicht mehr zu rechnen.

Eine Auswertung von mehr als 400.000 Ladevorgängen deutscher Kia-Charge-Kunden seit Anfang 2025 zeigt unterschiedliche Standzeiten: Beim High-Power-Charging ab 150 kW lag der Durchschnitt bei 27 Minuten, beim DC-Laden mit bis zu 150 kW bei 38 Minuten und beim AC-Laden bei 142 Minuten. Rund 40 Prozent der Wechselstrom-Ladevorgänge dauerten jedoch höchstens eine Stunde.

Der 22-kW-On-Board-Charger verändert ausschließlich das Laden mit Wechselstrom; die DC-Schnellladeleistung bleibt davon unberührt. Für Fahrer ohne private Wallbox kann die Option dennoch relevant sein, wenn regelmäßig öffentliche AC-Säulen während Einkaufs-, Restaurant- oder Arbeitspausen genutzt werden. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Ladepunkt tatsächlich 22 kW bereitstellt.

Fanaticar Magazin | Fotos: Kia