Ferrari California T | Fanaticar Magazin

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Die Automobile mit dem Cavallino rampante im Markenzeichen und aus Maranello stammend, werden meist als ultimative Sportwagen in Reinkultur wahrgenommen. Beschäftigt man sich jedoch mit der Geschichte von Ferrari, stellt man schnell fest, dass in den vergangenen knapp 70 Jahren seit dem ersten Ferrari, dem 125 C Sport, eine Reihe von klassischen Grand Turismos gebaut wurden.

Fahrzeugen, die zwar Rennstreckentauglichkeit mitbringen, dennoch viel mehr gute Laune beim als Cruiser verbreiten. Das galt früher beispielsweise für einen 400 Superamerica oder einen 612 Scaglietti und heute für den California T. Der nun auch etwas geschärfter als HS (Handling Speciale) angeboten wird.

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Form und Funktion

Es sind zwei Autos in einem. Der Ferrari California T ist Coupé und Cabrio zugleich. Und ja, er hat sogar vier Sitze. Zwei, es sind die vorderen, sehr bequem und sportlich geprägt und zwei, naja, sagen wir mal Schalen zum Kauern dazu. Fährt ja eh keiner mit hinten und so ist genug Platz für beispielsweise eine oder auch zwei Kisten Wein. Oder den einen oder anderen Schuhkarton

Nach alt hergebrachter Weise muss der Schlüssel eingeführt und per Drehung aktiviert werden. Der V8-BiTurbo springt aber erst nach dem Druck auf den am Lenkrad angebrachten Starterknopf an. Multifunktionell geht es weiter auf dem herrlich griffigen Volant. Rechts sind Scheibenwischer und die Wahl der Fahrmodi untergebracht, links Lichthupe und Dämpfereinstellung.

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Bestens eingebettet in den mit roten Nähten verzierten Ledersitzen lassen wir den Blick durch das aufgeräumte und ergonomisch angeordnete Cockpit schweifen. In tiefen Höhlen sind die analogen Rundinstrumente des Drehzahlmessers und des Tachos eingebettet. Zentrales Thema ist dabei selbstverständlich die Drehzahl.

Mittig das umfangreiche Audio- und Navigationssystem. Essentiell, auch wenn, so sagt man gemeinhin, mit solchen Automobilen der Weg das Ziel sei. Unter dem mit den notwendigen Schaltern umgebenen Bildschirm sind die Regelungsknöpfe der Klimaautomatik angebracht. In der eleganten Wölbung der Mittelkonsole sind drei Knöpfe, einer für den Rückwärtsgang, einer für den Automatikmodus und der dritte für die Aktivierung der Launch-Control.

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Fahrverhalten

Cruisen statt racen. Oder doch auch mal racen, statt nur cruisen? Geht alles mit dem Ferrari California T. Vor allem mit dem Handling-Speciale-Paket. Der zusätzlichen Ausstattungskomponente, die den California T an einigen Stellen gekonnt nachschärft. Für die 6.902 Euro an Mehrpreis bollert der California T aber nicht mehr als die 412 kW (560 PS) aus den vier Auspuffrohren heraus.

Es sind die Details, die zu beachten sind. Außen der neue Kühlergrill und der Heckdiffusor in dem matten Grau namens Grigrio Ferro Metallizzato. Tiefgreifender die Veränderungen am Fahrwerk und dem Antrieb. Härter ist der Handling Speciale, gegenüber dem normalen California T an der Vorderachse um 16 Prozent, an der Hinterachse sogar 19 Prozent.

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Spürbar? Na ja. In jedem Fall nicht unangenehm, sondern passgenau. Wirklich hart ist anders. Dieser GT hat nichts von seinen schon komfortabel zu nennenden Eigenschaften verloren. Ganz im Gegenteil, was unsere Ausfahrt an einem sonnigen Nachmittag rund um Bad Driburg bestens bewiesen hat.

Von Asphaltdecken glatt wie ein Baby-Popo bis hin zu runzeligen Holperstraßen bot die Gegend alles auf, um diesen Ferrari California auf Herz und Nieren zu prüfen. Offen und der Fotos wegen auch mal geschlossen, düsten wir durch die hügelige Landschaft, das Grinsen immer breiter werdend.

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Etwas röhrender die Gesangsnote, die aus der neu gestalteten Auspuffanlage der Umwelt die Ankunft oder auch die zügige Vorbeifahrt eines roten Renners aus Maranello ankündigt. Mit der Gewichtsverteilung von 47 Prozent vorne und 53 Prozent hinten ist die Balance des Ferrari California T HS bestens gelungen.

Magisch die Zahlen der Leistungsdaten. Aus dem Stand auf 100 km/h in 3,6 Sekunden. Nach oben abgebremst bei 316 km/h. 3.855 ccm, V8, 412 kW (560 PS) und ein sattes Drehmoment von 755 Nm. Der Verbrauch? Laut Ferrari im Schnitt bei 10,5 Liter liegend. Was ihn mit einem Tankinhalt von 78 Litern locker 700 km weit bringen könnte. Cruisend wohlgemerkt, nicht rasend.

Wobei er das schon auch gut kann, dieser Ferrari. Ausprobiert in geführten Runden auf dem privaten Rennkurs Bilster Berg. Eine tolle Geschichte dieser Track. Kurvenreich wie ein Playboy-Häschen und hügelig dazu. Hinein in das Vergnügen und ein bisschen fliegen. Im Racemodus und mit nochmals verschärftem Fahrwerk. Fahrvergnügen par Excellence. Auch wenn der California T Handling Speciale gar nicht dafür entwickelt wurde.

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Ausstattung

Zu dem Grundpreis von 184.689 Euro addiert sich HS mit dazu und lässt die 190.000 fast rund werden. Viel braucht es nicht, um den Ferrari California T Handling Speciale weiter aufzuhübschen. Klar, es gibt eine Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten. Außen- und Innenfarben, ein bisschen mehr Carbon vielleicht. Nachzulesen auf der Ferrari Webseite oder noch besser beim Händler des Vertrauens im persönlichen Gespräch herausfinden.

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Fazit

Wenn schon, denn schon. Der California T ohne das Handing Speciale Paket ist wirklich nur was für die reinen Cruiser. Die zwar gerne das Pferdchen im Signet spazieren fahren, den härteren Gangarten aber eher abgeneigt sind. So empfehlen wir HS unbedingt, denn es verwandelt einen gewinnträchtigen Traber in einen Galopper erster Güte. (ds)

Technische Daten: Ferrari California T HS

Motor: V8-Benziner
Getriebe: F1-7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Hubraum: 3.855 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 412 kW (560 PS)/7.500
Max. Drehmoment: 755 Nm bei 4.750 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.570/1.910/1.322 in mm
Radstand: 2.670 in mm
Leergewicht: 1.730 kg
Zul. Gesamtgewicht: n.n.
Kofferrauminhalt: 340 l bzw. 240 l bei geöffnetem Dach
Bereifung: 245/40 ZR19 vorne, 285/35 ZR19 hinten
Felgen: 9 x 19? Leichtmetall
Beschleunigung: 3,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 316 km/h
Tankinhalt: 78 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 10,5 l auf 100 km
Preis: 190.401 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wandte sich bereits als 15-jähriger dem Journalismus zu. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz.

2000 entdeckte Dietmar Stanka den Journalismus wieder und berichtete bis Anfang 2005 für GSC Research als Wirtschaftsjournalist über Hauptversammlungen und Pressekonferenzen aus dem Raum München.

Zeitgleich verwandelte er seine Hobbys Automobil und Reisen in einen erfüllenden Beruf um. Dietmar Stanka schreibt als freier Journalist Fahrberichte, Themen rund ums Automobil und Reisegeschichten aus aller Welt für verschiedene Medien. Unter anderem für die F.A.Z., den Donaukurier, die PNP, EURO sowie exklusiv für neuwagen.de und weitere Internetportale mit automobilen Hintergrund.

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