Der Volkswagen Tayron rückt als mögliches neues Spitzenmodell im SUV-Portfolio nach oben. Ein Fahrbericht mit dem 265 PS starken Top-Modell zeigt, wie ernst es Volkswagen meint.
Mit dem Volkswagen Tayron verabschieden sich die Wolfsburger vom Tiguan Allspace und platzieren ihn als eigenständiges Modell. Dabei hat er nichts von seinen Tugenden verloren, wie unser Kurztest zeigt. Vielmehr ordnet Volkswagen sein SUV-Portfolio neu und schafft Raum für ein Modell, das bewusst zwischen Tiguan (Fahrbericht) und Touareg (Fahrbericht) positioniert ist.

Im Gegensatz zum neuen T-Roc (Fahrbericht) ist der Tayron erfreulicherweise auch mit langstreckenfreundlichen Diesel-Varianten ab 150 PS (110 kW) verfügbar. Die stärkste Diesel-Version kommt mit Zweiliter-Turbo und 193 PS (142 kW) aus dem Werk. Dazu gibt es Allradantrieb und eine gebremste Anhängelast von bis zu 2,4 Tonnen serienmäßig obendrauf. Gerade für Vielfahrer, Caravan-Besitzer oder Bootsanhänger-Nutzer bleibt der Diesel damit ein relevanter Faktor.
Beide Varianten dürften nach wie vor zu den Bestsellern der Modellreihe zählen. Gleichzeitig dürfte auch die steuerlich besser gestellte Plug-in-Hybrid-Variante mit 204 PS (150 kW) ihre Abnehmer finden. Sie bietet bis zu 40 kW DC-Ladeleistung und ermöglicht längere Strecken im rein elektrischen Betrieb. Nach wie vor fehlt hier allerdings eine Allrad-Variante. Das gesammelte Systemdrehmoment von bis zu 350 Nm muss sich ausschließlich über die Vorderachse arrangieren. Im Alltag meist ausreichend, konzeptionell aber eine klare Einschränkung.

Die Top-Variante: Benziner mit Ansage
Die von uns getestete Top-Variante tritt mit bärenstarkem Zweiliter-Turbo-Benziner und 265 PS (195 kW) an. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 6,1 Sekunden, maximal sind bis zu 241 km/h drin. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sorgt für saubere und unauffällige Schaltvorgänge, während das optionale DCC-Fahrwerk auf der Geraden Bodenunebenheiten souverän wegfiltert.
Wie von Volkswagen gewohnt fährt sich der Tayron in fast jeder Situation ohne Fehl und Tadel. Auch flottere Kurvenpassagen bringen ihn nicht aus der Ruhe, selbst wenn der Sport-Modus keinen echten Sportwagen aus ihm macht – was er auch niemals sein will. Er bleibt kontrolliert, berechenbar und angenehm souverän.
Und dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Ob Volkswagen hier noch mit einer 333 PS starken R-Variante nachlegt? Offiziell ist dazu nichts bekannt. Angesichts der Technikbasis, des vorhandenen Allradantriebs und der Positionierung im Portfolio wäre ein solcher Schritt jedoch zumindest denkbar. Ob Volkswagen diesen Weg geht, bleibt offen. Nobody knows.

Der perfekte Ersatz für den Touareg?
Mal abgesehen von der maximalen Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen und den nochmals kräftigeren Motoren kann es der Tayron im Alltag durchaus mit dem Touareg aufnehmen. Mit einer gebremsten Anhängelast von bis zu 2.400 Kilogramm positioniert er sich klar als ernstzunehmendes Zugfahrzeug und deckt damit die meisten realistischen Anhänger-Szenarien souverän ab. Besonders auffällig ist zudem die effizientere Nutzung des Laderaums. Mit bis zu 2.090 Litern Ladevolumen übertrifft der Tayron den Touareg, der auf 1.675 Liter kommt.
Dazu verfügt der Tayron trotz rund zwölf Zentimeter geringerer Außenlänge und kürzerem Radstand optional über eine dritte Sitzreihe. Diese eignet sich primär für Kinder oder kürzere Strecken, erweitert den Nutzwert im Familienalltag jedoch spürbar. Die Materialauswahl wirkt in der Top-R-Line-Variante durchdacht, wenn auch nicht ganz so hochwertig wie im dafür auch deutlich teureren Touareg.

Innenraum und Alltag
Im Innenraum folgt Volkswagen seiner bekannten Logik. Alles sitzt dort, wo man es erwartet. Verarbeitung und Materialanmutung liegen auf hohem Niveau, insbesondere in den höheren Ausstattungslinien. Das Infotainment reagiert schneller und stabiler als in früheren Generationen, bleibt aber stark touchlastig. Entsprechend schnell ist im Alltag wieder Apple CarPlay aktiv. Dazu gibt es optional satten Sound aus dem Hause Harman Kardon. DAzu kommen klasse Features wie die gut zugängliche doppelte Ladeschale, etliche USB-C-Anschlüsse vorn und hinten und zumindest in der R-Line gemütliche Sitze.
Volkswagen hat zudem auf die massive Kritik am Touch-Bedienkonzept reagiert und bringt schrittweise physische Bedienelemente zurück. Das Lenkrad lässt sich wieder blind bedienen, ein zentraler Lautstärke- und Fahrmodi-Regler wie auch im neuen T-Roc ist dazugekommen. Der unbeliebte Touchslider bleibt aber weiter noch an Bord.

Einordnung im Portfolio
Der Volkswagen Tayron gibt den Spagat zwischen Tiguan und Touareg. Hinzu kommt, dass der Touareg inzwischen in seine Final Edition gegangen ist. Volkswagen hat bestätigt, dass die aktuelle Generation ausläuft. Ob es einen direkten Nachfolger geben wird, ist offen. Klar ist lediglich, dass ein klassischer Touareg mit Verbrennungsmotor aktuell keine Zukunft mehr hat. Denkbar wäre analog zum neuen Porsche Cayenne eine rein elektrische Variante. Konkrete Aussagen oder Zeitpläne gibt es jedoch nicht. Das bleibt Zukunftsmusik.
Der Volkswagen Tayron übernimmt im Portfolio eine Rolle, die lange offen war. Viel Platz, starke Motoren, echte Anhängelast und ein souveränes Fahrgefühl machen ihn zu einem der vielseitigsten Modelle der Marke. Kein Blender, kein Aufreger, sondern ein großes, durchdachtes SUV mit klarer Aufgabe: Sicher von A nach B kommen.

















Technische Daten 2025 Volkswagen Tayron
| Kategorie | Tayron eTSI 150 PS (Basis) | Tayron TSI 4MOTION 265 PS (R-Line) |
|---|---|---|
| Einstiegspreis | ab. 46.925,00 Euro | ab 65.340,00 Euro |
| Motor | 1.5 TSI Mild-Hybrid | 2.0 TFSI |
| Leistung | 110 kW (150 PS) | 195 kW (265 PS) |
| Drehmoment | 250 Nm | 400 Nm |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 9,7 Sekunden | 6,1 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h | 241 km/h |
| Antriebsart | Frontantrieb | Allradantrieb 4MOTION |
| Getriebe | 7-Gang-DSG | 7-Gang-DSG |
| Kraftstoffart | Benzin | Benzin |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 6,9–6,2 l/100 km | 8.5 l/100 km |
| CO?-Emissionen kombiniert | 157–142 g/km | 203–195 g/km |
| CO?-Klasse | F–E | G |
| Anhängelast gebremst | bis 2.200 kg | bis 2.300 kg |
| Fahrprofile | Eco, Comfort, Sport, Individual | Eco, Comfort, Sport, Individual, Offroad, Snow |
| Leergewicht | 1.773 kg | 1.818 kg |
| Radstand | 2.791 mm | 2.791 mm |
| Länge | 4.792 mm | 4.792 mm |
| Breite ohne Spiegel | 1.852 mm | 1.852 mm |
| Höhe | 1.660 mm | 1.660 mm |
| cw-Wert | 0,28 | 0,28 |
| Sitzplätze | 5 oder optional 7 | 5 oder optional 7 |
| Kofferraumvolumen (5-Sitzer) | bis 885 Liter | bis 885 Liter |
| Maximales Ladevolumen | bis 2.090 Liter | bis 2.090 Liter |
| Felgengröße Serie | 17 Zoll | 19 Zoll (R-Line) |
| Adaptives Fahrwerk | optional DCC Pro | optional DCC Pro |
Fanaticar Magazin | Fotos: MarioRoman Pictures







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