Škoda Octavia - Fanaticar Magazin

Škoda Octavia – Fanaticar Magazin

Nein, ich habe meinen Mitfahrer nicht um die Ecke gebracht. Ganz im Gegenteil. Es war ein netter gemeinsamer Ausflug in Süden Portugals. Skoda hat gerufen und wir sind dem Ruf gefolgt. Zum letzten Termin der Präsentation des neuen Škoda kam sogar die Sonne raus. Glück für uns, denn die Wochen vorher gab es nur strömenden Regen.

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So konnten wir den neuen Škoda Octavia in seiner ganzen Pracht genießen. Hier bekommt man viel Auto für wenig Geld, von dem sich Skoda einen reißenden Absatz erhofft. Der neue Octavia ist gewachsen und bietet damit Platzverhältnisse, die sonst nur in höheren Klassen zu finden sind. Kein Fahrzeug aus dem Kompaktwagensegment bietet mehr Innenraumlänge (1,782 mm), mehr Kniefreiheit (73 mm) und mehr Kopffreiheit hinten (980 mm).

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Der Tscheche macht jetzt vieles noch besser als sein Vorgänger hält mit Bravour seinem übermächtig erscheinenden Schwestermodell dem VW Golf stand. Die dritte Generation des ab 15.990 Euro erhältlichen Octavia will vor allem aber eins bieten: mehr Raum. Die fünf Zentimeter mehr Radstand machen sich besonders auf der Rückbank bemerkbar. Durch die ebenfalls luftigere Innenraumhöhe haben selbst Sitzriesen gute Chancen ohne Kopfschmerzen aus dem Wagen zu steigen. Ebenfalls ganz weit vorne ist das Kofferraumvolumen von 590 Liter. Da geht sogar eine Leiche rein, so Martin Hrdlicka, Verantwortlicher für die technische Entwicklung. Gut zu wissen. Während der Fahraufnahmen ging der Fotograf auf jeden fall rein und der ist um die 1,90 cm. Da wird auch der nächste Ikea-Einkauf zur Freude denn es gehen ohne Probleme bis zu 2,74 Meter lange Gegenstände in den Octavia rein.

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Der dynamischen Grundsilhouette tut die neue Länge aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Die Tornadolinie an der Seite verleiht dem Kompaktwagen weiterhin einen kristallinen Schliff, der das Licht, auch dank der Vielfalt der neuen Farbpalette, schön laufen lässt. Bei dem schönen Wetter kommt das Race-Blau unseres Testwagens besonders schön zur Geltung. Die Frontscheinwerfer sollen maskulin und dynamisch wirken lassen. Die Heckleuchten zeigen wie immer das typisch kubistische Design. Im Innenraum wurde edles Leder und hochwertiger Kunststoff verarbeitet. Das Lenkrad ist schön griffig und fühlt sich gut in der Hand an. Das große 8-Zoll-Touchscreen-Display lässt sich gut ablesen und reagiert auf Handbewegungen. Nettes Gimmick: Den einzelnen Radiosendern kann man kleine Bilder zuordnen. Nicht ganz öffnen lässt sich das Panorama-Schiebedach, trotzdem reichte es, dass sich unser Fotograf oben raushängen konnte, um die Fahraufnahmen zu machen.

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570 Watt bietet das Soundsystem Canton und umfasst acht leistungsfähige Lautsprecher in den Seitentüren, einem im Armaturenbrett platzierten Zentrallautsprecher und einem Subwoofer im Kofferraum. Getestet und für gut befunden. Ich hätte allerdings direkt mehr Bass eingestellt. Die zahlreichen Ablagen und Halterungen bieten genug Möglichkeiten, um Allerlei zu verstauen. Die ‚Simply Clever’ Lösungen erstaunten mich besonders. Im Kofferraum lassen sich dadurch viele Abgrenzungen schaffen. Die vorgeschriebenen Warnwesten und der integrierte Müllbehälter sind ähnlich gewitzt wie die vielen Halter, Netze, Spanngummis und Gurte, die alles sicherer transportieren. Der ebenso clevere Eiskratzer, der im Tankdeckel steckt, wurde an diesem Tag allerdings nicht gebraucht.

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Schnörkellos und präzise kommt der neue Škoda Octavia daher. Ob das der Motor auch hergibt, wollen wir an den Küstenstraßen und dem hügeligen Hinterland der Algarve erfahren. Wir schnappten uns den 2,0 Liter TDI mit 150 PS und brausten auch schon los. Das 6-Gang-DSG Automatik Getriebe beschleunigte stufenlos und drückte uns sanft in die Sitze. Schon nicht schlecht für einen Diesel. Eine klare Abgrenzung ließ sich erfühlen, während wir zwischen den Modi Normal, Sport, Eco und individuell hin und her wechselten. Natürlich ist ein Skoda Octavia kein Sportwagen, aber das Fahrwerk ist trotzdem straff gefedert, sodass ein wenig Sportwagen-Feeling aufkommt. Besonders im Sport-Modus.

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Der angegebene Wert von 4-5 Litern ist bei unserer etwas dynamischeren Fahrweise schnell ausgehebelt, trotzdem verbraucht er auch bei den scharfen Kurvenfahrten nie mehr als 8,5 Liter. Dennoch macht der Hersteller klar, dass die Motoren sparsamer sind und selbst am Gewicht des Fahrzeugs wurde gespart. Stolze 102 kg hat man den Octavia abspecken lassen. Bei der Entwicklung des neuen Skoda Octavia wurde viel Wert auf Sicherheit gelegt. So gibt es nicht nur jede Menge neuer Airbags, wie eins für die Knie des Fahrers und einen extra Seitenairbag im Fond, der adaptive Abstandsassistent iVm hilft dabei, den Sicherheitsabstand zu wahren. Der Spurhalte-Assistent funktionierte nur auf Autobahnen gut. Hier hält er den Skoda Octavia bis zu 7 Sekunden autonom auf der Spur. Schon witzig, wenn das Lenkrad wie durch Geisterhand korrigiert wird. Bei Landstraßen klappte das allerdings nicht mehr so gut. Man bemerkte nur einige zurückhaltende Versuche einzulenken, ohne dass sich das Lenkrad besonders bewegte.

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Nach einem kurzen Stopp und einem weiteren Lunch schnappten wir uns das Gegenstück. Den Benziner mit derselben Motorisierung, aber dieses Mal mit 6-Gang-Schaltgetriebe und in Candy Weiß. Das hieß erst mal umdenken. Anfangs fand ich die Beschleunigung etwas schleppend, bemerkte ich erst nicht, dass ich mich noch im Eco-Modus befand. Schnell auf den Sport-Modus gewechselt, zog er schon ganz gut von dannen und klang dementsprechend auch viel besser. Aber irgendwie gefiel mir die TDI-Automatik besser. Im Inneren war bei diesem Modell eine Mischung aus Glattleder und Wildleder auf den Sitzen verarbeitet. Sehr schicke Kombination. Ich trauerte dem blauen TDI trotzdem ein wenig hinterher und ließ mich dann nur noch kutschieren. Endstation Strand.

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Für besonderen Fahrspaß dürfte der 1.8 TSI mit 180 PS (132 kW) sorgen. Ein sehr dynamisch schaltbarer manuelles Sechsganggetriebe lässt den Tschechen ohne Weiteres bis 7.100 U/min drehen. Der RS folgt noch im Laufe dieses Jahres und lässt die Erwartungen schon jetzt sehr hoch ansteigen. Skoda-Chef Winfried Vahland nennt den Octavia bereits jetzt „Herz und Ikone der Marke“. Mit 3.7 Millionen verkauften Modellen ist er das auch bestimmt. Im Jahre 2012 verkauften sich großartige 44 Prozent des Kompaktwagen-Modells mit Mittelklasse-Innenraum. Mit diesen Zahlen wächst der Druck auf den Nachfolger und so erwartet man auch hier eine weitere Erfolgsgeschichte.

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Weitere Infos:
Vom 1,2 TSI (63 kW/ 86 PS) bis zu einem 132 kW/ 180 PS starken 1,8 TSI bietet die Motorenauswahl beim neuen Škoda Octavia zusätzlich noch eine sparsame GreenLine-Version (1.6 Liter TDI mit einem CO2 Wert von 89 Gramm). Neben einer Erdgas-Variante kommt auch bald ein sportlich getrimmter Škoda Octavia RS in die Läden.

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Motoren Benzin (EU 5):
1.2 TSI / 63 kW (86 PS) (5-Gang manuell)
1.2 TSI / 77 kW (105 PS)* (6-Gang manuell und 7-Gang-DSG**)
1.4 TSI / 103 kW (140 PS)* (6-Gang manuell und 7-Gang-DSG**)
1.8 TSI / 132 kW (180 PS)* (6-Gang manuell und 7-Gang-DSG)

Motoren Diesel (EU 5):
1.6 TDI / 66 kW (90 PS) (5-Gang manuell) (ab Mai 2013)
1.6 TDI / 77 kW (105 PS)* (5-Gang manuell und 7-Gang-DSG)
1.6 TDI / 81 kW (110 PS) GreenLine* (6-Gang manuell) (ab Ende 2013)
2.0 TDI / 110 kW (150 PS)* (6-Gang manuell und 6-Gang DSG)
* inkl. Green tec (Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung)
** 7-Gang-DSG voraussichtlich ab Mai 2013

Maße:
Länge: 4.659 mm
Breite (ohne Außenspiegel): 1.814 mm
Höhe: 1.461 mm
Radstand: 2.686 mm