Volkswagen bringt seinen weltweiten Erfolgsgaranten ins Stecker-Zeitalter und feiert die Weltpremiere des ID. Tiguan. Das vollständig neu entwickelte Elektro-SUV löst die bisherigen Baureihen ID.4 und ID.5 schrittweise ab und wird ab Anfang des kommenden Jahres parallel zum konventionell angetriebenen Tiguan angeboten.

Basierend auf der weiterentwickelten MEB+-Plattform rollt die seriennahe Studie für den europäischen Markt künftig im emsländischen VW-Werk Emden vom Band.

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Volkswagen ID. Tiguan / VW Id. Tiguan

Designsprache „Pure Positive“ und Rückkehr zu echten Tasten

Optisch folgt der 4,62 Meter lange ID. Tiguan der neuen VW-Designlinie Pure Positive mit aufrechterer SUV?Silhouette, präsentieren Flächen und klassischen Bügel-Türgriffen. Im Innenraum setzt der Hersteller konsequent auf das Kundenversprechen „True Volkswagen“: Neben dem 10-Zoll-Digital-Cockpit und dem 15-Zoll-Hauptdisplay lässt sich auf Wunsch erstmals in einem europäischen VW ein 12-Zoll-Beifahrerdisplay mit Privacy-Funktion ordern. Auf Kritik aus der Kundschaft hin kehren physische Tasten am Lenkrad, eine separate Tastenleiste für die Klimasteuerung und ein praktischer Fahrerlebnisschalter in der Mittelkonsole zurück. Als Hommage an die Markenhistorie lassen sich zudem Retro-Anzeigen im Stil von Golf I, Golf IV oder Käfer aktivieren.

Drei Antriebe mit bis zu 600 Kilometern Reichweite

Zum Marktstart stehen drei Antriebsvarianten bereit: Das Basismodell mit Heckantrieb leistet 140 kW (190 PS) und nutzt einen 58-kWh-LFP-Akku für bis zu 450 Kilometer Reichweite. Darüber rangiert eine Heckantriebsversion mit 210 kW (286 PS) und 77-kWh-NMC-Batterie, die eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern verspricht. Als vorläufiges Topmodell fungiert der 4MOTION-Allradler mit zweiter E-Maschine, 220 kW (299 PS) und bis zu 560 Kilometern Aktionsradius.

Volkswagen ID. Tiguan / VW Id. Tiguan

Ladetechnik: Das 400-Volt-Dilemma der MEB+-Plattform

Schnellladen gelingt am DC-Lader beim ID. Tiguan mit maximal 165 kW in 29 Minuten (von 10 auf 80 Prozent). Dass ausgerechnet der kleiner positionierte ID.3 Neo mit seinen bis zu 183 kW Peak-Ladeleistung auf dem Papier mehr kW erreicht als das neue SUV-Flaggschiff, wirkt innerhalb des Portfolios durchaus kurios. Praktisch unterstreichen die 165 kW jedoch vor allem, dass Volkswagen bei der MEB+-Architektur weiterhin starr auf ein 400-Volt-System setzt. Gegenüber der fernöstlichen Konkurrenz, die mit 800-Volt- oder gar 900-Volt-Technik Ladezeiten von unter 15 Minuten realisiert, gerät Wolfsburg hier technisch zusehends unter Druck. Es bleibt zu hoffen, dass die Kooperationen mit Rivian und Xpeng in puncto Plattformarchitektur und Ladetechnik bald auch im europäischen Kernportfolio Früchte tragen.

Praktische Detaillösungen für Alltag und Freizeit

In puncto Nutzwert möchte der ID. Tiguan seinem Namen dennoch alle Ehre machen. Neben einem großzügigen Raumangebot für die Passagiere steht ein zusätzliches Staufach unter der Fronthaube (Frunk) zur Verfügung, das Ladekabel und Kleinteile aufnimmt. Die Anhängelast liegt je nach Variante bei bis zu 2,0 Tonnen, womit der Stromer auch als Zugfahrzeug für Anhänger oder Freizeitgeräte einsatzbereit ist. Ein weiteres Highlight ist der optional erhältliche PowerSocket-Adapter, über den sich externe elektrische Geräte direkt an der Ladebuchse mit Strom versorgen lassen. Die genauen Preise und Ausstattungsdetails für den deutschen Markt gibt Volkswagen im Vorfeld des Bestellstarts bekannt.

Fanaticar Magazin | Fotos: Volkswagen