Volkswagen Caddy | Fanaticar MagazinDer Volkswagen Caddy ist ein verschlagenes Kerlchen. Zumindest wird er von vielen Polizeidienststellen dazu gemacht. Bösartig und hinterlistig verstecken die Verkehrsüberwacher gemeine Radaranlagen hinter den getönten Scheiben und positionieren sich als Wegelagerer meist an Ausfallstraßen. Fern von Schulen, Kindergärten oder Altenheimen. Aber genug gelästert. Die neueste, will heißen vierte Generation des bei Handwerkern, Familien und Freizeitsportlern allseits beliebten Transporters jedweder Art, steht in den Startlöchern.

Volkswagen Caddy | Fanaticar MagazinForm und Funktion

Wir haben uns für nähere Betrachtungen den Beach ausgesucht. Ehemals Tramper genannt, ist diese Version des Caddy das nahezu perfekte kompakte Reisemobil inklusive des alltäglichen Nutzwertes. Das Schlafgemach auf vier Rädern, erhältlich mit kurzem Radstand von 2,64 m oder auch als Maxi mit knapp über 3 m. Wir schnappten uns bei den ersten Testfahrten der vierten Generation Caddy die kürzere Version und düsten damit durch die Provence bis nach Avignon.

Leider war nicht genügend Zeit, um im Schatten der besungenen Brücke sämtliche Vorzüge des Beach auszuprobieren. Aber so viel sei erzählt. Wie kaum ein anderes Campingfahrzeug bietet der Caddy Beach auf einer relativ kleinen Verkehrsfläche Raum für den spontanen Urlaub. Drachenflieger, Bergsteiger, Taucher, Mountainbiker und und und können am Wochenende am Ort ihrer Begehrlichkeiten übernachten oder einen kleinen Ausflug an einen nahegelegenen See oder das Meer unternehmen.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Der Caddy Beach ist dabei wesentlich preisgünstiger als ein klassisches Reisemobil und bringt dazu noch hohe Alltagstauglichkeit mit. Klar müssen Einschränkungen gemacht werden, aber der Kurztrip lässt sich mit dem Beach allemal bewältigen. Es fährt eben stets das Bett für die Nacht mit, das sich mit wenigen Handgriffen aufbauen lässt.

Zudem dient die Liegefläche als Kofferraumabdeckung. Für den Aufbau des Bettes müssen lediglich die Lehnen der Fondsitze auf ihre Sitzfläche und die der vorderen Sitzlehnen nach vorne geklappt werden. Danach lässt sich das rund zwei 2 Meter lange und 1,10 Meter breite Bett aufklappen.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Zur Verdunkelung kommt im vorderen Bereich ein Vorhang zum Einsatz, der an der serienmäßigen Dachgalerie sowie an den Dachholmen befestigt wird. Der Vorhang lässt sich mittels Reißverschluss an der Matratze sichern. Ein Rollo am Heckfenster ist ebenfalls an Bord. Zwei herausnehmbare Stautaschen decken die hinteren Seitenfenster ab.

Eine Transistor-Innenleuchte und zwei LED-Spots sorgen für ausreichende Beleuchtung. Optional lässt sich für den Caddy Beach ein Heckzelt bestellen, das in dem Camping Paket mit Kühlbox, Aufstelltisch mit 2 Faltstühlen sowie Entlüftungsgitter für gesamt 987,70 Euro integriert ist. Es wird unter der geöffneten Heckklappe eingehakt, auf dem Boden mittels Zeltnägeln abgespannt und dient für zwei Reisende quasi als Windfang oder als Aufenthaltsraum mit ausreichend Stehhöhe.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Fahrverhalten

Die Annäherung des Caddy an den Golf oder Touran ist nicht nur optisch, sondern auch im Fahrverhalten deutlich spürbar. Der kleine Transporter-König basiert auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns und bringt damit sämtliche Annehmlichkeiten komfortabler Pkw mit.

Mit unserem 4MOTION, also dem Allradler, waren wir mit 90 kW (122 PS) unterwegs. Übrigens die einzige Motorisierung, die für den Caddy in dieser Konfiguration angeboten wird. Der kräftig ans Werk gehende Zweiliter lässt keine Müdigkeit aufkommen und beschleunigt den Beach bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Ausstattung

Volkswagen spendierte dem Caddy eine Reihe von Assistenzsystemen, die bis dato den Pkw vorbehalten waren. Unter anderem der Front Assist mit City-Notbremsfunktion, der so manchen Rempler gar nicht erst passieren lässt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten
unterhalb von 30 km/h bremst das System nämlich automatisch bis zum Stillstand ab. On Top haben wir zudem die automatische Distanzregelung ACC ausgesucht. ACC ist bis zu 160 km/h wirksam und wird für 261,80 Euro inklusive Geschwindigkeitsbegrenzer in den Caddy eingebaut.

Unser Objekt der Begierde, der Volkswagen Caddy Beach 4MOTION 2.0 TDI, muss sich zu seinem Basispreis von 29.773,80 Euro für unsere Bedürfnisse noch ein paar Kleinigkeiten dazu addieren lassen. Unter anderem das bereits erwähnte „Camping Paket“ und auch das witzige „Kinderpaket“ für die zweite Sitzreihe. Dieses enthält für einen Aufpreis von 345,10 Euro zwei Organizer, einen Rucksack, jeweils einen Griff an den B-Säulen sowie zwei Sonnenschutzblenden für die Seitenscheiben.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Wird der Beach vollbeladen, rentiert sich die Ausgabe von 672,35 Euro für den ParkPilot im Heckbereich mit der Rückfahrkamera „Rear View“. Rangieren wird deutlich leichter und die Honey Orange Metallic Lackierung für 606,90 Euro bleibt zudem länger hübsch. Nicht nur wegen der Optik haben wir uns zudem für Seitenscheiben vorn in Wärmeschutzglas in Kombination mit abgedunkelten und zu 74 % lichtabsorbierenden hinteren Scheiben für 208,25 Euro entschieden.

Die Zusatzbeleuchtung im Fahrgast-/Laderaum die drei LED-Leuchten beinhaltet, kostet 134,47 Euro und kann so manche Sucherei in dunkler Nacht vereinfachen. Einfacher geht so manche Bedienung auch mit dem Multifunktions-Lederlenkrad für 321,30 Euro. Gute Sicht nutzt zudem und so haben wir noch die Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenfahrlicht und LED-Tagfahrlicht sowie abgedunkelten Rückleuchten für 862,75 Euro dazu gepackt.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Last but not least kamen wir nicht an dem Angebot „Cool & Find“ vorbei. Für 2.249,10 Euro sind dann in dem Caddy 6 Lautsprecher, eine elektronische Sprachverstärkung, ein beleuchtetes und abschließbares Handschuhfach, die Klimaanlage „Climatronic“, eine weitere Komfort-Innenraumbeleuchtung im Fahrerhaus, eine Mobiltelefon-Schnittstelle, die Multifunktionsanzeige „Plus“, die Müdigkeitserkennung sowie das Navigationssystem „Discover Media“ mit 6,33″-Touchscreen inkl. USB-Schnittstelle und Multimediabuchse AUX-IN mit an Bord. Summa summarum werden dann für den Caddy Beach unserer Träume 36.358,07 Euro fällig.

Der Lange

Klar ist auch der Caddy Maxi weiter im Programm. Während die kurze Version einen Radstand von 2.682 Millimetern misst, baut der Caddy Maxi auf einem Radstand von 3.002 Millimetern auf. Alles in Allem hält der Maxi ein Längenplus von 47 Zentimetern parat. Das ergibt bei gleicher Fahrzeughöhe einen zusätzlichen Stauraum von rund einem
Kubikmeter. Oder reichlich Platz in drei Sitzreihen. Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Beach auch als Maxi erhältlich und kostet als 4MOTION 31.933,65 Euro.Volkswagen Caddy | Fanaticar Magazin

Fazit

Als Beach haben wir den Caddy wieder gerne. Denn in seinem Stauraum passt kein Blitzer rein. Sondern das Bett für die eine oder andere Nacht in freier Natur. Ohne den Zwängen eines biederen Campingplatzes. Abseits von der Zivilisation, die mit dem allradgetriebenen Caddy Beach 4 MOTION problemlos erreicht werden kann. Für knapp 37.000 Euro ist unser Camper zwar nicht günstig zu nennen, dafür ist er ein praktischer und spaßiger Begleiter auf den Wegen ins Glück. (ds)

Technische Daten: Volkswagen Caddy Beach 4MOTION 2.0 TDI

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 90 kW (122 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 300 Nm bei 1.500 – 2.800 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.408/1.793/1.887 in mm
Radstand: 2.640 in mm
Leergewicht: 1.774 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2.280 kg
Kofferraumvolumen: bis 3.020 l
Bereifung: 205/55 R 16 vorne
Felgen: 6 x 16? Stahl
Beschleunigung: n.n.
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Tankinhalt: 55 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,4 l auf 100 km (Euro5)
Preis: 29.773,80 Euro inkl. MwSt.