Der beliebte Mitsubishi Eclipse Cross feiert sein Comeback. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger allerdings in einem komplett neuen Gewand, mit reinem Frontantrieb und vollelektrisch. Kann das gut gehen?

Eigentlich sah es ja schon danach aus, als würde Mitsubishi hierzulande die Koffer packen. Doch daraus ist zum Glück nichts geworden. Derzeit präsentieren die Japaner ein Modell nach dem anderen, nicht zuletzt unter großer Mithilfe der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Darunter auch der Eclipse Cross, den wir schon vorher sehr schätzten.

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Mitsubishi Eclipse Cross MY26

Mitsubishi Eclipse Cross Test: Französische Gene, japanisches Gesicht

Denn der neue Mitsubishi Eclipse Cross basiert auf der gleichen Plattformfamilie wie unter anderem der Nissan Ariya, der Alpine A390 sowie die Renault-Modelle Scénic E-Tech Electric und Mégane E-Tech Electric. Der direkte Verwandte ist dabei der Scénic. Von ihm übernimmt der Mitsubishi wesentliche Designmerkmale, setzt aber mit einer eigenständigen und markanten Front, edlen Felgen und einer eigenen Note am Heck sichtbare Akzente. Das alles wird garniert von einer schicken LED-Tagfahrlichtsignatur, die nochmals für mehr Eigenständigkeit sorgt. Insgesamt streckt sich der Japaner auf 4,49 Meter Länge und geht ohne Außenspiegel 1,86 Meter in die Breite. Kurz gesagt, der neue Eclipse Cross kann sich sehen lassen. Ob es versenkbare Türgriffe benötigt, ist wiederum eine andere Sache.

Mitsubishi Eclipse Cross MY26

Innenraum: Vertraut, aber überraschend hochwertig

Verwechslungsgefahr besteht hingegen im Innenraum, der weitgehend dem Scénic E-Tech Electric entspricht. Der ist dafür aber bestens durchdacht und kann mit einer Wertigkeit aufwarten, die man so selten in einem Mitsubishi erwartet hätte. Der 12-Zoll-Touchscreen unseres Testwagens ist dabei zum Fahrer gerichtet und das Infotainment mit Google built-in weitgehend intuitiv bedienbar. Android Auto und Apple CarPlay sind ebenfalls kabellos verfügbar. Ebenfalls sind Druckknöpfe und Regler für Basics verfügbar. Only Touch ist hier zum Glück noch kein Thema – und wird es hoffentlich auch nie. Für den Sound gibt es in unserem Testwagen feinste Bässe aus dem Hause Harman Kardon.

Die Sitze für Fahrer und Beifahrer sind absolut langstreckentauglich und auch hinten sitzt es sich dank großzügiger Bein- und Kopffreiheit sehr bequem. Dazu wird der Innenraum durch das großzügige Panoramadach mit viel Licht geflutet. Ebenso großzügig präsentiert sich der Kofferraum mit 487 Litern. Mit umgeklappter Rücksitzbank sind sogar bis zu 1.670 Liter möglich. Das sind keine Spitzenwerte, aber immer noch mehr als zufriedenstellend.

Mitsubishi Eclipse Cross MY26

87-kWh-Batterie: Reichweite vor Ladeleistung

Für den Anfang setzt Mitsubishi erst einmal auf Reichweite. Soll heißen: Unter den Passagieren arbeitet eine 87-kWh-Batterie, die je nach Ausstattung für bis zu 627 Kilometer Reichweite sorgen soll, laut geduldigem WLTP. In der Realität sind je nach Fahrweise rund 300–400 Kilometer machbar. Eine kleinere Batterievariante ist angekündigt und dürfte auch weniger auf die Geldbörse drücken. Geladen wird mit bis zu 150 kW via DC. Kein Spitzenwert, aber beim AC-Laden gibt es immerhin gegen Aufpreis die Möglichkeit, statt mit serienmäßigen 11 mit bis zu 22 kW zu laden.

Das Fahrwerk präsentiert sich sauber abgestimmt. Etwas straff, aber niemals unkomfortabel. Bei Bedarf melden sich bis zu 218 Pferde zu Wort, die den Eclipse Cross in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen lassen. Mit mehr Traktion ginge da vielleicht noch etwas. Leider bleibt es beim Eclipse Cross aber bei reinem Frontantrieb. Dass die Plattformfamilie auch Allrad kann, zeigen der Nissan Ariya und der Alpine A390.

Mitsubishi Eclipse Cross MY26

Fahreindruck: Entspannter Allrounder mit Frontantrieb

Somit muss sich die Vorderachse an dem quasi direkt anstehenden Drehmoment von 300 Nm abarbeiten. Die Elektronik hilft dabei so gut es geht, aber es hat schon seinen Grund, warum andere Hersteller bei Elektroautos von Front- auf Heckantrieb gewechselt sind. Einmal in Bewegung gesetzt, gleitet der Eclipse Cross aber entspannt über den Asphalt und je nach Fahrmodus fühlt sich die Lenkung mal straffer, mal leichtgängiger an. Wer keine Lust auf viel Gebimmel hat, kann über einen Doppeldruck auf die My-Safety-Taste seine zuvor konfigurierten Assistenz-Einstellungen abrufen und ausgewählte Nervensägen ruhig stellen.

Ausstattung und Preis: Mehr Luxus auf Wunsch

Preislich geht es zum Testzeitpunkt laut Liste bei 47.990 Euro für den Diamant PLUS los. Inkludiert ist dabei ein Garantiepaket von bis zu acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Auf fünf Jahre Herstellergarantie bis 100.000 Kilometer folgen unter den entsprechenden Wartungs- und Garantiebedingungen bis zu drei weitere Jahre Anschlussgarantie für wesentliche Bauteile.

Dabei stehen für die große Batterie die beiden Ausstattungsvarianten Diamant PLUS und Diamant TOP zur Auswahl. Für noch mehr Luxus kann beim TOP noch das Luxury-Paket on top geordert werden, welches wie bei unserem Testfahrzeug die Annehmlichkeiten des dimmbaren Panoramadachs, der Soundanlage, einer Massagefunktion am Fahrersitz und der Gesichtserkennung bietet.

Mitsubishi Eclipse Cross MY26

Fazit: Neuer Charakter, vertrauter Name

Der Mitsubishi Eclipse Cross entfernt sich so weit von seinem Vorgänger wie nur möglich. Das ist einerseits schade, weil der wirklich ein guter Buddy im Alltag war, bringt den Neuen andererseits aber auf ein ganz anderes Niveau. Denn so hochwertig hat man schon lange keinen Mitsubishi gesehen. Wer einen souveränen Allrounder sucht, der bewährte Technik nutzt und mit einem für Elektroautos fairen Preis-Leistungs-Verhältnis lockt, dürfte hier ein verlockendes Angebot finden.

Technische DatenMitsubishi Eclipse Cross Elektro MY26
MotorElektrisch erregter Synchronmotor
AntriebFrontantrieb
GetriebeEinstufiges Automatikgetriebe
Leistung160 kW / 218 PS
Maximales Drehmoment300 Nm
Batteriekapazität87 kWh
0–100 km/h7,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit170 km/h
Reichweite nach WLTPBis zu 627 km, ausstattungsabhängig
Stromverbrauch nach WLTP16,7–17,1 kWh/100 km
AC-Ladeleistung11 kW, optional 22 kW
DC-LadeleistungBis zu 150 kW
DC-Ladezeit, 15–80 %Ca. 37 Minuten
AC-Ladezeit, 0–100 %Ca. 9 Stunden bei 11 kW / 5 Stunden bei 22 kW
Länge4.489 mm
Breite ohne / mit Außenspiegeln1.864 / 2.085 mm
Höhe1.571 mm
Radstand2.785 mm
Kofferraumvolumen487–1.670 Liter
Anhängelast gebremst / ungebremst1.100 / 750 kg
Stützlast75 kg
Basispreis Diamant PLUS47.990 Euro

Fanaticar Magazin | Fotos: MarioRoman Pictures