Ich gebe es zu. Das Erste, was ich gemacht habe, als ich endlich in der neuen Toyota GR Supra saß war mir einen freien Platz zu suchen, das ESP zu deaktivieren und mich dann bei „Tokio Drift“ der Quertreiberei zu erfreuen. Ich bereue es nicht, ich werde es nicht bereuen und es zaubert mir auch im Nachhinein immer noch ein Grinsen auf den Lippen hervor. Was schon direkt am Anfang klarstellt, dass auch vier Zylinder mächtig Fast and Furios sind.

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Die Supra war schon immer ein kleines Leckerli aus Fernost doch erst mit der letzten Generation MK IV bekam sie auch den Respekt der europäischen Presse. Ein Fahrzeug aus Fernost welches sich durchaus erfolgreich mit Porsche, Ferrari und co messen ließ. Richtig kultig wurde es aber erst mit dem Beginn der Fast and the Furios Filmreihe 2001. Mit dem Erfolg hatte wohl keiner so wirklich gerechnet denn die Supra wurde 2002 nach fast zehnjährigem Bestehen eingestellt. Ein Nachfolger kam lange Zeit nicht in Frage.

2021 Toyota GR Supra 2.0 | Fanaticar Magazin / MarioRoman Pictures

Erst mit der Ernennung von Akio Toyoda in 2009, einem sympathischen und motorsportverrückten Mann, kam wieder Schwung in die Sportwagenabteilung von Toyota. Lexus IS-F, Lexus LF-A, Toyota GT 86, Toyota GR Yaris und natürlich die Wiederauferstehung der / des Supra – ohne Akio wären diese durchaus wichtigen, weil emotionale Modelle in dem sonst eher konservativ eingestellten Konzern vielleicht nie entstanden.

Doch zurück zur Supra. Sie wieder auferstehen zu lassen war ein langer Prozess. Erst durch eine Kooperation mit BMW festigte sich die Idee eines Nachfolgers der MK IV. Eine Kooperation von der beide Parteien profitieren sollten. Und so rollen der neue BMW Z4 Roadster und die Toyota GR Supra mit vielen Gleichteilen vom Band. Ein Toyota mit BMW Technologie, der Firma die weltweit sprichwörtlich für Freude am Fahren steht. Und dann Toyota – das Sinnbild für Qualität, für Langlebigkeit auf höchsten Level. Eine herrliche Partnerschaft.

2021 Toyota GR Supra 2.0 | Fanaticar Magazin / MarioRoman Pictures

Bei der Optik gab man bei beiden Modellen alles, um wirklich eigenständig dazustehen. Das ist tatsächlich gelungen. Die neue Supra ist eine gelungene Neuinterpretation des Vorgängers geworden. All die Wölbungen, die Knicke, die Anlehnungen an den Motorsport. Ja – GR alias Gazoo Racing hat hier viel Liebe dagelassen. Besonderes Highlight ist hier natürlich das Bubble Dach mit den zwei Wölbungen. Ich persönlich hätte auch nichts gegen eine Rückkehr einer Targa-Variante.

Beim Innenraum verließ Toyota leider etwas der Mut zur Individialiserung aber ganz ehrlich, es gibt schlimmeres, als ein BMW Cockpit vor sich zu haben. Alles ist wertig, sauber verarbeitet und der Kofferraum ist mit 290 Litern erstaunlich groß geraten. Dazu profitiert die Toyota GR Supra noch vom iDrive System.

Unter der Haube grummelt hier nicht der aufgeladene Dreiliter-Reihensechser, sondern das Einstiegsaggregat in Form eines Zweiliter-Vierzylinder-Turbo. Der bringt es zwar „nur“ auf 258 PS /190 kW hat aber dafür knapp 100 Kilogramm weniger mit sich rumzuschleppen und profitiert von einer noch besseren Gewichtsbalance.

Schämen muss man sich auch im GR 2.0 nicht. Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache. Gerade mal 5,4 Sekunden vergehen von 0 auf 100 km/h maximal sind 250 km/h drin. Das maximale Drehmoment von 400 Nm entlädt sich freudig auf der Hinterachse und wird von einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe unterstützt.

2021 Toyota GR Supra 2.0 | Fanaticar Magazin / MarioRoman Pictures

Auch wenn man natürlich immer sagen würde, der Sechszylinder ist das Leckerli – soll er ja auch sein – der Vierzylinder verrichtet seinen Job wirklich grandios. Der Motor spricht gut an, die Sportautomatik ist blitzschnell nur oberhalb der 200 km/h fängt Reihe Vier dann doch das schwächeln an. Auf Landstraßen ist auch diese Variante King, auch wenn man etwas mehr Feingefühl in die Lenkung hätte stecken können. Der Verbrauch wird mit 6,3 Liter angegeben und tatsächlich lagen wir trotz einiger Tokio Sessions am Ende bei 7,5 Litern. Respekt!

Und dann wäre da noch zum Schluss die Frage aller Fragen. Ist es die Supra oder der Supra? Toyota sagt – der Supra. Wir sagen- nope! Es ist eine Lady, die schon lange im Game ist. Ihr jetzt das schöne Geschlecht versagen zu wollen halten wir schlichtweg für falsch. Die Supra ist wieder im Game. Let’s play!

Fanaticar Magazin | Fotos: MarioRoman Pictures